Israel meldet Einnahme der Burg Beaufort im Südlibanon

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von Agenturen

Soldaten hissten am Sonntag die israelische Flagge über der Burg

Bild: APA/APA/AFP/-


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Israels Armee hat nach eigenen Angaben ihren Einsatz im Südlibanon ausgeweitet und im Rahmen einer Bodenoffensive die Burg Beaufort eingenommen. Israelische Soldaten seien "auf den Gipfel von Beaufort zurückgekehrt und haben dort erneut die israelische Flagge gehisst", erklärte Verteidigungsminister Israel Katz am Sonntag im Onlinedienst Telegram. Zugleich riefen die israelischen Streitkräfte zur Evakuierung sämtlicher libanesischer Gebiete südlich des Flusses Sahrani auf.

Die mittelalterliche Kreuzritterburg Beaufort ist aufgrund ihrer Lage mit Blick über weite Teile des Südlibanon ein strategisch wichtiger Punkt. Rund um die Festung war am Sonntag Artilleriefeuer zu hören, Rauch stieg auf. Die Burg war bereits in einem früheren Libanon-Krieg im Jahr 1982 Schauplatz von Kämpfen. Sie wurde damals von der israelischen Armee unter großen Verlusten eingenommen. Bis zu ihrem Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 nutzten israelische Truppen die Burg als Stützpunkt, dann sprengten sie den Außenposten Beaufort. Die israelische Besatzung der Festung kam 2007 mit dem Kriegsfilm "Beaufort" in die Kinos.

Israel weitet Einsatz im Libanon aus

Verteidigungsminister Katz sagte, die israelische Armee habe unter Führung von Regierungschef Benjamin Netanyahu "ihren Einsatz im Libanon ausgeweitet, den Fluss Litani überquert und die Beaufort-Höhe eingenommen". Dies diene der Verteidigung der Ortschaften in Galiläa im Norden Israels und der Sicherheit israelischer Soldaten.

Zugleich rief die israelische Armee die Bewohner aller libanesischen Gebiete südlich des Flusses Sahrani dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Bewohner des südlichen Libanon, Sie müssen sich sofort nördlich des Sahrani begeben", erklärte der arabischsprachige Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst X. Israel verstärke seine Operationen gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz, hieß es zur Begründung. Eine solch umfassende Fluchtaufforderung hatte es zuletzt kurz vor Beginn der Waffenruhe Mitte April gegeben.

Die israelische Armee meldete unterdessen erneut Beschuss aus dem Libanon und den Tod eines weiteren Soldaten im Südlibanon. In Nordisrael heulten mehrfach die Warnsirenen. Ein 21-jähriger Unteroffizier sei am Samstag von einer Sprengstoffdrohne der Hisbollah getötet worden, erklärte ein Armeesprecher. Seit Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah am 2. März wurden nach israelischen Angaben 25 Israelis getötet, darunter 24 Soldaten und ein ziviler Auftragnehmer. Auf libanesischer Seite sind laut Behördenangaben bereits mehr als 3.000 Menschen getötet worden.

Libanons Ministerpräsident: "Versuch, Geschichte auszuradieren"

Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam warf Israel vor, den südlichen Libanon weitreichend zu zerstören. Israels Angriffe seien ein "Versuch, die Geschichte auszuradieren", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur NNA zufolge. Die Kosten des Kriegs seien für die Libanesen immens. Das Land dürfe nicht zum "Faustpfand" in regionalen Konflikten werden.

Die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon hat sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israel und die libanesische Regierung - die keine Konfliktpartei ist - hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel jedoch ab. Der Krieg geht seitdem weiter.

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