Winter war mild, aber besonders trocken

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Es waren im Winter besonders viele Nordlichter in Österreich zu sehen

Bild: APA/APA/MERLIN LIBICKY/MERLIN LIBICKY


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Der vergangene Winter in Österreich ist von viel Sonnenschein, relativ milden Temperaturen, aber auch sehr geringen Niederschlagsmengen geprägt gewesen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel 1991-2020 gab es, wie auch schon im Jahr zuvor, deutlich weniger Schnee, wie die Geosphere Austria am Mittwoch berichtete. Sowohl in Deutschland, der Schweiz und hierzulande gehörten die mittleren Schneehöhen zu den fünf niedrigsten seit 1991.

Das Winterhalbjahr war durch eine Kombination aus überdurchschnittlichen Temperaturen und Trockenheit geprägt, wie eine gemeinsame Analyse des Deutschen Wetterdienstes, MeteoSchweiz und Geosphere zeigte. Das Winterhalbjahr von November 2025 bis April 2026 war durch einen Mix aus überdurchschnittlichen Temperaturen und Trockenheit charakterisiert. Mit plus 1,1 Grad gegenüber dem Klimamittel 1991-2020 setzte sich der Erwärmungstrend fort. Allerdings war es etwas kühler als im vergangenen Winterhalbjahr (plus 1,6 Grad).

Besonders trocken in den Alpen - Folgen des Klimawandels

In den Nordalpen war es der zweittrockenste Winter seit 1991, in den Südalpen sogar der trockenste. Die größten Defizite zeigten sich von Dezember bis Anfang Februar (bis minus 70 Prozent). In dieser Phase fehlten ergiebige Schneefälle fast vollständig. Einen Trendwechsel gab es vorerst ab dem 10. Februar. Bis zum 24. Februar fiel so viel Niederschlag, dass in nahezu allen Alpenregionen des DACH-Raumes eine positive Monatsbilanz zustande kam, wie die Geosphere berichtete.

Im Wallis, Graubünden, Osttirol sowie von den Lechtaler Alpen bis zu den Chiemgauer Alpen gab es ein Niederschlagplus von 75 bis 150 Prozent. Doch selbst diese Mengen reichten nicht aus, um das Defizit insgesamt auszugleichen. Hinzu kam auch noch ein niederschlagsarmer April.

Die Folgen des menschengemachten Klimawandels durch den Treibhausgasausstoß betreffen den Alpenraum stärker als andere Regionen oder Naturräume, wie die Autoren des Alpenklimaberichts hervorstrichen. "In diesem hochsensiblen Gebiet sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich sichtbar. Es gibt immer weniger Schnee, die Gletscher verlieren deutlich an Masse und im Sommer wird Hitze auch in höheren Lagen zu einem immer größeren Problem. Diese Veränderungen machen nicht an den Landesgrenzen halt und betreffen die gesamte Alpenregion gleichermaßen. Umso wichtiger sind deswegen grenzübergreifende Informationen über die klimatologische Entwicklung im Alpenraum."

In der Höhe mild, weiter unten frostig

Häufig kam es zu sogenannten Inversionslagen im Winter. Das bedeutet, dass die Temperaturen im Tal niedriger als in der Höhe waren. Ein Indikator dafür waren Tage mit Nebel oder Hochnebel über den Niederungen. So war die Sicht am Berg sehr gut, die Luft klar und der Himmel blau, im Tal hingegen war es kalt und trüb. Hinzu kommt laut Aussendung der Geosphere, dass sich in solchen Zeiten Schadstoffe in der Luft anreichern können und zu einem erhöhten Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen führen.

Beide vergangenen Winterhalbjahre brachten regional eine erhöhte Anzahl an Nebel- oder Hochnebeltagen im Vergleich zu den rund 30 Jahren zuvor. Das Messstationspaar Klagenfurt/Villacher Alpe erreichte in den beiden vergangenen Wintern 27 bzw. 30 solcher Tage. Das vieljährige Mittel liegt bei 17,3 Tagen.

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Erhöhte Sonnenaktivität im Winter - Häufung an Nordlichtern

Wenn Sonnenstürme auf das Magnetfeld der Erde treffen, können geomagnetische Stürme entstehen. Laut Geosphere bedeutet dies, dass es sowohl sichtbare als auch technische Folgen hat. Obwohl das Maximum des aktuellen Sonnenzyklus mit dem Jahreswechsel 2024/2025 bereits überschritten wurde, war im vergangenen Winterhalbjahr immer noch eine erhöhte Sonnenaktivität im Alpenraum bemerkbar. Von 5. bis 9. November erreichten mehrere Sonnenstürme die Erde. Am 11. November folgte ein weiterer koronaler Massenauswurf, gefolgt am 12. November von einem noch stärkeren Ereignis, das mit einem sehr intensiven Strahlungsausbruch in Verbindung stand, hieß es in der Aussendung.

Am 19. Jänner dieses Jahres kam es zum Höhepunkt der Saison. Ein besonders kräftiger Ausbruch auf der Sonne schleuderte einen schnellen Massenauswurf in Richtung Erde, der einen starken geomagnetischen Sturm auslöste. Auch in dieser Nacht waren im Alpenraum beeindruckende Nordlichter zu sehen. Am 30. März 2026 kam es abermals zu einem geomagnetischen Sturm, der allerdings deutlich schwächer ausfiel als jener im Jänner.

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