Hermann-Gmeiner-Park in Wiener City wird umbenannt
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von AgenturenAuch Gmeiner-Denkmal im Park entfernt
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Der Hermann-Gmeiner-Park im Wiener Bezirk Innere Stadt wird - nach den im Vorjahr aufgetauchten Missbrauchsvorwürfen gegen den 1986 gestorbenen Gründer der SOS-Kinderdörfer - nun umbenannt. Das hat der Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft einstimmig beschlossen, teilte die zuständige Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) am Mittwoch in einer Aussendung mit. Künftig wird die Anlage am Börseplatz den Namen Börsepark tragen.
"Wir haben auf die neuen Erkenntnisse und die damit verbundenen schwerwiegenden Vorwürfe rasch reagiert und zugleich eine Lösung gefunden, die breit getragen wird", erläuterte Kaup-Hasler zu dem einstimmigen Beschluss über die Fraktionsgrenzen hinweg. Mit der neuen Bezeichnung sei ein Name gewählt worden, der sich am stadträumlichen Kontext orientiert und eine klare Zuordnung im Wiener Stadtgefüge ermöglicht. Der Vorschlag hatte bereits auf Bezirksebene breite Zustimmung gefunden und wurde in den weiteren Abstimmungen auf Stadtebene mitgetragen, wodurch das Verfahren ohne Verzögerungen abgeschlossen werden konnte, hieß es in der Aussendung.
Gmeiner-Büste im Park entfernt
Auch die Entfernung der im Park befindlichen Büste Hermann Gmeiners war bereits durch Kaup-Hasler veranlasst worden. "Gerade bei Fragen der Erinnerungskultur braucht es einen verantwortungsvollen und sensiblen Zugang. Dazu gehört auch, aktuelle Erkenntnisse ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln und unsere Gesellschaft so zu gestalten, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen konsequent mitgedacht wird", betonte die Stadträtin.
Die ersten Missbrauchsvorwürfe gegen Gmeiner hatte SOS-Kinderdorf Ende Oktober 2025 selbst veröffentlicht. Demnach waren in den Jahren 2013 bis 2023 bei der Opferschutzkommission rund 200 Meldungen eingegangen, acht davon betrafen Gmeiner. Hier gaben Personen plausibel an, von Gmeiner sexuelle Gewalt erlitten zu haben und wurden seitens SOS-Kinderdorf mit bis zu 25.000 Euro und der Übernahme von Therapiestunden entschädigt. Anfang März dieses Jahres wurden via der Wochenzeitung "Falter" weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer von SOS-Kinderdorf bekannt.
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