Joker Undav schießt DFB-Elf mit Doppelpack zum Aufstieg
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von AgenturenUndav Mann des Spiels gegen die Elfenbeinküste
Bild: APA/APA (AFP)/COLE BURSTON
Nach der 7:1-Auftaktgala gegen Curacao hat Deutschlands Fußball-Nationalteam am Samstag bei der WM wesentlich härter arbeiten müssen. In Toronto schlug die DFB-Elf die Elfenbeinküste in der Gruppe E nach Rückstand dank eines Doppelpacks von Deniz Undav (68., 94.) mit 2:1 (0:1), fixierte vorzeitig das Sechzehntelfinal-Ticket und ist auch schon Gruppensieger. Die Ivorer, die durch Franck Kessie (30.) von der Überraschung träumen durften, bleiben im Rennen um die K.o.-Phase.
"Er ist einfach ein Vollblutstürmer", schwärmte Trainer Julian Nagelsmann vom 29-jährigen Undav, der vor sechs Jahren noch in der dritten deutschen Liga gekickt hatte und nun bei acht Treffern in elf Länderspielen hält. Ein Startelfeinsatz des Stuttgart-Stürmers sei "absolut im Bereich des Möglichen", betonte Nagelsmann im Hinblick auf das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador. Die Südamerikaner kamen nicht über ein 0:0 gegen Curacao hinaus.
"Die Emotionalität heute und die Bedeutung der gesamten Gruppe" gefiel Nagelsmann am zweiten Auftritt seiner Mannschaft besonders. Bangen muss der 38-Jährige aber um Innenverteidiger Nico Schlotterbeck, der sich eine Verletzung am linken Sprunggelenk zuzog und in der Pause ausgewechselt wurde. "Er hat irgendwas im Innenband, ich weiß noch nicht, was. Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus", sagte der Bundestrainer. Schlotterbeck hatte im vergangenen Jahr fast ein halbes Jahr wegen eines Meniskusrisses im linken Knie gefehlt.
Ivorer der erwartet schwere Gegner
Vor 43.036 Zuschauern war schnell klar, dass die Afrikaner ein ganz anderes Kaliber als Curacao sind. Der personell unveränderte Vierfachweltmeister hatte zwar mehr vom Spiel und einige gute Offensivszenen wie einen tief angesetzten Köpfler von Kai Havertz, bei dem Goalie Yahia Fofana schön "tauchte" (10.), oder einen Schuss Jamal Musialas knapp am langen Eck vorbei (18.). Die Elfenbeinküste hielt aber stark dagegen und machte den Deutschen mit Zweikampfstärke und guter Balance im Defensivverhalten das Leben schwer.
Nach der Trinkpause strahlten die Westafrikaner auch selbst mehr Gefahr aus und nützten einen Umschaltmoment ideal. Routinier Kessie, einst beim FC Barcelona und AC Milan aktiv, musste nach Vorarbeit von Yan Diomande und einem geblockten Versuch Amad Diallos nur noch abstauben. Manuel Neuer, mit 21 WM-Einsätzen nun Rekordhalter auf dem Tormannsektor, war geschlagen. Die beste Ausgleichschance fand sich vor der Pause durch Florian Wirtz, der in guter Position keinen ordentlichen Abschluss mehr zustande brachte (45.+7).
Wechsel brachten neuen Schwung in DFB-Elf
Nach Seitenwechsel wurde Musiala geblockt (48.), sein Team musste sich glücklich schätzen, dass zwei Ballverluste nicht zu Gegentreffern führten: Einmal verschoss Kessie (50.), wenig später Christ Oulai (51.). Schwarz-Rot-Gold hatte stetige Probleme mit den dynamischen Vorstößen des Gegners, der in dieser Phase dominierte. Zur Stundenfrist kamen Undav, Jamie Leweling und Nadiem Amiri ins deutsche Spiel, die Gegenwehr wuchs. Sieben Minuten später war Undav erstmals zur Stelle.
Richtig nachsetzen konnte Deutschland aber nicht, wurde im letzten Drittel weiter kaum gefährlich. Die Elfenbeinküste, bisher noch nie über eine WM-Gruppenphase hinausgekommen, ermüdete zwar sichtlich, kämpfte aber weiter aufopferungsvoll und verpasste im Finish die Riesenchance auf die neuerliche Führung, weil der alleinstehende Simon Adingra viel zu zögerlich agierte (88.). Auf der Gegenseite verhinderte Fofana mit einer weiteren starken Parade bei einem Schuss von Nathaniel Brown den zweiten deutschen Treffer (89.), war in der Nachspielzeit dann aber beim dritten Undav-Treffer dieser WM doch geschlagen.
"Ich stehe richtig, versuche, mein Selbstbewusstsein auf den Platz zu bringen. Ich weiß, dass ich in jedem Spiel treffen kann. Es gibt keine Nervosität. Die Mannschaft macht mir das einfach, einfach nur Gas zu geben. Das war ein ganz wichtiger Sieg", sagte der Matchwinner. Sein Teamchef gab den Euphoriebremser. "Beide wollten gewinnen, wir vielleicht einen Tick mehr als der Gegner. Wir brauchen nicht von Weltspitze sprechen. Vor drei Wochen war ja noch alles in Schutt und Asche."
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