Entspannte Verkehrslage unmittelbar vor Brenner-Demo
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von AgenturenDer Verkehrsbelastung am Brenner wird bei der Demo heftig kritisiert
Bild: APA/APA/THEMENBILD/EXPA/ JOHANN GRODER
Kurz vor der Totalsperre des Brennerkorridors aufgrund der Demo ebendort hat sich die Verkehrslage Samstagfrüh in Tirol als sehr ruhig dargestellt. "Alles sehr entspannt. Es ist viel weniger Verkehr als an normalen Samstagen", meinte ein Sprecher der Verkehrsabteilung der Polizei gegenüber APA zur Situation auf der Brennerautobahn (A13). Auch in "Rest-Österreich" galt laut ÖAMTC: Überraschend ruhige und unspektakuläre Lage.
Vorerst scheint es somit, dass sich Urlauber bzw. Durchreisende die Warnungen und Appelle der Behörden zu Herzen genommen haben. Sie dürften entweder auf eine Fahrt am Samstag gänzlich verzichten oder diese vor- bzw. nach hinten verlegt haben. Den zu großflächigen Umfahrungen des Bundeslandes bzw. der Nord-Süd-Verbindung, eine der meistbefahrenen Transitstrecken Europas, - wie ebenfalls empfohlen - kam es zumindest vorerst nicht. Um 11.00 Uhr wird die Brennerautobahn (A13) zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner bis 19.00 Uhr jedenfalls gesperrt werden, der Brennerkorridor ist dann buchstäblich "zu".
Es gibt keine Ausweichmöglichkeiten. Denn auch die Brennerstraße (B182), die Ellbögener Straße (L38) und die Stubaitalstraße (B183) werden für den Durchzugsverkehr gesperrt und nur für den Ziel- und Quellverkehr geöffnet. Die "großen Brummer" verkehrten Samstagvormittag ohnehin nicht mehr: Denn für Transit-Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen galt das Fahrverbot auf der Nord-Süd-Strecke über den Brenner bereits ab 9.00 Uhr für das gesamte Bundesland. Auch auf Südtiroler Seite wird die Brennerautobahn (A22) in Fahrtrichtung Norden ab Sterzing gesperrt werden. Im Vorfeld der Demo war allenthalben ein Verkehrschaos dies- und jenseits des Brenners befürchtet worden. Auch eine Überlastung der möglichen Ausweichrouten - etwa über die Tauernautobahn (A10) - wurde für möglich gehalten.
Beim ÖAMTC ist man "glücklich und freudig überrascht"
Doch dazu kam es - zumindest vorerst - nicht. Man sei "glücklich und freudig überrascht", erklärte ein Sprecher des ÖAMTC gegenüber der APA, nachdem man sich ein Bild des Reiseverkehrs in ganz Österreich gemacht habe. Es sei fast nicht zu glauben, wurde unumwunden eingeräumt und man verwies darauf, dass es sich dieses Wochenende eigentlich um eine Urlauberschichtwechsel-Wochenende handle. Ob Tauernautobahn, Pyhrn-Autobahn (A9) oder Fernpass - überall sei es "sehr ruhig", es fließe der Verkehr, von Staus keine Spur. Der ÖAMTC-Stauberater habe ihm gegenüber angegeben, eine derartige Situation etwa auf der Tauernautobahn bisher noch nie erlebt zu haben. Ja, man könne sogar feststellen: Man verzeichne auf allen wesentlichen Routen deutlich weniger Verkehr, als es selbst ohne Brenner-Sperre gegeben hätte. "Es freut uns, dass sich die Menschen derartig verhalten und auf die Warnungen und Appelle gehört haben. Und es zeigt, dass die Verantwortlichen eine sehr gute Arbeit geleistet haben. Man kann sich auf die Schulter klopfen", so der Sprecher des Mobilitätsclubs. Abzuwarten bleibe aber klarerweise, ob sich der normalerweise enorme Reiseverkehr nicht doch nach Aufhebung der Sperre noch bemerkbar machen werde.
Versammlung von 13.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Land Tirol, Polizei, Asfinag und weitere Organisationen befanden sich am Samstag in Tirol jedenfalls ungeachtet dessen im Großeinsatz. Die Verantwortlichen hatten Ende April ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Man sprach angesichts der Sperren von einschneidenden Maßnahmen, die es in dieser Intensität in Tirol noch nie gegeben habe.
Die Kundgebung bzw. Bürgerversammlung wird indes um 13.00 Uhr direkt auf der A13 bzw. der Autobahnauffahrt bzw. -abfahrt in Matrei am Brenner (Bezirk Innsbruck-Land) beginnen und bis 16.30 Uhr andauern. Die Blockade, die zu deutlicher politischer Kritik vor allem aus Bayern und Südtirol führte, war vom Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, als Privatperson vor allem wegen der überbordenden Verkehrsbelastung beantragt worden. Auf die Belastung der Bevölkerung, die bereits das erträgliche Maß überschritten habe, wollen Mühlsteiger und seine Bürgermeisterkollegen im Wipptal bei der Demonstration aufmerksam machen.
Gurgiser-Kritik an Demo-Organisatoren
Kritik an den Demo-Organisatoren kam unterdessen von Tirols oberstem Anti-Transitkämpfer, Transitforum Austria-Tirol-Obmann Fritz Gurgiser. "Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit kann man gebrauchen oder missbrauchen. Hier wird die Bevölkerung des Wipptals klar missbraucht", meinte dieser zur "Tiroler Tageszeitung" (Samstagsausgabe). Es handle sich nicht um eine Bürger-Versammlung, sondern um eine "politische Verkehrsblockade". Im Gegensatz zu seinen eigenen Initiativen würde diese Demo Nachbarregionen belasten und keine wirklichen Lösungen aufzeigen. Deshalb unterstütze das Transitforum die Blockade auch nicht. Gurgiser und sein Transitforum hatten zuletzt Ende September 2012 auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Schwaz und Vomp eine Bürgerversammlung abgehalten.
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