KHM-Kuratorium tagt nach Vorwürfen an KHM-Spitze
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von AgenturenKHM-Spitze sieht sich mit Mobbing-Vorwürfen konfrontiert
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Die von der Schloss Ambras-Direktorin Veronika Sandbichler vorgebrachten Vorwürfe gegen die "toxische Führungskultur" im Verband des Kunsthistorischen Museums seit Antritt von Generaldirektor Jonathan Fine im Vorjahr beschäftigen nun auch das Kuratorium des KHM-Verbandes. Dieses absolviert neben seiner für Mittwoch angesetzten regulären Sitzung nun auch eine Sondersitzung. Im Ö1-Morgenjournal präzisierte Sandbichler ihre in der "Zeit im Bild 2" vorgebrachten Vorwürfe.
Sandbichler, die seit 34 Jahren im Verband des Kunsthistorischen Museums beschäftigt ist und die Innsbrucker Außenstelle Schloss Ambras seit 2010 leitet, spricht von "Einschüchterung, Druck und persönlicher Abwertung". Vor Fines Antritt habe eine "sehr gute Kritikkultur" geherrscht. "Ich arbeite sehr, sehr gern und mir liegt etwas an dieser Institution und auch an den Menschen, die da arbeiten", so Sandbichler gegenüber Ö1. "Sie können mir glauben, dass es mir nicht leicht fällt, damit auch an die Öffentlichkeit zu gehen." Der KHM-Verband wies die erhobenen Behauptungen noch am Dienstagabend zurück und bezeichnete die Anschuldigungen als "inhaltlich unzutreffend, einseitig dargestellt und durch keinerlei Fakten gedeckt".
Anwalt spricht von bisher 20 ausgeschiedenen Mitarbeitern
Sandbichlers Anwalt Martin Maxl unterstreicht, dass es sich jedoch um keinen Einzelfall handle. "Da sind knapp 20 Personen durch genau diese toxische Führungskultur aus dem KHM ausgeschieden", sagte er im "Morgenjournal". Sandbichler spricht von "sehr, sehr vielen Kolleginnen und Kollegen, die Angst haben, ihren Job zu verlieren". Maxl kritisiert, dass die Kuratoriumsvorsitzende zunächst nicht reagierte und dann ausgerechnet jene Rechtsanwaltskanzlei beauftragte, die einige Wochen zuvor bereits von der Geschäftsführung beauftragt worden war, gegen Sandbichler vorzugehen. Dabei handle es sich um eine "klassische Interessenskollision".
Zudem widersprach der Sandbichler-Anwalt via Aussendung dem KHM-Museumsverband, wonach man bereits "lange vor der aktuellen medialen Eskalation eine umfassende, unabhängige Überprüfung der gegen die Geschäftsführung erhobenen Behauptungen beauftragt" habe. Sandbichler sei erst am Dienstag von der Unternehmensberatung Deloitte kontaktiert worden, die überdies die Kriterien der Unabhängigkeit und Neutralität nicht erfülle, da sie seit vielen Jahren im Auftrag des Kuratoriums sowie der Geschäftsführung tätig sei. Ein wirklich unabhängiger Revisionsprüfer werde hingegen unter anderem zu untersuchen haben, warum der kaufmännische Geschäftsführer Paul Frey "jahrelang ein autonomes Machtgefüge mit der Beförderung ihm persönlich nahestehender Personen aus sachfremden Motiven" aufbauen und einer Nebenbeschäftigung ohne Genehmigung des Kuratoriums nachgehen konnte.
Führungskräfte "haben es nicht mehr ausgehalten und sind gegangen"
Im Gespräch mit der APA hielt Maxl fest, dass sich unter den ca. 20 Personen, die seit Funktionsbeginn von Fine aus dem Museum ausgeschieden seien, überwiegend Führungskräfte befänden. "Sie haben es nicht mehr ausgehalten und sind gegangen", so der Anwalt. Dass Fine ein eigenes Team aufbauen wolle, sei nachvollziehbar. "Aber ein derartiger massenhafter Exodus ohne sachlichen Grund schadet dem Museum." Fines Vorgänger, nämlich Sabine Haag und Wilfried Seipel, hätten dem Anwalt bestätigt, dass sie "sehr zufrieden" mit der Arbeit von Sandbichler waren. "Und plötzlich soll unter Fine die Leistung nicht mehr gestimmt haben", wunderte sich Maxl. An das KHM trat man mit der Forderung nach einer Abfertigung in Höhe von zwei Bruttojahresgehältern heran. Nach ca. 30 Dienstjahren von Sandbichler sei das "nur angemessen". Das KHM sei aber nicht darauf eingestiegen. Die Hoffnung ist nun, nachdem sich Sandbichler und ihr Anwalt auch an das Kulturministerium und die Medien gewandt haben, "dass das Mobbing und Bossing abgestellt wird".
Seitens des Kulturministeriums betont man gegenüber der APA, dass in der Angelegenheit bereits Stellungnahmen der Geschäftsführung des KHM-Museumsverbandes und der Kuratoriumsvorsitzenden eingeholt worden seien. Eine externe Revision sei vom Kuratorium des KHM beauftragt worden, um eine unabhängige und sorgfältige Aufklärung sicherzustellen. Darüber hinaus wolle man eine laufende arbeitsrechtliche Auseinandersetzung nicht kommentieren. Ein fairer und respektvoller Umgang in Kunst und Kultur habe für Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) "aber oberste Priorität, ebenso die konsequente Einhaltung von Compliance-Grundsätzen". Das gelte insbesondere für Bundeskultureinrichtungen. Deswegen habe Babler eine enge Begleitung des Prozesses durch das Ministerium veranlasst.
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