Sudetendeutscher Tag in Brünn erreicht Höhepunkt
Veröffentlicht:
von Agenturen"Zeichen der Versöhnung"
Bild: APA/APA/AFP/RADEK MICA
Der Sudetendeutsche Tag in Brünn (Brno) erreicht am Sonntag ab 11.00 Uhr mit dem Haupttreffen auf dem Messegelände seinen Höhepunkt. Das traditionelle Pfingsttreffen der vertriebenen Sudetendeutschen und ihrer Nachkommen findet als "Zeichen der Versöhnung" erstmals in Tschechien statt. Als Hauptredner werden Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, erwartet. Am Samstag war es zu Gegenprotesten gekommen.
Die Sudetendeutschen folgten einer Einladung des Dialogfestivals "Meeting Brno". Zudem soll der Europäische Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft an den tschechischen Schriftsteller und früheren Dissidenten Milan Uhde verliehen werden. Er geht an Personen, die sich in besonderer Weise um die Völkerverständigung und um die europäische Einheit verdient gemacht haben. Benannt ist die Auszeichnung nach dem römisch-deutschen Kaiser und böhmischen König Karl IV..
Tschechische Regierung bleibt fern
Die Veranstaltung ist in Tschechien umstritten. Die Minister der rechtsgerichteten Regierung unter dem Milliardär Andrej Babiš wollen dem Treffen fernbleiben. Das Abgeordnetenhaus hatte sich in einer Entschließung mehrheitlich gegen die Austragung des Vertriebenentreffens in Tschechien ausgesprochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der Nazi-Besatzungszeit wurden rund drei Millionen Deutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben. Die meisten fanden in Österreich und Deutschland eine neue Heimat.
Am Samstag hatten Deutsche und Tschechen gemeinsam der Opfer der Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg in der Tschechischen Republik gedacht. Rund 1.300 Menschen nahmen an einem Versöhnungsmarsch teil, der am Ort eines Massengrabs in Pohořelice, rund 25 Kilometer südlich von Brünn (Brno), begann. Überschattet wurde die Veranstaltung von Gegenprotesten.






