Behörden schließen Café in Teheran wegen "Satanismus"

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von Agenturen

Valiasr-Platz in Nähe des geschlossenen Cafés (Archivbild)

Bild: APA/APA/AFP/-


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Iranische Behörden haben laut Medienberichten ein Café im Zentrum Teherans wegen der Förderung "satanistischer" Aktivitäten geschlossen. Das Lokal an der bekannten Valiasr-Straße habe Veranstaltungen mit Musik westlichen Stils organisiert, die einen Rahmen für "abnormes Verhalten" geboten hätten. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur Fars am Sonntag. Im Iran kann Tanzen als "unanständige" Handlung bestraft werden, Musik unterliegt strengen Zensurregeln.

Die Polizei habe Gästen des Cafés "satanistische Bewegungen" vorgeworfen, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Ein von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreitetes Video ohne Ton zeigte einen voll besetzten Raum, in dem Musiker Gitarre spielen, während einige Gäste offenbar im Takt der Musik mit dem Kopf nicken.

Gemäß der iranischen Verfassung können "unanständige" Handlungen in der Öffentlichkeit bestraft werden. Dazu zählt auch das Tanzen in der Öffentlichkeit. Die Musikerin Bahar Roshanai beschreibt, dass bei Konzerten im Iran Aufsichtspersonen im Publikum darüber wachen, dass niemand sich rhythmisch zur Musik bewegt oder gar tanzt.

Immer wieder Vorwürfe des "Satanismus"

Im Iran werfen Behörden immer wieder Musikgruppen und ihren Anhängern Satanismus vor. Die Vorwürfe sind besonders häufig gegen Heavy-Metal-Bands gerichtet. "Heavy Metal" bedeutet auf Englisch "Schwermetall" und bezeichnet ein Subgenre der Rockmusik.

Infolge der islamischen Revolution im Jahr 1979 wurde diese Musikart im Iran im Rahmen strenger Blasphemiegesetze verboten. Der Islamwissenschaftler Alireza Doostdar schreibt über den Iran: "Konservative und rechtsgerichtete Kreise stellen Rock- und Heavy-Metal-Musik seit langem als Ausdruck einer kulturellen Verunreinigung durch den Westen dar, manchmal sogar als "Satanismus"". Infolgedessen gehen iranische Behörden immer wieder mit Razzien und Festnahmen gegen Versammlungen oder Netzwerke vor, denen sie die Förderung von Satanismus vorwerfen.

Beispielsweise musste die iranische Band "Arsames" 2020 aus dem Iran fliehen. Auslöser für die Flucht war eine 15-jährige Gefängnisstrafe, die der Gruppe für die Verbreitung satanistischer Musik drohte. Damals äußerte sich die Gruppe in den sozialen Medien: "Ist es ein Verbrechen, dass wir Musik und unser Land lieben?" Einige Jahre später, im Mai 2024, nahmen iranische Behörden sogar 261 Menschen bei einem angeblichen "Satanistentreffen" fest. Bei der Razzia seien laut iranischen Medien auch Alkohol, der im Iran verboten ist, und psychedelische Drogen gefunden worden.

Heavy-Metal-Musik aus dem Iran

Trotzdem machen Heavy-Metal-Bands weiterhin Musik und geben manchmal sogar mit offizieller Genehmigung Konzerte. Als Beispiel dafür nennt Doostdar den Musiker Farshid Arabi, "die älteste und bekannteste Stimme des iranischen Heavy Metal". Arabi soll vier vom iranischen Kulturministerium genehmigte Alben veröffentlicht und Live-Auftritte von beachtlicher Größe veranstaltet haben.

Inspiriert wurde die Heavy-Metal-Szene im Iran von westlicher Rockmusik. Doostdar beschreibt westliche Rockmusik im Iran als "so allgegenwärtig", dass es ohne dieses Musikgenre unmöglich wäre, "die iranische Musik der Nachrevolution zu verstehen". Dabei vermischt Heavy-Metal-Musik aus dem Iran oftmals heimische oder islamische Traditionen mit westlichen Elementen. Manche Bands würden sogar "Texte aus der persischen Sufi-Dichtung zu Rock- und Metal-Melodien" singen, ergänzt Doostdar.

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