Rund 7,3 Mio. Wahlberechtigte

Knesset-Wahl in Israel hat begonnen

Aktualisiert:

von Quelle: APA, JOYN News

Guten Morgen Österreich 06:30

Poltikwissenschafter zur Wahl in Israel

Videoclip • 06:06 Min


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In Israel hat die Wahl eines neuen Parlaments begonnen. Rund 7,3 Mio. Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der 26. Knesset zu bestimmen. Angesichts der tiefen gesellschaftlichen Spaltung und der zunehmenden internationalen Isolation Israels gilt die Wahl als Weichenstellung für die Zukunft des Landes. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Ministerpräsident Benjamin Netanyahu an der Macht bleiben kann.

Sein rechtsreligiöses Lager umfasst neben dem Likud ultrareligiöse Parteien sowie rechtsextreme Kräfte. Wichtigster Herausforderer ist der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot mit seiner Mitte-Partei Yashar (hebräisch für "geradeaus"). Er will Netanyahu mit einem politisch heterogenen Oppositionslager ablösen.

Es ist die erste Wahl seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg. Netanyahu will bis heute keine persönliche Verantwortung für das Versagen bei der Abwehr des Hamas-Angriffs übernehmen. Zehntausende im Ausland lebende Israelis sind eigens zur Stimmabgabe in ihre Heimat zurückgeflogen.


Gedenken an Hamas-Opfer

Angehörige erinnerten mit einer Schweigeminute an die Opfer des Hamas-Massakers. Die Angehörigen, darunter auch Familienmitglieder ehemaliger israelischer Geiseln, versammelten sich auf dem sogenannten Geiselplatz in Tel Aviv und hielten um 06.29 Uhr Ortszeit (05.29 MEZ) inne - genau zu der Uhrzeit, zu der 2023 der Hamas-Angriff auf Israel begonnen hatte.

Einav Zangauker, Mutter der freigelassenen Geisel Matan Zangauker, sagte auf dem Platz: "1.200 Menschen wurden ermordet und sind gefallen, 251 wurden an diesem schrecklichen Tag entführt. Denkt an sie an der Wahlurne, darum geht es am heutigen Wahltag - geht wählen, damit das Versagen sich nicht wiederholt, damit wir wissen, was passiert ist und wer die Verantwortung trägt, damit wir endlich anfangen können, die Schäden aufzuarbeiten und (das Land) wiederaufzubauen."

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Knappes Rennen in Umfragen, Pattsituation möglich

Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Zwar lag Eisenkots Partei zuletzt vor dem Likud, doch entscheidend ist, welches Lager eine Mehrheit organisieren kann. Eine Pattsituation ist nicht ausgeschlossen. Auch kleinere Parteien könnten ausschlaggebend sein. Die Sperrklausel liegt bei 3,25 Prozent, für eine absolute Mehrheit sind 61 Mandate nötig. Denkbar ist auch eine Minderheitsregierung der Opposition mit Unterstützung arabischer Parteien. Insgesamt treten 37 Listen an, von denen laut Umfragen nur etwa ein Drittel ins Parlament einziehen dürfte.

Landesweit sind rund 12.000 Wahllokale eingerichtet. Die meisten sind von 6.00 bis 21.00 Uhr MEZ geöffnet. Unmittelbar danach werden erste Prognosen erwartet. Mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet. Die offiziellen Ergebnisse sollen dann acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden. Anschließend beauftragt Präsident Izchak Herzog jenen Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem die besten Chancen eingeräumt werden. Dieser hat zunächst vier Wochen Zeit, eine Koalition zu schmieden.

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