Russland: Ukrainische Drohne traf AKW Saporischschja
Veröffentlicht:
von AgenturenRosatom-Chef Alexej Lichatschow
Bild: APA/APA/AFP (Archivbild)/IGOR IVANKO
Laut dem russischen staatlichen Atomkonzern Rosatom hat eine ukrainische Kampfdrohne das von Russland kontrollierte Kernkraftwerk Saporischschja getroffen. Wichtige Anlagen seien bei der Explosion nicht beschädigt worden, so Rosatom-Chef Alexej Lichatschow am Samstag. Es sei jedoch ein Loch in die Wand einer Turbinenhalle gerissen worden. Eine Stellungnahme der Ukraine lag vorerst nicht vor. Bereits zuvor hatte Russland Tote und Schäden durch ukrainische Drohnen gemeldet.
In der Grenzregion Belgorod kamen nach Angaben des regionalen Krisenstabs drei Männer ums Leben. Sie wurden demnach in der Ortschaft Oktjabrski nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt bei zwei Angriffen getötet.
In Armawir im südrussischen Gebiet Krasnodar brach laut Behörden ein Feuer auf dem Gelände eines Öllagers aus. Verletzte gebe es nicht. Das Öllager war schon in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Auf dem Gelände des Hafens von Taganrog in der ebenfalls im Süden Russlands gelegenen Region Rostow kam es laut Gouverneur Juri Sljussar zu einem Brand eines Tankers, eines Treibstofftanks und eines Verwaltungsgebäudes. Zwei Menschen seien verletzt worden.
Das russische Verteidigungsministerium teilte in der Früh mit, dass 127 ukrainische Drohnen in der Nacht über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim abgeschossen worden seien. Die Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar.
Ukraine bestätigte Angriffe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf Armawir. Die Ukraine bringe den Krieg völlig gerechtfertigt dahin zurück, woher er gekommen sei, schrieb Selenskyj bei Telegram und dankte Soldaten für ihre Treffsicherheit.
Der Generalstab in Kiew bestätigte zudem neben anderen auch Angriffe auf Taganrog. Unter anderem ein Ölterminal sei getroffen und ein Treibstofftank dort beschädigt worden. Das Terminal werde im Interesse des russischen Militärs genutzt, hieß es zur Begründung.
Kiew: Russland griff mit fast 300 Flugkörpern an
Die ukrainischen Luftstreitkräfte wiederum teilten mit, dass Russland in der Nacht mit einer Rakete, sechs Marschflugkörpern und 290 Drohnen angegriffen habe. Davon seien 284 Flugkörper abgewehrt worden. Es habe neun Einschläge an sieben Orten gegeben. An zehn Orten seien Trümmer abgestürzt.
In Saporischschja wurde Gebietsgouverneur Iwan Fedorow zufolge ein Mensch durch einen russischen Drohnenangriff getötet. Zwei weitere seien verletzt worden. Behörden meldeten außerdem drei Verletzte nach einem russischen Angriff in Cherson.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Die Ukraine setzt als Teil ihres Abwehrkampfes auf Gegenangriffe im russischen Hinterland und nimmt dabei seit Monaten systematisch die für Moskaus Kriegsfinanzierung wichtige Ölindustrie ins Visier. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen durch russische Angriffe in der Ukraine.
Mehr entdecken

Budget: Kuchenstücke aufgeteilt, Details noch offen

Brenner-Demo lockte tausende Teilnehmer auf Autobahn

Gastgeber Schweiz nach 6:0 gegen Norwegen im WM-Finale

Topgesetzte Sabalenka bei French Open im Achtelfinale

Topgesetzte Sabalenka bei French Open im Achtelfinale

Wiener Festwochen: Die Religion steht im Theater vor Gericht
