Heuer zwei Meilensteine für Salzburgs "Festspielbezirk 2030"
Veröffentlicht:
von AgenturenDas Projekt "Festspielbezirk 2030" schreitet voran
Bild: APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL
Beim Bau- und Sanierungsprojekt "Festspielbezirk 2030" der Salzburger Festspiele werden heuer im Herbst zwei Meilensteine gesetzt: Zum einen wird das Festspielzentrum hinter der Pferdeschwemme eröffnet, zum anderen wird mit der Aushöhlung im Mönchsberg begonnen. Dort entstehen hinter dem Großen Festspielhaus neue Räume und eine Verbindung zwischen den Bühnen der einzelnen Spielstätten - mit einem ebenfalls neuen Werkstättengebäude in der Mitte.
Der Rohbau für das Festspielzentrum ist bereits fertiggestellt, der Ausbau läuft auf Hochtouren, hieß es am Freitag bei einem Medientermin. Der gläserne Pavillon steht inzwischen, parallel dazu schreiten die Sanierung des Schüttkastens und die Dachsanierung voran. Im Festspielzentrum befinden sich künftig der neue Pavillon mit dem unterirdischen "Dr. Hans-Peter Wild Saal" sowie ein neues Kartenbüro samt Festspielshop im Schüttkasten. Das Projekt wird vollständig aus Spenden und Eigenmitteln finanziert.
Kaverne im Berg mit 108.000 Kubikmetern
Im Mönchsberg wird hinter dem Großen Festspielhaus eine Kaverne mit einem Volumen von 108.000 Kubikmetern ausgebrochen, für die Logistikgänge zwischen den Häusern werden weitere 18.000 Kubikmeter ausgefräst, dazu kommen noch 29.000 Kubikmeter Ausbruch im Tagbau und 13.000 Kubikmeter für die Baugrube des neuen Werkstattgebäudes. Pro Tag werden rund 500 Kubikmeter abgetragen, was fünf bis sechs Abtransporte pro Stunde ergibt. Das Ausbruchmaterial wird im Umkreis von 15 Kilometern gelagert und aufbereitet, 90 Prozent können für Lärmschutzdämme, Straßenunterbau und Ähnliches wiederverwertet werden.
Was wird im Mönchsberg alles entstehen? Das bestehende Werkstättengebäude wird nach hinten erweitert und durch einen Neubau ersetzt. Zudem entsteht hinter dem Großen Festspielhaus ein "Haus im Berg" mit Montagehalle, Probesälen, Einspielräumen und Haustechnikräumen und einer Zone zur Anlieferung, die künftig über eine neue Zufahrt im Neutortunnel erfolgen wird. Zudem wird ein Verbindungsstollen errichtet, der fast parallel zur Hofstallgasse verlaufen wird.
Nur neues Werkstattgebäude von außen sichtbar
Die einzig von außen sichtbare Veränderung bringt das neue Werkstättengebäude, das Architekt András Palffy als neuen logistischen Schwerpunkt innerhalb des Festspielbezirks 2030 versteht. In der Höhe orientiert sich der Bau an der unmittelbaren baulichen Nachbarschaft.
Die Errichtungskosten für die erste Phase des Großprojekts belaufen sich auf rund 395 Mio. Euro. Diese Phase umfasst die Sanierung und Erweiterung des Festspielhauses sowie die Errichtung der neuen Bühnenverbindung im Berg. Die Finanzierung der ersten Phase ist in entsprechenden Vereinbarungen mit dem Bund, dem Land Salzburg und der Stadt Salzburg geregelt. Für die zweite Phase - die Sanierung des Hauses für Mozart sowie der Felsenreitschule - wird mit weiteren 86 Millionen Euro gerechnet.
38 Millionen Euro für Interimslösungen
Die Sanierung des Großen Festspielhauses beginnt nach den Salzburger Festspielen 2028. Das Haus ist dann bis Frühjahr 2031 nicht bespielbar. In dieser Zeit werden das Haus für Mozart und die Felsenreitschule weiter genutzt. Für die Festspielsaisonen 2029 und 2030 sowie für alle unterjährigen Veranstaltungen wird eine Interims-Konzerthalle errichtet. Als Standorte werden derzeit die Stiegl-Gründe in Maxglan sowie eine Wiese bei St. Josef in Nonntal geprüft.
Für die Interimslösungen sind 38 Mio. Euro veranschlagt, rund ein Drittel davon wird für die Interims-Konzerthalle selbst benötigt. Mit den anderen zwei Dritteln werden Gebäude für Büros und Werkstätten für die acht Jahre Bauphase angemietet. Bereits fixiert wurde die Anmietung des ehemaligen Puma-Hauptquartiers an der Münchner Bundesstraße. Nach Adaptionen der drei Hallen mit Bürogebäude werden dorthin 2027 Tischlerei, Schlosserei, Tapeziererei, Malersaal, Montagehalle sowie die Büros der Technischen Direktion übersiedeln und bis voraussichtlich Ende 2033 bleiben. Über einen zweiten Standort für Schneiderei und Kostümwerkstätten wird derzeit verhandelt.
Mehr entdecken

Kuriose Verbote
Ausgangssperren, Geldstrafen und Co.: Was im Italien-Urlaub verboten ist

Österreich
Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz nehmen stark zu

Nummer im Überblick
Hitzetelefon: Heiße Wohnungen und Gesundheitsrisiko als größte Sorgen

Niederösterreich
Munitionsteile lösten Großbrand im Föhrenwald aus

"Keine Arbeit"
Kanzler Stocker entschuldigt sich für Kinderbetreuung-Aussage

Täter flüchtig
Bewaffneter Dorotheum-Überfall: Verdächtiger ließ Beute zurück
