Nachlöscharbeiten im Kärntner Lesachtal gehen weiter
Veröffentlicht:
von AgenturenGlutnester im Boden können jederzeit wieder aufflammen
Bild: APA/APA/EXPA/ JOHANN GRODER/EXPA/ JOHANN GRODER
Die Löschmannschaften im Kärntner Lesachtal sind am Montag weiter mit den Nachlöscharbeiten am Boden beschäftigt gewesen. Das werde sicher noch einige Tage so weitergehen, sagte Feuerwehrsprecher Florian Jost auf APA-Anfrage. Es gebe immer wieder Hotspots, wo plötzlich wieder Flammen auftauchen. "Es ist wichtig, dass wir ausreichend Hubschrauber vor Ort haben, um das im Keim zu ersticken."
265 Feuerwehrleute waren am fünften Tag des Löscheinsatzes im 110 Hektar großen, betroffenen Gebiet aktiv, unterstützt von fünf Hubschraubern - zwei Polizeihubschrauber, drei vom Bundesheer. Katastrophenhilfszüge aus den Bezirken Feldkirchen und St. Veit an der Glan stellten 100 der Feuerwehrleute. Fünf Bergretter waren im Einsatz, um Feuerwehrleute bei Bedarf im steilen Gelände bei Nachlöscharbeiten zu sichern. Sieben Sanitäter standen für Notfälle bereit. Am Dienstag werden die Löschmannschaften wieder teilweise ausgetauscht, es kommt der Katastrophenhilfszug aus Klagenfurt zur Unterstützung.
Feuerwehrleute zurück im Job
Weil Montag ist, mussten einige Feuerwehrleute zurück an ihre Arbeitsstellen. Das merke man und ihr Fehlen beim Einsatz auszugleichen, sei eine Herausforderung, sagte Jost. Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) hatte am Sonntag an Arbeitgeber appelliert, ihre Mitarbeiter, die bei der Feuerwehr sind, freizustellen. Das Land zahlt dafür eine Entschädigung von 200 Euro pro Tag.
Wie Maximilian Turrini von der Arbeiterkammer erklärt, besteht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung für freigestellte Feuerwehrleute bei Großschadensereignissen, wenn das Ausmaß und die Lage der Dienstfreistellung mit dem Dienstgeber vereinbart worden ist. "Es ist immer eine Vereinbarung zu treffen, um die Entgeltfortzahlung auszulösen, die Vereinbarung muss jedoch nicht für ein konkretes Großschadensereignis getroffen werden, sondern kann auch für die Zukunft getroffen werden." Ein Großschadensereignis liege vor, wenn zumindest acht Stunden durchgehend mehr als 100 Personen im Einsatz sind.
Die Sperre der Lesachtal Straße (B111) zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau bleibt weiterhin aufrecht. Das teilte die Bezirkshauptmannschaft Hermagor mit. Die Polizei führt Ermittlungen zur Brandursache.
Landwirtschaftskammer warnt vor Trockenheit
Kärntens Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber warnte am Montag vor der Gefahr durch Trockenheit. "Unsere Wälder sind derzeit trocken wie selten zuvor. Ein kleiner Funke oder eine achtlos weggeworfene Zigarette können ausreichen, um verheerende Brände auszulösen." Der Waldbrand im Lesachtal habe auf 110 Hektar Arbeit und Pflege von Generationen bäuerlicher Grundbesitzer zunichtegemacht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei von menschlicher Verursachung auszugehen. Huber dankte den Einsatzkräften, viele Feuerwehrmänner seien selbst Bauern, helfen mit eigenem Gerät und großem persönlichen Einsatz. Vollerwerbsbauern sollen für ihren Einsatz bei Großschadensereignissen aus dem Katastrophenfonds entschädigt werden, forderte der Landwirtschaftskammerpräsident.
Mehr entdecken

"Intensive Gespräche"
Wien und Niederösterreich verhandeln zu Gastpatienten

St. Pölten
So teuer ist Bier am Frequency Festival

Bezirk Wiener Neustadt
NÖ: Explosion in Pyrotechnik-Unternehmen, ein Schwerverletzter

Podcast-Interview
"How I Met Your Mother"-Star enthüllt: Darum haben die Darsteller kaum mehr Kontakt

Tipps vom ÖAMTC
Verlorenes oder beschädigtes Gepäck: Diese Rechte haben Reisende

Nahost
Trump droht Iran mit "Wirtschaftskrieg"
