Zum Jahrestag seiner Wahl: Papst besuchte Pompeji und Neapel
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von AgenturenPapst Leo XIV. in Pompeji
Bild: APA/APA/AFP/ANDREAS SOLARO
Zum ersten Jahrestag seiner Wahl hat Papst Leo XIV am Freitag Pompeji und Neapel besucht. Nach seiner Landung in der Früh begab sich der Papst zunächst in das Marienheiligtum von Pompeji. Dort kniete er vor dem Grab des Heiligtumsgründers und Juristen Bartolo Longo (1841-1926). Anschließend begrüßte der Pontifex im Inneren des Heiligtums persönlich zahlreiche Kranke sowie Menschen mit Behinderungen und deren Begleitpersonen.
Nach Angaben des Vatikans befanden sich rund 400 Kranke im Heiligtum. In Pompeji feierte der Papst zudem eine Messe. Dabei rief er zu einem überzeugten Einsatz für Familie und Frieden auf. Die Familie leide unter der Schwächung der ehelichen Bindung, während der Frieden durch internationale Spannungen und eine Wirtschaft bedroht werde, "die den Waffenhandel dem Respekt vor dem menschlichen Leben vorzieht", sagte der Papst.
Papst-Appell: "Sich nicht an Bilder von Tod und Gewalt gewöhnen"
Die weiterhin in vielen Teilen der Welt geführten Kriege verlangten ein erneuertes Engagement "nicht nur wirtschaftlicher und politischer, sondern auch geistlicher und religiöser Art". Frieden entstehe "im Herzen des Menschen", betonte Leo XIV. Zugleich warnte er davor, sich an die täglichen Bilder von Tod und Gewalt zu gewöhnen.
Der Papst betete für Frieden und Versöhnung. Gott möge "die Herzen berühren, Hass und brudermörderische Feindschaft besänftigen und jene erleuchten, die besondere Verantwortung in der Regierung tragen". "Keine irdische Macht wird die Welt retten, sondern allein die göttliche Kraft der Liebe", sagte Leo XIV.
Ansprache des Papstes in der Kathedrale von Neapel
Der 8. Mai markiert sowohl den Jahrestag der Wahl Leos XIV. zum Papst als auch den Gedenktag der Rosenkranzmadonna, die in Pompeji besonders verehrt wird. Zahlreiche kirchliche Einrichtungen in der Stadt gehen auf Longo zurück, den Leo XIV. im vergangenen Oktober heiligsprach.
Am Nachmittag reiste der 70-jährige Papst weiter nach Neapel, wo Treffen mit Geistlichen und politischen Vertretern auf dem Programm standen. In der Kathedrale Neapels rief der Pontifex den Klerus und die Bürger zu Zusammenhalt, sozialem Engagement und einer missionarischen Kirche auf. Neapel sei "eine Stadt der tausend Farben", in der sich Tradition und Moderne, Volksfrömmigkeit und soziale Probleme begegneten, sagte der Papst bei einem Treffen mit der Diözesangemeinschaft im Dom. Er forderte die Gläubigen auf, einander zuzuhören und zu einer missionarischen Seelsorge zu gelangen, die das konkrete Leben der Menschen unterstütze.
In einer Stadt, die von Ungleichheit, Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbrüchen und familiären Problemen geprägt sei, könne die Verkündigung des Evangeliums nicht von einer konkreten und solidarischen Präsenz getrennt werden, sagte der Papst weiter. Die Kirche müsse Wege entwickeln, die Menschen die Erfahrung des Evangeliums näherbrächten und Impulse zur Erneuerung der Stadt geben. Zugleich ermutigte der Papst die Bürger, sich nicht entmutigen zu lassen. Sie seien dazu berufen, auch in dunklen Zeiten Hoffnung und Zukunft zu säen.
Offene Kritik an Trump
Für Aufsehen hat der aus den USA stammende Papst Leo bisher vor allem mit klarer Kritik am Kurs von US-Präsident Donald Trump gesorgt, der entsprechend scharf reagierte. Anders als sein Vorgänger Franziskus nimmt er gewisse päpstliche Privilegien in Anspruch. So fährt er regelmäßig in die Sommerresidenz Castel Gandolfo vor den Toren Roms und wohnt im Apostolischen Palast. Bei innerkirchlichen Reformfragen wie der Ernennung von Frauen zur Diakonin oder Segnungsfeiern für schwule Paare bremst er.
Als Papst ist Leo, mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, Führungsfigur für weltweit 1,4 Milliarden Katholiken. Zugleich ist er Oberhaupt des Vatikans als kleinstem Staat der Welt mit nicht einmal 1.000 Einwohnern.
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