PSG vs. Arsenal: Titelverteidigung oder historische Krönung
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von AgenturenPSG und Arsenal treffen in Budapest aufeinander
Bild: APA/APA (AFP)/FRANCK FIFE
Es sind fast zwei Fußballwelten, die am Samstag (18.00 Uhr/live Canal+ und Sky) in der Budapester Puskas-Arena im Champions-League-Finale aufeinandertreffen. Auf der einen Seite der selbstbewusste, auf Hochglanz polierte Titelverteidiger Paris Saint-Germain, der sich längst als neue europäische Macht inszeniert. Auf der anderen Seite ein wiedererstarktes Arsenal, das unter Mikel Arteta quasi eine Wiederauferstehung feierte und nun von einem historischen Erfolg träumt.
PSG könnte nach Real Madrid erst die zweite Mannschaft werden, die den Titel seit der Einführung des neuen Formats 1992 erfolgreich verteidigt. Im Vorjahr hatten die Pariser erst im Halbfinale Arsenal aus dem Weg geräumt und im Endspiel Inter Mailand 5:0 gedemütigt. Das Ensemble um Ballon d'Or-Gewinner Ousmane Dembele, der zuletzt angeschlagen war, ist auch in diesem Finale Favorit. "Sie waren letztes Jahr furchteinflößend, und sie sind es dieses Jahr immer noch", warnte Arsenals Abwehrspieler William Saliba.
Diese Favoritenrolle spiegelt sich auch abseits des Platzes wider: PSG setzt auf pompöse, bildstarke Inhalte, um die Euphorie vor dem Finale anzuheizen und auf ein Maximum zu steigern. So zeigt ein KI-generiertes Bild die gewaltige PSG-Flotte auf der Seine, die sich unter dem goldenen Abendhimmel und unweit des Eiffelturms auf den Weg nach Budapest macht. "Wir wissen alle, was auf uns zukommt: Es ist das wichtigste Spiel der Saison. Wir können unsere Namen noch tiefer in die Geschichte des Vereins, von Paris Saint-Germain und sogar des französischen Fußballs einprägen", erklärte Lucas Hernandez.
Gunners wollen "nächste Stufe erreichen"
Emotionale Höhepunkte erlebte Arsenal zuletzt gleich doppelt. Einmal, als die Nordlondoner quasi auf dem Sofa den ersten Meistertitel nach 22 Jahren holten. Und wenige Tage später bei der großen Feier rund um das Emirates Stadium. "Wir haben unsere Standards angehoben, aber jetzt müssen wir die nächste Stufe erreichen", forderte Coach Arteta, "wir müssen dort hinfahren und die Champions League gewinnen, das ist uns vollkommen klar". Ein historischer Premierentitel wäre nicht nur die absolute Krönung einer bereits denkwürdigen Saison, sondern auch die nächste Bestätigung für Arteta. Der 44-jährige Spanier, der selbst viele Jahre für die Gunners spielte, hatte die Engländer 2019 am Tiefpunkt übernommen. Arsenal stagnierte, der Kader glich einem teuren Fiasko.
Arteta traf damals konsequente Entscheidungen, sortierte etwa Leistungsträger wie Pierre-Emerick Aubameyang aus. Gleichzeitig holte er mit Spielern wie Declan Rice gezielt Persönlichkeiten und Führungsstärke ins Team. Talente aus der eigenen Akademie, etwa Bukayo Saka, entwickelten sich unter seiner Führung zu Topfußballern. Mit dem Motto "Trust the process" (Vertraue dem Prozess) setzte Arteta über Jahre hinweg auf kontinuierliche Entwicklung und stellte dabei Effizienz über ästhetischen Schönheitsfußball. Defensiv- und Standardstärke gehören zu den Waffen. "Viele Teams geben ihren Trainern keine Zeit. Mikel Arteta hatte die Zeit", befand Clublegende Thierry Henry in der "Sport Bild".
Offensivshow trifft auf Abwehrbollwerk
Arsenal hat seinen Weg ins Finale einer soliden Defensive zu verdanken. In 14 Spielen kassierten die Engländer lediglich sechs Gegentore. "Wir haben in dieser Saison die beste Defensive. Und wenn du der Beste bist, willst du gegen die Besten spielen", schickte Saliba als Kampfansage nach Frankreich. Dem gegenüber steht die enorme Offensivkraft der Pariser. In der Champions League erzielten die Franzosen 44 Tore. Den Wettbewerbsrekord hält der FC Barcelona seit 1999/2000 mit 45 Toren. Liverpool hatte auf dem Weg zu Platz zwei 2018 zwar 47 Tore erzielt, allerdings fielen sechs davon in der Qualifikation und gehen daher nicht in die offizielle UEFA-Statistik ein.
Auch die Wege beider Teams nach Budapest hätten kaum unterschiedlicher verlaufen können. Die Engländer dominierten die Gruppenphase mit acht Siegen aus acht Spielen. In der K.o.-Runde setzten sie sich gegen Bayer Leverkusen (3:1), Sporting Lissabon (1:0) und Atletico Madrid (2:1) durch. PSG hingegen nahm den Umweg. Nach dem 11. Platz in der Gruppenphase mussten die Franzosen zunächst in den Play-offs gegen Monaco (5:4) eine Extrarunde drehen, bevor sie endgültig in ihren Rhythmus fanden. Es folgten souveräne Siege gegen Chelsea und Liverpool sowie ein dramatisches Halbfinale gegen Bayern München, das sie nach Hin- und Rückspiel mit 6:5 für sich entschieden.
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