Trump: Iran-Abkommen fast ausverhandelt - Fars widerspricht

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von Agenturen

Memorandum über ein Friedensabkommen "weitgehend ausgehandelt"

Bild: APA/APA/AFP/KENT NISHIMURA


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US-Präsident Donald Trump hat eine baldige Einigung im Konflikt mit dem Iran in Aussicht gestellt. Ein Memorandum über ein Friedensabkommen sei "weitgehend ausgehandelt", schrieb Trump am Samstag in einem sozialen Netzwerk. Ein solches Abkommen würde die für den Welthandel entscheidende Straße von Hormuz wieder öffnen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars widersprach jedoch. Trumps Behauptung sei "nicht mit der Realität vereinbar", meldete die Agentur am Sonntag.

Die wichtige Schifffahrtsroute ist seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar für den größten Teil der Schifffahrt geschlossen, was die Weltenergiemärkte erschütterte. In dem Konflikt vermittelt Pakistan, dessen Armeechef Asim Munir nach Gesprächen in Teheran von "ermutigenden" Fortschritten auf dem Weg zu einer endgültigen Verständigung sprach.

Zwei mit den Verhandlungen vertraute pakistanische Insider erklärten, das Abkommen sei "umfassend genug, um den Krieg zu beenden". Insidern von Reuters zufolge würde der vorgeschlagene Rahmen in drei Phasen umgesetzt: die formelle Beendigung des Krieges, die Lösung der Krise in der Straße von Hormuz und die Aufnahme von Verhandlungen über ein umfassenderes Abkommen innerhalb von 30 Tagen.

Trump, der wegen des Konflikts seine Teilnahme an der Hochzeit seines Sohnes absagte und in Washington blieb, betonte die Dringlichkeit. Er habe am Samstag mit den Staats- und Regierungschefs von Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren Staaten der Region telefoniert. Die US-Regierung knüpft eine Einigung an harte Bedingungen. US-Außenminister Marco Rubio bekräftigte, der Iran dürfe niemals eine Atomwaffe besitzen, müsse sein angereichertes Uran aushändigen und die Meerengen müssten gebührenfrei passierbar sein.

Neue US-Attacken möglich

Zuvor hatte Trump dem Nachrichtenportal Axios gesagt, er werde am Sonntag über eine Wiederaufnahme der Angriffe entscheiden. "Entweder wir erzielen ein gutes Abkommen, oder ich mache ihnen die Hölle heiß", zitierte ihn Axios.

Der Iran, der ein Atomwaffenprogramm bestreitet und auf sein Recht zur Urananreicherung für zivile Zwecke pocht, fordert seinerseits die Kontrolle über die Meerenge, ein Ende der US-Blockade seiner Häfen und die Aufhebung der Sanktionen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte, die Priorität liege auf der Beendigung der Gefahr neuer US-Angriffe und des andauernden Konflikts im Libanon.

Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Qalibaf äußerte nach den Gesprächen mit dem pakistanischen Vermittler tiefes Misstrauen. Man könne einer Partei, "die keinerlei Ehrlichkeit besitzt", nicht trauen. Die iranischen Streitkräfte hätten ihre Fähigkeiten während des Waffenstillstands wieder aufgebaut. Sollten die USA "törichterweise den Krieg wieder aufnehmen", wären die Konsequenzen "härter und bitterer" als zu Beginn des Konflikts, sagte er.

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