Libanon meldet weitere Tote und Angriffe Israels
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von AgenturenIsraels Armee attackierte ein Fahrzeug im Libanon mit Drohnen
Bild: APA/APA/AFP/FADEL ITANI
Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Behördenangaben mindestens acht Menschen getötet worden. Bei einem Angriff nahe der Küstenstadt Tyrus seien sechs Menschen getötet worden, meldete das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch. Israels Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht dazu. Bei einem weiteren Angriff wurden dem Ministerium zufolge zwei Sanitäter getötet. Ein weiterer sei schwer verletzt worden.
Das Ministerium verurteilte den Angriff als "barbarisches Vorgehen" Israels. Israels Militär teilte mit, den Fall zu prüfen. In der Vergangenheit hat die israelische Armee der Hisbollah immer wieder vorgeworfen, Gesundheitseinrichtungen als Schutz zu missbrauchen. Die libanesischen Behörden weisen das zurück.
Libanesische Sicherheitskreise berichteten darüber hinaus von Dutzenden Angriffen im Raum der Küstenstadt Tyrus und im Raum von Nabatieh. Auf einer Straße wenige Kilometer südlich der Hauptstadt Beirut kam es nach Angaben von Augenzeugen zu einem Drohnenangriff. Laut Sicherheitskreisen soll dabei ein Hisbollah-Mitglied angegriffen worden sein. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe dem Bericht nach.
Neuer Fluchtaufruf an Bewohner im Südlibanon
Israels Armee forderte im Laufe des Tages vor neuen Angriffen im Südlibanon die Einwohner einiger Orte dort dazu auf, sich mindestens 1.000 Meter zu entfernen. Die Bewohner weiterer Dörfer und Städte rief das israelische Militär außerdem dazu auf, sich nördlich des Sahrani-Flusses, der etwa 40 Kilometer nördlich der israelischen Grenze verläuft, zu begeben. Die Armee will in allen Orten eigenen Angaben zufolge gegen die Hisbollah vorgehen.
Nach einer einige Stunden andauernden Ruhephase im Norden Israels in der Nacht meldete Israels Armee am Vormittag erneut ein "verdächtiges Flugobjekt" aus dem Nachbarland, das in den israelischen Luftraum gedrungen und dort abgefangen worden sei. In mehreren Orten in Nordisrael heulten wegen der Gefahr herunterfallender Trümmerteile bei der Abwehr des Drohnenangriffs die Warnsirenen.
Hisbollah: Angriffe auf Tel Aviv bei neuen Attacken Israels
Während laufender Verhandlungen in den USA zum Krieg im Libanon drohte die Hisbollah-Miliz indes mit Vergeltungsangriffen auf die israelischen Metropolen Tel Aviv und Haifa. Solche Attacken drohten, sollte Israel wieder Beirut und dessen Vororte sowie die Bekaa-Ebene im Libanon angreifen, sagte der Hisbollah-Funktionär Mahmud Komati dem katarischen TV-Sender Al Araby. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Montag mit neuen Angriffen im Raum Beirut gedroht, wenn die mit dem Iran verbündete Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstelle.
"Die Hisbollah akzeptiert nichts weniger als ein umfassendes Kriegsende", sagte Hisbollah-Funktionär Bilal Lakkis der Deutschen Presse-Agentur. Die schiitische Organisation werde auch nicht zulassen, dass Israels Armee sich im Libanon frei zu Land, Luft oder Wasser bewegen kann und dass Israel eine "Realität der Besatzung im Süden des Libanons" schaffen wird.
Erhoffter Abschied vom "Misserfolg über 20 Jahre"
In Washington laufen derzeit direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon. Im Zuge der US-Vermittlung war im April eine Waffenruhe verkündet worden, die formell zwischen Israel und dem Libanon gilt. Die Hisbollah, gegen die Israel im Libanon kämpft, ist aber nicht an den Gesprächen beteiligt.
Die Gespräche sollten an diesem Mittwoch fortgesetzt werden, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums mit. Ziel sei, sich von "Misserfolgen der vergangenen 20 Jahre" zu verabschieden und ein umfassendes Abkommen zur Souveränität des Libanons und zur Sicherheit Israels zu erreichen. Der libanesische Staat ist nicht Konfliktpartei im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah.
USA erwägen libanesische Armee auszubilden
Libanesischen Regierungskreisen zufolge soll es beim Treffen am Mittwoch auch um einen schrittweisen Abzug von Israels Truppen aus dem nördlichen Nachbarland, um die Stationierung der libanesischen Armee und eine Festigung der Waffenruhe gehen. Die USA erwägen, die staatliche libanesische Armee auszubilden als Teil einer angestrebten Entwaffnung der Hisbollah, wie der israelische Sender Kan unter Berufung auf eingeweihte Personen berichtete. Offiziell bestätigt sind diese Pläne nicht.
Israelische Bodentruppen waren vor einigen Tagen im Libanon nördlich des Litani-Flusses vorgedrungen, der im Konflikt als wichtige Trennlinie gilt. Die Truppen führten dort Einsätze gegen "Terror-Infrastruktur" durch, teilte Israels Armee mit. Sie habe nördlich des Flusses bisher mehr als 100 Luftangriffe geflogen und "Hunderte Waffen in Wohnhäusern" entdeckt. Am Mittwoch griff Israel mit einer Drohne auch ein Fahrzeug auf einer Schnellstraße südlich von Beirut an, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Israels Armee teilte mit, den Vorfall zu prüfen.
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