Audio-Stadttour untersucht die ESC-Stimmung in Wien
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von AgenturenOliver Hangl fragt Teilnehmerin über ESC-Stimmung in Wien
Bild: APA/APA/Lili Androsch/Lili Androsch
Wien zeigt erste Symptome - das ESC-Fieber macht sich bemerkbar. Die zwei Veranstaltungen "Wien im Ausnahmezustand - Guerillawalk" von Oliver Hangl, begleitet von Tex Rubinowitz, gehen bereits im April der Frage nach, wie sich das Großevent des 70. Eurovision Song Contest auf den Alltag und das Leben der Wienerinnen und Wiener auswirkt.
"Kumm gemma, wir müssen gehen, es ist ein Walk!" - "Gemma Zukunft" ist eine Initiative der Stadt Wien, die Stadtführungen zu Themen wie Stadtplanung oder urbaner Entwicklung anbietet. Derzeit stehen auch immer mehr Spaziergänge im Zeichen des ESC am Programm. Darunter eben die Audio-Stadttouren von Oliver Hangl. Bei diesen werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Kopfhörer durch die Stadt geführt. Unterstützt wird Hangl bei seinen "Guerillawalks" von wechselnden Gästen, in dieser Reihe von Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz.
"Phänomen Songcontest ist einzigartig!"
Die Mischung aus Live-Feldforschung, Performance und Situationskomik machen die "Guerillawalks" zu einem interaktiven Erlebnis. "Bei meinen künstlerischen Arbeiten ist es mir wichtig, dass das Publikum nicht nur konsumiert, sondern aktiv teilnimmt", sagt Hangl. Die Teilnehmenden werden von Beginn an eingebunden, etwa beim Tragen des Equipments. Der Walk beginnt am Karlsplatz und lebt von spontanen Begegnungen. Hangl fragt zufällige Passanten nach ihrer Meinung zum ESC: "Das Phänomen Songcontest ist einzigartig! Ich würde sagen, der ist mit dem Superbowl in einer Kategorie", meint ein Befragter. Eine Gruppe junger Frauen sitzt lernend in einem Café am Karlsplatz, Hangl fragt sie, ob Wien schon im Ausnahmezustand sei: "Man kriegt noch nicht so viel mit in der Stadt", sagt eine der Befragten. "Noch nicht!" ergänzt ihre Freundin.
"Wien wird dann einfach internationaler"
Im Innenhof der Technischen Universität Wien werden Hangls Straßen-Interviews vom lauten Bass des Spritzerstand-DJs ergänzt. "Also ich freue mich, dass der ESC in Wien ist, aber es hätte auch eine andere österreichische Stadt machen können. Es weiß ja eh jeder, dass Wien toll ist", meint ein Student. Ein weiterer Student wird gefragt, was jetzt anders in Wien sei: "Man spürt schon was. Wien wird dann einfach internationaler." Auch eine Professorin wird abgefangen: "Also ich selbst bin keine Konsumentin. Aber ich bin gespannt, was sie sich diesmal einfallen lassen. Damals hat es ja die Ampelmännchen gegeben." Der "Guerillawalk" verbindet Intervention und soziale Beobachtung. Gespräche, Zufallsbegegnungen und performative Elemente verflechten sich zu einem Bild der Stadt im Vor-Ausnahmezustand.
"Den diesjährigen ESC wird Finnland gewinnen!"
Tex Rubinowitz co-hostet den Walk und teilt humorvolle Reflexionen zum ESC. Der Bachmann-Preisträger beschäftigt sich seit Jahren mit dem Großevent, aber sein Fokus lag schon immer eher auf den Schatten, die durch das ESC-Scheinwerferlicht geworfen werden. 2015 thematisierte er diese Schattenseiten in der Gemäldeserie "The Nul-Pointers" im Leopold-Museum, er zeigte Porträts von ESC-Acts, die beim Voting leer ausgingen. Beim Stadtspaziergang am vergangenen Donnerstag reflektiert er augenzwinkernd: "Ich kann dir nicht 0 Punkte geben - man kann niemandem nichts geben, ich kann ihm Tofu geben, Tofu ist nichts." Abschließend teilt Rubinowitz seine Gewinner-Vorhersage: "Also ich habe jetzt eine Prognose: den diesjährigen ESC wird Finnland gewinnen!", bei seiner Prognoseverkündung bleibt Rubinowitz stehen, Hangl erinnert ihn an den Zweck der Veranstaltung: "Kumm gemma, wir müssen gehen, es ist ein Walk!"
(Von Lili Androsch/APA)
(S E R V I C E - Die Stadtführung findet am 23. April noch einmal statt. Die Tickets sind kostenlos über die Website der Stadt Wien erhältlich. https://ticket.wien.gv.at/M18/gemma-zukunft/ )
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