Die Geschichte des Sports

Fußball als Comic: Graphic Novel beleuchtet Macht, Mythen und Millionen

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von Quelle: APA, JOYN News

Gerade rechtzeitig zur Fußball-WM erschienen

Bild: APA/APA/Splitter Verlag


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Pünktlich zur Fußball-WM erscheint eine Graphic Novel, die den Sport neu erzählt – von antiken Ursprüngen bis zur globalen Bühne, politisch klug und visuell packend.

Pünktlich zur laufenden Fußball-WM ist eine besondere Neuerscheinung erschienen: "Eine kurze Geschichte des Fußballs" erzähle die Entwicklung des weltweit beliebtesten Sports als Graphic Novel. Die Autoren Jean‑Christophe Deveney, Mickaël Correia und Zeichner Lelio Bonaccorso wollten darin nicht nur Tore und Triumphe zeigen, sondern auch die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte, die den Fußball von Beginn an begleitet hätten.

Die lange Geschichte des Sports

Die Reise reicht weit in die Vergangenheit zurück. Hinweise auf frühe Spielformen finden sich bereits in der Antike. Besonders drastisch wird der mittelalterliche "Folk Football" geschildert, bei dem ganze Dörfer in teils brutalen Massenspielen aufeinandergeprallt sind. Die entscheidende Wende hin zum regelbasierten Fußball verortet das Buch auf den britischen Inseln, wo aus dem anarchischen Volksvergnügen zunächst ein Zeitvertreib der Oberschicht und später ein Massenphänomen der Arbeiterklasse geworden ist – nicht zuletzt, weil Fabrikherren darin ein Ventil für soziale Spannungen gesehen haben.

Von Frauenfußball bis Kommerzialisierung

Die Graphic Novel zeichnet den Fußball konsequent im Spiegel seiner Zeit. Der frühe Frauenfußball, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbstbewusst aufgetreten ist und später wieder verdrängt wurde, wird ebenso thematisiert wie die Entstehung des Profifußballs und die zunehmende Kommerzialisierung. Historische Episoden wie das österreichische Wunderteam und das Schicksal von Matthias Sindelar nach dem "Anschluss", der Umgang der UdSSR mit unangepassten Spielern oder die Bedeutung des Sports in Afrika und Südamerika nehmen breiten Raum ein. Auch politisch aufgeladene Momente – etwa der Einfluss ägyptischer Ultras auf den Arabischen Frühling – finden Eingang.

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Und heute?

Erstaunlich zurückhaltend bleibt das Buch jedoch bei der Analyse der heutigen Milliardenindustrie und der Machtstrukturen rund um FIFA und internationale Topklubs. Zwar greift das Werk aktuelle Debatten auf, etwa einen Skandal im spanischen Fußballverband nach der Frauen-WM, doch eine vertiefte Auseinandersetzung mit den jüngsten Weltmeisterschaften fehlt weitgehend. Eine künftige, aktualisierte Ausgabe könnte diese Lücke schließen – gewissermaßen in der Nachspielzeit.

Service:
"Eine kurze Geschichte des Fußballs" von Jean‑Christophe Deveney, Mickaël Correia und Lelio Bonaccorso, Übersetzung: Harald Sachse, Splitter Verlag, 144 Seiten, 25,70 Euro.

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