Wien verbietet Altkleidercontainer im öffentlichen Raum
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von Agenturen++ THEMENBILD ++ Die Container müssen entfernt werden
Bild: APA/MARKUS HRUSKA
Wien verbietet die Altkleider-Sammelcontainer auf öffentlichem Grund. Diese dürfen ab 1. Jänner 2027 nicht mehr aufgestellt werden. Das teilten Planungsstadträtin Ulli Sima und Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) am Mittwoch mit. Grund für die Maßnahme ist die zunehmende Verschmutzung durch Textilien rund um die Sammelstellen.
Die beiden Ressortverantwortlichen berichteten von unzähligen Beschwerden aus vielen Bezirken. Dass um die Behälter Kleidungsstücke verstreut liegen, sei ein bekanntes Bild. Die Container würden geöffnet und brauchbare Stücke mitgenommen. Der Rest lande oft daneben und ziehe Ungeziefer an bzw. verleite dazu, weiteren Abfall dort zu entsorgen.
Zu "härteren Maßnahmen" gezwungen
Die Betreiber seien immer wieder aufgefordert worden, die Missstände zu beseitigen. Dies habe jedoch zu keinem Ergebnis geführt, hieß es. "Wir sehen uns gezwungen, jetzt härtere Maßnahmen zu ergreifen", sagte Sima. Altkleider-Sammelstellen auf privatem Grund wird es jedoch weiterhin geben.
Verwiesen wurde auf entsprechende Angebote der Caritas, der Volkshilfe oder der MA 48. Auch hat das Verbot keine Auswirkungen auf Sammelbereiche etwa in Einkaufszentren. Auf öffentlichem Grund werden sie aber schon bald der Geschichte angehören. Derzeit gibt es dort 2.280 Kleidercontainer. Meist befinden sie sich bei Altstoff-Sammelstellen.
Ihre Genehmigungen werden im kommenden Jahr nicht verlängert. Allerdings gibt es nach dem 1. Jänner eine zweimonatige Übergangsfrist. In dieser Zeit müssen die Behälter weggeräumt werden. Gesammelt werden darf allerdings nicht mehr. Das Verbot wird über eine Änderung des Gebrauchsabgabengesetzes sowie einer ortspolizeilichen Verordnung geregelt.
"Der öffentliche Raum ist ein kostbares Gut", betonte Sima. Die Firmen müssten nur wenig für die Aufstellung zahlen, wobei in Wien vor allem zwei größere Unternehmen präsent sind. Die Jahresgebühr pro Box beträgt 89,90 Euro. Konsequenzen für die Vermüllung gebe es meist keine, da man dazu nachweisen müsste, wer den Container illegal entleert hat, erläuterte die Stadträtin.
Hohe Reinigungskosten
Umweltstadtrat Czernohorszky beklagte, dass die aktuelle Situation auch hohe Kosten verursache. Nötig seien etwa zusätzliche Ausfahrten der MA 48. Allein im vergangenen März sind laut MA-48-Chef Josef Thon rund 1.200 ausgeräumte Container registriert worden. Die Beschwerden würden bereits ganze Ordner füllen.
Czernohorszky plädierte dafür, gut erhaltene Kleidungsstücke bei den weiter vorhandenen Sammelstellen abzugeben. Denn man unterstütze Kreislaufwirtschaft sehr wohl. Als Prinzip solle gelten, dass man nur Textilien abgeben solle, die man auch in der Familie oder im Bekanntenkreis verteilen würde. Zerrissene Unterhosen, so betonte Thon, wären hingegen im Restmüll gut aufgehoben.
Grüne sehen "überfälligen Schritt"
Die Wiener Grünen zeigten sich zufrieden: "Dieser Schritt war längst fällig. Der öffentliche Raum ist Gemeingut, keine billige Infrastruktur für gewinnorientierte Unternehmen", hielt Umweltsprecherin Tina Wirnsberger fest. Was nach Wohltätigkeit aussehe, sei in Wahrheit oft ein profitables Geschäftsmodell mit zweifelhaftem ökologischem und sozialem Nutzen. Ein erheblicher Teil der Altkleider ende als Müll oft im globalen Süden. Das System der MA 48 gehöre nun jedoch ausgebaut, forderte Wirnsberger.
Für die Umweltorganisation Global 2000 löst die Entfernung der Container nicht das eigentliche Problem. "Die Ursache liegt in der massiven Überproduktion", hob Ressourcensprecherin Anna Leitner hervor. Billig produzierte Textilien würden nur kurz getragen und landen rasch im Abfall. Damit wachse der Müllberg stetig. Nötig sei eine Regulierung von Fast-Fashion-Anbietern, verlangte sie.
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