Iran griff Israel in mehreren Wellen mit Raketen an

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von Agenturen

Israel Sonntagabend vom Iran aus attackiert

Bild: APA/APA/AFP/JACK GUEZ


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Der Iran hat Israel am Sonntagabend erstmals seit zwei Monaten in mehreren Wellen mit Raketen angegriffen. Laut israelischem Militär wurden alle Raketen der ersten Welle abgefangen. Der Iran begründete die Attacke mit von Israel durchgeführten Angriffen auf den Süden des Libanon, mit der "alle roten Linien" überschritten worden seien. Israel kündigte Gegenschläge an, was US-Präsident Donald Trump durch ein Gespräch mit Benjamin Netanyahu verhindern will.

Nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79-Jährige habe Verletzungen am Kopf erlitten, als sie in einen Schutzraum eilte. Unterricht in allen Schulen Israels wurde laut dem Zivilschutz für Montag abgesagt. Der internationale Flughafen bei Tel Aviv blieb nach Medienberichten zunächst geöffnet.

Verstöße gegen Waffenruhe

Irans zentrales Militärkommando bestätigte die Raketenangriffe. In einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die iranischen Streitkräfte die Attacke mit "wiederholten Verstößen" der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Teheran hatte Israel bereits mit Angriffen gedroht und will damit die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon unterstützen.

Als Reaktion auf die Eskalation sperrte der Iran bis auf weiteres seinen Luftraum im Landeswesten. Der Irak und Syrien sperrten ihren gesamten Luftraum vorübergehend. Berichte, dass auch die Golfstaaten ihren Luftraum geschlossen hätten, bestätigten sich zunächst nicht. Die iranische Rothalbmondgesellschaft versetzte ihre Mitarbeiter aus Sorge vor israelischen Gegenangriffen in Alarmbereitschaft.

Teheran hatte vor Angriffen Israels auf Beiruter Vororte gewarnt

Konkret reagierte der Iran damit auf neue Angriffe Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntag trotz einer von US-Präsident Trump verkündeten Waffenruhe. Die Armee habe in Beirut "Terroristen-Hauptquartiere" als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit.

Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.

Israel hatte seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April die Angriffe im Raum Beiruts deutlich eingeschränkt. US-Präsident Trump hatte dort auch einen Stopp israelischer Angriffe und ein Ende von Angriffen der Hisbollah auf Israel verkündet. Israel hatte jedoch damit gedroht, diese Gebiete im Falle von Hisbollah-Attacken auf Israel erneut anzugreifen und die Bewohner der Vororte erneut zur Flucht gedrängt.

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Iran: Luftwaffenstützpunkt in Israel attackiert

Irans Streitkräfte zielten laut eigenen Angaben unter anderem auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramat David. In einer von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden begründete die Elitestreitmacht des Landes ihre Angriffe mit der Eskalation im Libanon. Die Waffenruhe im Iran-Krieg sei unter der Prämisse ausgehandelt worden, dass der Konflikt an allen Fronten eingestellt werden müsse. Israel und den USA warf der Iran vor, ihre Verpflichtungen verletzt zu haben.

Die nun erfolgten Angriffe bezeichneten die Revolutionsgarden als "Warnung". Sollte der Krieg wieder voll ausbrechen, "werden die Antworten umfassender ausfallen und sämtliche amerikanisch-zionistischen Ziele in der Region einschließen", teilten die Streitkräfte weiter mit. Iranischen Staatsmedien zufolge wurden ballistische Raketen aus mehreren Landesteilen abgefeuert.

Längere Verhandlungen brachten keinen Durchbruch

Am 28. Februar hatten Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Zuletzt hatte der Iran in der Nacht auf den 8. April Raketen auf Israel abgefeuert. Am selben Tag einigten sich die USA und der Iran auf eine zunächst zweiwöchige Waffenruhe, die anschließend verlängert wurde. Trump knüpfte diese auch an die Öffnung der Straße von Hormuz. Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beendigung des Kriegs haben aber bisher keine Einigung gebracht.

Auch nach Beginn einer Seeblockade vonseiten der USA in der Straße von Hormuz hatte es bereits Warnungen vor einer Wiederaufnahme der iranischen Angriffe auf Israel gegeben. Seit Kriegsbeginn Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte dieser die weltweit für den Öltransport wichtige Meerenge vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Tankern kam quasi zum Erliegen. In der Folge stiegen die Energiepreise weltweit deutlich an - was auch Trump innenpolitisch unter Druck setzte.

Medien: Trump fordert von Israel Verzicht auf Gegenschläge

US-Präsident Trump will unterdessen Medienberichten zufolge Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran zu verzichten. Trump habe ein entsprechendes Telefonat mit Netanyahu angekündigt, berichtete ein Reporter des Nachrichtenportals "Axios" auf X. Der israelische Sender Kan berichtete ebenfalls, dass Israel nach Trumps Willen nicht auf die Angriffe reagieren solle. "Israel hat genug reagiert", sagte Trump demnach einem Korrespondenten des Senders.

Trump dürfte weiterhin darauf hoffen, ein Rahmenabkommen mit Teheran abzuschließen. "Was ich dem Iran raten würde: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht. Kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schließt ein Abkommen", sagte er laut dem US-Sender Fox News. Eine öffentliche Stellungnahme durch das Weiße Haus stand zunächst aus.

Trump deutete laut Fox News an, dass die Verhandlungen mit dem Iran auf eine mögliche Einigung zusteuerten. Diese könnte "am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche" erzielt werden, hieß es weiter. Mit Blick auf die jüngsten israelischen Angriffe im Libanon sagte der Präsident unterdessen: "Ich bin nicht erfreut darüber".

Expertin: Risiko mit großem Spielraum für Fehleinschätzungen

Eine Expertin sieht in den iranischen Raketenangriffen einen "kalkulierten Schachzug, um die USA zu Zugeständnissen zu bewegen", um das Rahmenabkommen abzuschließen. "Teheran weiß, dass Trump eine Wiederaufnahme des Krieges vermeiden will, doch dies war ein echtes Risiko mit großem Spielraum für Fehleinschätzungen", schrieb die Iran-Expertin Holly Dagres auf X.

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