Low Traffic Grätzl: Meidling bekommt verkehrsberuhigte Zone

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von Agenturen

Das Ziel: Weniger Autos, mehr Platz für Fußgänger

Bild: APA/APA/Techt/HANS KLAUS TECHT


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Inspiriert von sogenannten "Low Traffic Neighbourhoods" in London soll es in Meidling bald Wiens erstes "Low Traffic Grätzl" geben. Als Herzstück des verkehrsberuhigten Gebiets ist eine Fußgängerzone in der Wolfganggasse geplant. Die Umsetzung startet im Herbst, bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Weitere Bezirke stehen bereits in den Startlöchern, hieß es am Donnerstag bei der Präsentation des Projekts.

"Wir kombinieren Verkehrsberuhigung mit der Schaffung neuer Aufenthaltsbereiche im öffentlichen Raum", sagte Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Das Modell erfordere kaum bauliche Maßnahmen, erklärte sie. "Daher geht's schnell und kostengünstig", so Sima.

Autos raus aus dem Wohngebiet

Im Zentrum des Projekts steht die Verkehrsberuhigung. Dazu werden Einbahnen umgedreht oder sogenannte Diagonalfilter errichtet. Das sind etwa Pflanztröge, die zur Umleitung des Verkehrs an Kreuzungen aufgestellt werden. Autos sollen mit dieser laut Sima "einfachen Methode" aus dem Wohngebiet auf Hauptstraßen umgeleitet werden, der Durchzugsverkehr werde unterbunden.

Das Projekt funktioniert nach einem Baukasten-Prinzip, angeboten wurde es jedem Wiener Bezirk. Meidling erhielt den Zuschlag als Pilotprojekt, aber weitere Stadtteile befinden sich in der Pipeline. In Mariahilf, Rudolfsheim-Fünfhaus und Alsergrund wird bereits an möglichen Konzepten gearbeitet, hieß es am Donnerstag. Die einzelnen Bezirke können aus dem Baukasten wählen und selbst entscheiden, was für sie passt und was sie umsetzen können.

Die bevorstehenden Veränderungen seien "ein großer Gewinn für die Lebensqualität", kündigte NEOS-Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner an. "Mit Maßnahmen wie Pollern, Pflanztrögen, Sitzmöglichkeiten oder Straßenbemalung reduzieren wir den KFZ-Durchzugsverkehr und machen so den öffentlichen Raum für die Menschen besser und angenehmer nutzbar."

Weniger Lärm, bessere Luft

Das Gebiet in Meidling befindet sich zwischen Längenfeldgasse, Steinbauergasse, Siebertgasse und Arndtstraße. Die neue Verkehrsorganisation soll für weniger Lärm, bessere Luft und mehr Sicherheit sorgen. Auch der Meidlinger Bezirksvorsteher Wilfried Zankl (SPÖ) versprach für das Grätzl eine Verbesserung der Lebensqualität.

"Der öffentliche Raum wird zum erweiterten Wohnzimmer", hob Saya Ahmad, SPÖ-Bezirksvorsteherin am Alsergrund, die Vorzüge des Projekts hervor. Dort ist ein "Low Traffic Grätzl" im Bereich des neuen Med-Uni-Campus geplant, in Mariahilf nördlich der Gumpendorfer Straße und in Rudolfsheim-Fünfhaus beim Schwendermarkt. "Man öffnet einen Raum, wo Leute zusammenkommen", sprach Ahmad eine soziale Komponente an. Und auch einfache Maßnahmen könnten oft eine große Wirkung erzielen, die Veränderung beginne in den Köpfen der Menschen.

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