Rangnick versammelt Österreichs WM-Team voller Zuversicht

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von Agenturen

Ralf Rangnick traut seinen Schützlingen bei der WM einiges zu

Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH


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ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hat seinen Kader für die WM in Nordamerika am Mittwochabend mit einer großen Portion Zuversicht in Wien versammelt. "Ich habe eine unbändige Vorfreude auf dieses Turnier", betonte Rangnick. Er hoffe, dass es ihm gelinge, diese Vorfreude auf die Mannschaft zu übertragen. "Es ist unser Anspruch, dass wir weiterkommen in der Gruppe." Abgesehen von jenem, den sich das Team selbst auferlegt hat, spüre er aber keinen Druck, versicherte der 67-Jährige.

"Wir wollen das beste Team sein, das es bei dieser Weltmeisterschaft gibt", verwies Rangnick auf das Mannschaftsgefüge. "Wir wollen taktisch auch für Aufmerksamkeit sorgen mit einer Spielweise, die jetzt vielleicht nicht so viele andere Mannschaften an den Tag legen. Und die kann dann auch wiederum zu einem zusätzlichen Booster werden für die Mannschaft."

Richtungsweisendes Auftaktspiel

Große Bedeutung hat das Auftaktspiel am 16. Juni (17. Juni, 4.00 Uhr MEZ) in Santa Clara gegen Jordanien. "Klar, das ist ein Spiel, das wir schon gewinnen sollten - Schrägstrich vielleicht sogar auch müssen", sagte Rangnick. Dadurch hätte man eine ganz andere Ausgangsposition für die folgenden Duelle mit Titelverteidiger Argentinien und Algerien. "Genau darauf wird der Fokus ausgerichtet sein, dass wir in diesem ersten Spiel voll da sind, dass wir mit der bestmöglichen Mannschaftsleistung taktisch, aber auch was die Energie der Gruppe angeht, in dieses Spiel reingehen."

Spätestens bis dahin werden laut Rangnick auch die Mittelfeldspieler Florian Grillitsch und Patrick Wimmer wieder zur Verfügung stehen. Dass das Duo bereits bei der WM-Generalprobe am 1. Juni (20.45 Uhr) gegen Tunesien zum Einsatz kommt, glaubt der Chefcoach allerdings eher nicht. "Wir werden kein Risiko eingehen", erklärte Rangnick aufgrund zurückliegender Muskelverletzungen, "die ein bisschen größer waren". Man werde Grillitsch und Wimmer in den kommenden Tagen rund um das Tunesien-Spiel heranführen.

Abgesehen von den Verteidigern Gernot Trauner und Maximilian Wöber, die er nach deren langen Verletzungspausen "schweren Herzens" nicht nominiert hat, seien alle Mann an Bord. "Wenn das hoffentlich so bleibt bis zu Beginn der WM, dann sind wir in der Lage, jeden Gegner nicht nur zu ärgern, sondern ihn auch zu schlagen", meinte Rangnick.

Rangnick will das Land mitnehmen

Wenn man als Gruppenzweiter weiterkomme, würde im Sechzehntelfinale mit großer Wahrscheinlichkeit Spanien warten. Rangnick: "Das würde ich jetzt nicht als den absoluten Wunschgegner bezeichnen, weil viel schwerer kann es dann eigentlich gar nicht mehr werden. Aber wenn es so ist, dann ist es so." Man müsse es nehmen, wie es komme. Bei der EM vor zwei Jahren waren die Österreicher als Gruppensieger im Achtelfinale an der Türkei gescheitert (1:2).

Bei der ersten WM-Teilnahme seit 1998 soll zumindest eine K.o.-Runde überstanden werden. Vor allem aber will der 2022 angetretene Teamchef erneut das Land mitnehmen. "Was ich mir wünsche, ist, dass das, was sich die letzten vier Jahre entwickelt hat, auch nach der WM so ist, nämlich dass Österreich auf diese Nationalmannschaft richtig stolz ist, und dass wir diese Fans und die Zuschauer glücklich machen. Das ist das für mich das eigentliche Ziel", betonte Rangnick.

Auch in seiner Karriere ist es die erste WM-Teilnahme. "Wie viel mir das bedeutet, ist, glaube ich, schon alleine dadurch deutlich geworden, dass ich vor ziemlich genau zwei Jahren Bayern München abgesagt habe", meinte Rangnick. Er habe nicht nur die EURO bestmöglich absolvieren wollen, sondern habe sich bei Amtsantritt 2022 auch wegen der Weltmeisterschaft entschieden, nach Österreich zu kommen. Der Deutsche qualifizierte sich als erster ÖFB-Teamchef nach einer EM auch für eine WM. "Umso besonderer ist es."

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Tunesien soll Jordanien simulieren

Seine 26 auserwählten Spieler rückten am Mittwochabend (19.00 Uhr) auf dem ÖFB-Campus in Wien-Aspern ein. Laut Rangnick wird dort auch noch auf den 29. Geburtstag von Bayern-München-Profi Konrad Laimer angestoßen. Das erste Training steht dann am Donnerstag (11.30 Uhr) auf dem Programm. Es ist die einzige öffentliche Einheit, die Kapitän David Alaba und Co. vor dem Turnier in der Heimat absolvieren. Die knapp 1.000 zur Verfügung stehenden Besucherplätze sind seit Tagen vergriffen.

Für das Tunesien-Spiel im Ernst-Happel-Stadion sind knapp 30.000 Tickets verkauft. Im Trainingszentrum sind davor noch drei weitere Übungseinheiten angesetzt, in denen sich das ÖFB-Team gezielt vorbereiten will - nicht zuletzt, weil der Spielstil der Tunesier jenem von WM-Auftaktgegner Jordanien ähnle. "Es ist eigentlich der perfekte Gegner für die Generalprobe", meinte Rangnick. "Wir werden uns so vorbereiten und so tun, als ob das jetzt Jordanien wäre."

Zudem sei die Partie die letzte Möglichkeit, sich in Österreich zu verabschieden. "Deswegen hoffe ich auch, dass das Stadion ziemlich voll wird", sagte Rangnick. Nach zwei freien Tagen erfolgt danach am 4. Juni die Anreise in die USA. Mit einem Linienflug der AUA geht es von Wien-Schwechat nach Los Angeles und von dort weiter ins WM-Quartier nach Goleta bei Santa Barbara.

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