1:1 im Schlager zwischen Brasilien und Marokko

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von Agenturen

Brasilien konnte sich auf Vinicius Junior verlassen

Bild: APA/APA/AFP/JEWEL SAMAD


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Der erste Schlager der Fußball-WM in Nordamerika hat mit einer Punkteteilung geendet. Rekordweltmeister Brasilien und Marokko, WM-Halbfinalist von 2022 und aktueller Afrika-Meister, trennten sich am Samstag mit einem 1:1 (1:1). Im WM-Finalstadion in East Rutherford vor den Toren von New York brachte Ismael Saibari (21.) die in der ersten Hälfte überlegenen Marokkaner in Führung, Stürmerstar Vinicius Junior (32.) bewahrte den fünffachen Weltmeister vor einem Fehlstart.

Ohne Altmeister Neymar, der wegen einer Wadenverletzung länger auszufallen droht, geriet Brasilien zu Beginn stark unter Druck. Marokko ließ Ball und Gegner laufen, die größte Chance der ersten Viertelstunde hatte aber die Selecao. Nach einer Vinicius-Flanke kam Thiago am Torraum völlig frei zum Kopfball, traf den Ball aber nicht richtig (14.). Saibari machte es besser. Brahim Diaz schickte mit einem perfekten, tiefen Pass durch die Mitte den Offensivspieler von PSV Eindhoven, der den aus dem Tor geeilten Torhüter Alisson aus 18 Metern überhob.

Ausgleich durch Vinicius

Marokko setzte nach und machte Druck. Die Mannschaft von Carlos Ancelotti wankte, kam aber dank der Klasse von Real-Madrid-Stürmer Vinicius Junior zum Ausgleich. Der Weltfußballer von 2024 traf nach einem Haken ins lange Eck. Mit einem spektakulären Abschluss hätte Lucas Paqueta in der Nachspielzeit beinahe noch für eine brasilianische Pausenführung gesorgt, Torhüter Yassine Bounou konnte aber parieren.

"Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Die Mannschaft war etwas nervös, wir haben zu oft den Ball und zu viele Zweikämpfe verloren. Die erste Halbzeit war nicht gut. In der zweiten Halbzeit wurde es besser", sagte Ancelotti. Mit zwei neuen Kräften auf der rechten Seite bekam sein Team nach der Pause das Spiel in den Griff und ließ bis in die Nachspielzeit keine gefährliche Offensivaktion der Marokkaner mehr zu.

Brasilien war dem Siegestor deutlich näher. Thiago (52.), Raphinha (78.) und Danilo Santos (93.) scheiterten an Bounou, der in der 83. Minute auch rechtzeitig vor Raphinha weit vor dem Tor klärte. In der 99. Minute vergab auch Marokko noch zweimal den Matchball, Alisson parierte einen Weitschuss von Neil Al Aynaoui und den Nachschuss von Ayoube Amaimouni.

Ancelotti zwiespältig, Zweifel in den Medien

"Ich bin vom Ergebnis nicht enttäuscht, aber auch nicht zufrieden", erklärte Ancelotti. "Wir müssen besser werden", räumte Vinicius Junior offen ein. Das sahen sie auch in der Heimat so. Das Unentschieden habe die Zweifel verstärkt, die das Nationalteam schon vor dem Turnier umgeben hätten, schrieb die Tageszeitung "O Globo". Von einem "schmucklosen" Remis war in den brasilianischen Medien zudem zu lesen. Die Selecao habe leiden müssen. "Brasilien hat den Samba im Hotel gelassen", urteilte die argentinische Zeitung "Pagina12". Häme aus dem Land des Erzrivalen gab es also auch schon.

Bei Marokko überwog dagegen das Positive. "Wir haben unentschieden gespielt, wir sind zufrieden. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber ich bin trotzdem nicht traurig", sagte Marokkos Teamchef Mohamed Ouahbi. "Worauf ich wirklich stolz bin, ist, dass wir mutig genug sind, auch unter Druck den Ball zu fordern. Das ist eine unserer großen Stärken." Ouahbi setzte sich große Ziele. "Wir sind zuversichtlich, was die Zukunft des marokkanischen Fußballs angeht. Ich will über das Halbfinale hinauskommen", erklärte der Trainer der Marokkaner, die vor vier Jahren mit dem Halbfinal-Einzug die Sensation des Turniers in Katar waren.

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