Alexander Schlager voller Vorfreude und Dankbarkeit
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von AgenturenÖFB-Goalies unterstützen einander
Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Mit zweijähriger Verspätung ist Alexander Schlager am Ziel seiner Träume. Der Salzburger steht am 17. Juni im Fußball-WM-Match gegen Jordanien im ÖFB-Tor und absolviert damit sein erstes großes Endrundenspiel für das ÖFB-Team. Schon für die EURO 2004 wäre er als Stammgoalie vorgesehen gewesen, musste aber verletzt passen. "Es ist ein sehr schönes Gefühl, Nummer eins zu sein", sagte Schlager. Unterstützung gibt es von seinen Tormann-Kollegen Patrick Pentz und Florian Wiegele.
Das Verhältnis zwischen den Keepern sei außergewöhnlich gut, betonte Schlager am Montag nach dem Training in Santa Barbara. "Es ist ein guter Mix von Charakteren, und wie es Tormanntrainer Michael Gspurning führt, greift es gut ineinander." Pentz, der bei der EM für Schlager zwischen den Pfosten gestanden war, stimmte zu. "Bei so einem Turnier ist es wichtig, dass wir miteinander funktionieren."
Pentz und Schlager kennen sich seit ihrer Kindheit und verbringen auch ihre Freizeit im Teamcamp in Goleta miteinander. Wiegele hingegen ist im ÖFB-Team relativ neu, wurde im März erstmals in den Kader geholt - und prompt gut aufgenommen. "Am meisten überrascht hat mich die Offenheit der beiden mir gegenüber", erzählte der Steirer.
Keine Neiddebatte bei ÖFB-Goalies
Tormännern wird ein Hang zur Egozentrik nachgesagt, Kämpfe ums Einserleiberl wie etwa jener zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn vor der WM 2006 oder auch jene zwischen Michael Konsel, Franz Wohlfahrt und Otto Konrad sind legendär. Beim aktuellen ÖFB-Team geht es um einiges gesitteter zu, Neiddebatte gibt es keine. "Natürlich will jeder spielen, aber wir stehen hinter Gassi (Anm.: Spitzname von Schlager) und werden ihn zu 100 Prozent supporten, damit wir als Österreich eine erfolgreiche WM spielen", erklärte Pentz. Selbst wenn er beim Turnier in Nordamerika nicht zum Einsatz kommen sollte, "kann ich es hier genauso genießen wie bei der EM".
In den vergangenen Jahren wechselte der Stammplatz im Tor des Öfteren zwischen Schlager und Pentz, eine langfristige unumstrittene Nummer eins suchte man vergeblich. "Die Situation bei uns ist ein bisschen speziell. Ich bin seit sieben Jahren beim Nationalteam und kann mich nicht erinnern, dass wir einmal keine Diskussion ums Einserleiberl hatten", sagte Schlager. "Trotzdem hat es nie Probleme gegeben. Das ist nur möglich, wenn die ganze Gruppe zusammenarbeitet."
Diese Zusammenarbeit verleihe ihm zusätzliche Stärke, betonte Schlager. "Es ist schön, dass ich spielen darf, und das werde ich mit allem, was ich habe, machen. Doch mir ist auch bewusst, dass es ohne das Umfeld, das ich hinter mir habe, nicht möglich wäre." Er werde alles daran setzen, um "am Tag X perfekt performen zu können".
Schlager will den Moment genießen
Aus der Verletzung kurz vor der EURO 2004 hat der 30-jährige Keeper von Red Bull Salzburg eine wichtige Erkenntnis gewonnen. "Wenn ich eines gelernt habe, dann, noch mehr Wert darauf zu legen, den Moment zu genießen, weil man nicht weiß, was der nächste Tag bringt."
Zu Schlagers Stärken zählen laut Wiegele unter anderem die Schnelligkeit auf der Linie. Der Einsertormann gab das Lob umgehend zurück. "Flo ist relativ frisch dazugekommen und trotzdem schon weit und ruhig." Das ist aber nicht das einzige Merkmal des 25-Jährigen - Wiegele ist mit 2,05 Metern der größte Spieler der WM-Geschichte. "Doch für mich ist das kein Rekord, eher ein Fakt, nichts, das mich stolz machen würde. Dass ich groß bin, dafür kann ich nichts", meinte der Legionär von Viktoria Pilsen.
Mehr als mit seiner Körpergröße beschäftigt sich Wiegele mit dem WM-Ball, der im Training ausgiebig getestet wird und neuer Herausforderungen für die Goalies bereithält. "Er ist sehr anders als der, den wir in der tschechischen Liga verwendet haben. Wenn man ihn gut trifft, fährt er richtig ab, wird scharf und zieht extrem weg, vor allem auf den ersten Metern." Laut Schlager ist der Ball "wie ein Kanonenröhrl, das dahergeflogen kommt".
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