Experten warnen
39 Prozent weniger Eis: Gletscher in den Alpen schmelzen
Veröffentlicht:
von Quelle: APA, JOYN NewsAktuell nach fünf
Kitzsteinhorn: Gletscher schmilzt besonders schnell
Videoclip • 03:16 Min
Die Gletscher der Alpen verlieren weiter rasant an Eis. Seit dem Jahr 2000 ist ihre Fläche um 39 Prozent zurückgegangen. Italienische Experten warnen vor einer dramatischen Entwicklung und beobachten Veränderungen, die sie in Jahrzehnten ihrer Forschung noch nicht erlebt haben. "Gletscher wirken still und unbeweglich", sagte die Alpenbeauftragte des italienischen Umweltschutzverbands Legambiente, Vanda Bonardo.
Das Wichtigste in Kürze
Die Alpengletscher verlieren weiter rasant an Eis: Seit 2000 ist ihre Fläche um 39 Prozent zurückgegangen, Experten warnen vor einer dramatischen Entwicklung.
Die Folgen sind auch für den Skitourismus spürbar, während ungewöhnlich hohe Temperaturen in den Bergen die Gletscherschmelze zusätzlich beschleunigen.
Legambiente kontrolliert jeden Sommer die wichtigsten Alpengletscher. Regelmäßig fließe Schmelzwasser dort, wo noch vor kurzer Zeit Eis gewesen sei, gleichzeitig machten immer größere Spalten viele Wege gefährlich, warnte Bonardo laut Medienangaben.
Skitourismus bekommt die Folgen zu spüren
Nach Angaben des World Glacier Monitoring Service sind seit 2000 weltweit durchschnittlich 273 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr verloren gegangen. 2025 waren es bereits 408 Milliarden Tonnen. Legambiente erwartet, dass bis 2050 alle Alpengletscher unterhalb von 3.500 Metern verschwunden sein könnten.
Besonders dramatisch ist die Situation am Forni-Gletscher bei Bormio in der Region Lombardei. Der Glaziologe Claudio Smiraglia beobachtet ihn seit 65 Jahren. "Eine solche Saison habe ich in meiner gesamten Karriere noch nie erlebt", sagte er. Der Gletscher sei inzwischen in mehrere Teile zerfallen und habe eine grau-schwarze Färbung angenommen.
Auch der Skitourismus bekommt die Folgen zu spüren. Am Stilfser Joch mussten die Anlagen für den Sommerskilauf wegen Schneemangels schließen. Davor war der Sommerskibetrieb auch am Matterhorn eingestellt worden.
Null-Grad-Grenze häufig zwischen 4.000 und 5.000 Metern Seehöhe
Besonders ungewöhnlich ist die Wärme in großer Höhe. Den Angaben zufolge lag die Null-Grad-Grenze im Sommer häufig zwischen 4.000 und 5.000 Metern. Damit schmilzt selbst die Schneedecke, die die Gletscher eigentlich vor der sommerlichen Wärme schützen sollte.
Mehr entdecken

Niederösterreich
Nach Explosion in Pyrotechnik-Zentrum: Ursache wird untersucht

St. Pölten
So teuer ist Bier am Frequency Festival

Terror
IS-Anhängerin plante Anschlag auf Kapitol von US-Staat New York

Großeinsatz der Feuerwehr
Überflutete Straßen, umgerissene Bäume: 400 Einsätze nach heftigen Unwettern

"Intensive Gespräche"
Wien und Niederösterreich verhandeln zu Gastpatienten

Bezirk Wiener Neustadt
NÖ: Explosion in Pyrotechnik-Unternehmen, ein Schwerverletzter

