Verheerender Erdrutsch
Tödliches Zugunglück in Deutschland: Starkregen als Ursache
Aktualisiert:
von JOYN NewsBild: APA/dpa/Thomas Warnack
Mindestens drei Menschen starben am Sonntagabend bei einem Zugunglück in Deutschland. Laut Polizei war ein Unwetter mit Starkregen die Ursache.
Das Wichtigste in Kürze
Bei einem Zugunglück in Baden-Württemberg starben mindestens drei Menschen, darunter der Lokführer und eine 70-jährige Mitfahrerin, rund 41 weitere wurden verletzt. Etwa 100 Fahrgäste waren an Bord.
Starke Regenfälle führten laut Polizei zu einem Erdrutsch am Bahndamm, über den der Zug fuhr und daraufhin entgleiste.
"Große Kräfte waren am Werk"
"Das Wasser löste einen Erdrutsch im Böschungsbereich zu den Gleisen hin aus, was wiederum wohl die Entgleisung verursachte", teilten die zuständigen Ermittler am Montag mit. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.
"Man sieht auch in der Botanik drumherum, dass da sehr große Kräfte am Werk waren", sagt Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller.
Drei Tote bei Unglück
Bei dem Unglück am Sonntag starben nach Angaben der Ermittlern drei Menschen, mindestens 41 Menschen wurden verletzt. Unter den Toten ist nach Polizeiangaben neben dem 32 Jahre alten Lokführer auch ein 36 Jahre alter Auszubildender.
Zudem wurde eine 70-Jährige Zuginsassin bei dem Unglück am Sonntag tödlich verletzt, wie ein Polizeisprecher am Montag vor Journalisten sagte.
Bild: APA
Zudem wurden mindestens 41 Menschen verletzt. Wie viele davon schwer verletzt wurden, war zunächst weiter unklar. Insgesamt waren etwa hundert Fahrgäste in dem Zug.
Auf APA-Anfrage hieß es aus dem Außenministerium in Wien, "dass sich unseren Informationen zufolge keine Österreicherinnen und Österreicher unter den Opfern befinden".
Nach dem Unglück haben die Ermittler den Fahrdatenschreiber aus dem Zug geborgen. Dieser müsse nun ausgewertet werden, sagte Ulms Polizeipräsident Josef Veser.
Fahrdatenschreiber bei der Bahn zeichnen in der Regel Daten beispielsweise von Triebwagen auf - wie etwa die Geschwindigkeit.
Gewitter am Sonntagabend
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zogen in den frühen Abendstunden unwetterartige Gewitter über die Region um Riedlingen. Lokal seien in kurzer Zeit 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter gefallen, sagte Meteorologe Dominik Smieskol in München.
Allerdings habe der DWD am genauen Unglücksort keine Messstation, um für dort konkrete Angaben machen zu können.
Mindestens zwei Waggons entgleist
In dem betroffenen Zug der Linie RE 55 saßen laut einem Sprecher der Bundespolizei rund 100 Menschen. Der Regionalexpress war von Sigmaringen nach Ulm unterwegs, als gegen 18.10 Uhr in der Nähe des Riedlinger Stadtteils Bechingen den Angaben zufolge mindestens zwei Waggons entgleisten. Der Unfallort liegt rund 45 Kilometer südöstlich von Ulm.
Die Leitstelle Reutlingen meldete einen sogenannten "Massenanfall von Verletzten" - das bezeichnet im Rettungswesen eine Situation, bei der eine große Zahl von Verletzten oder Erkrankten versorgt werden muss.
Am Unfallort waren laut Innenminister Strobel mehrere hundert Einsatzkräfte mit entsprechendem Gerät und sechs Rettungshubschrauber im Einsatz.
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