Papst Leo besorgt über Aufrüstung in Europa bei Spanienreise

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von Agenturen

Historische Papstrede im spanischen Parlament

Bild: APA/APA/AFP/POOL/YARA NARDI


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Als erster Papst hat Leo XIV. am Montagvormittag vor den Kammern des spanischen Parlaments gesprochen. In einer historischen Rede vor der Volksvertretung "Cortes" sprach der Papst das Lebensrecht der Ungeborenen und die Migrationssituation in Spanien an, wie Kathpress berichtete. Zudem wandte er sich gegen die Aufrüstung Europas und rief zum zivilisierten Dialog zwischen den politischen Lagern auf.

Es sei "besorgniserregend, dass sich an verschiedenen Orten der Welt, auch in Europa, die Aufrüstung erneut als fast unvermeidliche Antwort auf die Instabilität der internationalen Lage darstellt", sagte der Papst am dritten Tag seines Spanien-Besuchs. Die Aufrüstung in Europa sei eine Reaktion auf die schwierige internationale Lage. Echte Sicherheit könne aber nur durch Gerechtigkeit, "geduldigen Dialog" und eine Achtung des Völkerrechts entstehen, sagte der Papst. Mit Blick auf die militärische Nutzung künstlicher Intelligenz betonte er, Entscheidungen über Leben und Tod dürften niemals automatisierten Systemen überlassen werden.

Gemeinsamkeiten mit Sánchez

Vor der Rede im Parlament traf Leo XIV. mit Ministerpräsident Pedro Sánchez zusammen. Papst Leo XIV. und Sánchez sind bei mehreren politischen Ansichten auf einer Linie: Beide kritisieren den Iran-Krieg und sind deswegen wiederholt von US-Präsident Donald Trump attackiert worden. "Jeder Krieg stellt letztlich eine schmerzhafte Niederlage der Fähigkeit zu verhandeln und des gemeinsamen Gewissens der Menschheit dar, das Verbindungen der Gerechtigkeit zwischen den Nationen anerkennt", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Madrid.

Auch in der Migrationsfrage vertreten sowohl der Pontifex als auch der spanische Premier ähnliche Ansichten. Sánchez fährt etwa in der Migrationspolitik einen liberalen Kurs, was mit dem Einsatz des Papstes für Flüchtlinge in Einklang steht - und im Gegensatz zu Trumps Migrations- und Flüchtlingspolitik steht. Zu dem in Spanien sehr präsenten Thema Migration erklärte Leo XIV., kein Land könne diese Herausforderung allein bewältigen. Daher sei eine "koordinierte, solidarische und wirksame Reaktion unerlässlich, die den Migranten Schutz, Aufnahme und echte Integrationschancen gewährleisten kann".

Papst betont Frage nach dem Menschenbild

Zwischen der katholischen Kirche und der spanischen Linksregierung gibt es aber auch deutliche Meinungsverschiedenheiten, etwa bei Fragen wie Abtreibungen, Rechte von Homosexuellen und Feminismus. Sánchez traf den Papst zudem inmitten einer schweren politischen Krise in Spanien. Wenige Tage vor dem apostolischen Besuch kam es in der Zentrale der spanischen Regierungspartei PSOE zu groß angelegten Durchsuchungen im Zuge von Korruptionsermittlungen.

In seiner Ansprache knüpfte der Papst an die juristische Tradition Spaniens an. Er erklärte, jede Gesetzgebung stehe vor der Frage, welches Menschenbild hinter den Gesetzen stehe und welche Art von Gesellschaft durch sie entstehe. Mit Verweis auf seine jüngst veröffentlichte Enzyklika "Magnifica humanitas" betonte Leo, technologische Entwicklung sei niemals neutral. Sie nehme "die Züge derjenigen an, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen". Entscheidend sei, welchen Platz der Mensch in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einnehme.

Zum Thema Abtreibung äußerte sich Leo XIV.: "Kann eine Gemeinschaft, die das ungeborene Kind, den alten Menschen, den Kranken, den still Leidenden oder denjenigen, der ganz auf die Fürsorge anderer angewiesen ist, ausblendet, als wirklich gerecht bezeichnet werden?" Die Verteidigung des menschlichen Lebens sei weder eine Partei- noch eine konfessionelle Angelegenheit: Sie sei ein zivilisatorisches Ziel.

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Standing Ovations

Nach der Rede erhielt der Papst minutenlangen Applaus, begleitet von "Bravo"- und "Viva"-Rufen. Die Standing Ovations hätten laut Medien sieben Minuten gedauert. Kommentatoren des öffentlich-rechtlichen spanischen Senders RTVE und weiterer Medien bezeichneten den Auftritt als "historisch." Zudem habe Leo gezeigt, dass er den Kurs seines Vorgängers Franziskus fortsetzen wolle und klare Worte zu den drängendsten Problemen der Gegenwart finde, hieß es.

Treffen mit Missbrauchsbetroffenen erwartet

Für Montagnachmittag wird zudem erwartet, dass Leo XIV. Menschen trifft, die Opfer sexualisierter Gewalt durch katholische Geistliche wurden. Erst am Freitagabend bestätigte der Vatikan eine solche Begegnung.

Am Abend leitet der Papst dann ein Gebet in der Almudena-Kathedrale. Anschließend ist eine Begegnung mit der örtlichen Diözesangemeinschaft im Bernabéu-Stadion von Fußballklub Real Madrid vorgesehen.

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