Ermittlungen laufen
Neue Bombendrohungen gegen Flüge in Europa
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von Quelle: APA, JOYN NewsTreffpunkt Österreich zu Mittag
Mehrere Bombendrohungen: Wie sicher ist Fliegen noch?
Videoclip • 09:20 Min
Im Fall der am Donnerstag an den Flughafen Wien in Schwechat gesendeten Droh-E-Mails waren am Freitag weiter Ermittlungen im Gange. Geführt wurden die Erhebungen von Spezialisten des Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) Niederösterreich, hieß es seitens der Landespolizeidirektion auf Anfrage. Ansonsten hielten sich die Behörden zu der Causa bedeckt - auch aufgrund der Gefahr möglicher Nachahmungstäter. Am Freitag gab es neue Bedrohungen.
Am Freitag kam es - bereits zum dritten Mal in dieser Woche - zu einer Welle von Bombendrohungen gegen Passagierflüge in ganz Europa. Betroffen waren u.a. Italien, Portugal, Frankreich oder Tschechien. So zwang am Freitag eine Bombendrohung einen Flug der Fluggesellschaft Wizz Air von Prag nach Rom zur Umleitung nach Venedig. Das Flugzeug landete am Flughafen der Lagunenstadt, nachdem eine telefonische Warnung vor einem Sprengsatz an Bord eingegangen war. Die Polizei durchsuchte die Maschine.
Ein weiterer Sicherheitsalarm betraf am Freitagmorgen einen Flug von Rom nach Lissabon. Wie der portugiesische Nachrichtensender CNN Portugal berichtete, wurde am Flughafen der portugiesischen Hauptstadt nach der Landung einer Ryanair-Maschine eine Sicherheitsoperation eingeleitet. Die portugiesische Polizei für öffentliche Sicherheit (PSP) hatte die Drohung über einen Telefonanruf erhalten. Der Anrufer gab sich als Angehöriger einer Sicherheitsbehörde aus. Seine Identität wurde nach Angaben der portugiesischen Behörden von Beamten der Kriminalpolizei überprüft. Der spanische Außenminister erklärte unterdessen, der Kontinent sehe sich offenbar einer "hybriden Aggression und einer Form von psychologischer Kriegsführung" gegenüber.
Massive Beeinträchtigungen auch am Donnerstag
Bereits am Donnerstag hatten fingierte Drohungen den Passagierflugverkehr in Europa massiv beeinträchtigt. Auch der Flughafen Wien-Schwechat war betroffen. Einige Maschinen mussten ungeplant landen, andere wurden von Kampfflugzeugen eskortiert oder abgefangen. Dies stellt eine deutliche Eskalation gegenüber einer ersten Drohwelle am Dienstag dar. Es wurden keine Sprengsätze gefunden; alle Flugzeuge sind sicher gelandet.
Am Wiener Flughafen gingen per E-Mail Drohungen gegen vier Flüge ein. Ein Airbus A321 der Wizz Air, der von Mailand-Malpensa nach Warschau unterwegs war, musste nach einer weiteren Drohung in Wien zwischenlanden. Nach der Landung am Flughafen Wien wurden keine verdächtigen Gegenstände gefunden, die Maschine verließ den Airport noch in den Vormittagsstunden wieder. Bisher erwies sich keine Drohung als echt.
Laut der finnischen Fluggesellschaft Finnair gab es auch eine Bombendrohung gegen einen ihrer Flüge von Helsinki nach Wien. Der Flug wurde von der Linie Jettime durchgeführt und landete planmäßig in Wien. Generell sei der laufende Flugbetrieb nicht beeinträchtigt, hieß es vom Flughafen Wien auf Anfrage.
Am Donnerstag rund 20 Flüge betroffen
Bereits zum dritten Mal in dieser Woche haben falsche Bombendrohungen gegen Flugzeuge im europäischen Luftraum den Flugverkehr durcheinandergebracht. Am Donnerstag waren rund 20 Flüge betroffen, mehrere Maschinen wurden umgeleitet oder von Militärflugzeugen eskortiert. Die Drohungen richteten sich nach Angaben von Behörden und Fluggesellschaften diesmal vor allem gegen Flüge von und nach Italien, Bulgarien und Tschechien, unter anderem von Fluggesellschaften wie Ryanair, Finnair, Wizz Air und Aer Lingus. Alle Flugzeuge konnten sicher landen, Sprengsätze wurden nicht gefunden.
In einer Nachricht, die an mehrere E-Mail-Adressen des Flughafens von Sofia geschickt wurde, hieß es, es seien Sprengkörper auf mehreren Flügen und im Flughafen platziert worden. "Wir, die Kämpfer des Männerstaats, werden mit unseren heutigen Taten in die Geschichte eingehen. Euer feministisches Regime wird sich für immer daran erinnern", hieß es weiter.
"Männerstaat" Gruppierung in Russland
In Russland gibt es eine rechtsextreme und antifeministische Gruppierung namens "Männerstaat". Zunächst ließ sich nicht verifizieren, ob sie hinter der Nachricht steckt. Die Gruppierung hat nach den Worten von Lou Osborn von der NGO Inpact, die sich auf die Überwachung geheimer russischer Aktivitäten spezialisiert hat, tausende Mitglieder und unterstützt den Krieg gegen die Ukraine. Auch die in Rom eingegangenen E-Mails in schlechtem Italienisch waren Berichten zufolge ebenfalls von angeblichen Kämpfern eines "Männerstaats".
Zuletzt war in Europa die Zahl sogenannter hybrider Angriffe gestiegen, die teilweise Russland oder dem Iran zugeschrieben wurden. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas erklärte bereits am Donnerstag, es sei "zu früh, um Rückschlüsse auf einen möglichen Zusammenhang" zwischen den Bombendrohungen zu ziehen. Die Ermittlungen in den betroffenen Ländern dauerten an.
Am Dienstag waren bereits zehn Flugzeuge auf innereuropäischen Verbindungen von Bombendrohungen betroffen gewesen, die sich später als falsch herausstellten. Betroffen war unter anderem Ryanair, ein Warschauer Flughafen wurde kurzzeitig gesperrt. Am Montag war eine Maschine von Wizz Air wegen einer Drohung umgeleitet worden. In keinem Fall wurde bisher Sprengstoff gefunden.
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