Fahndung

Millionenschwerer Coup im Wiener MAK: Ein Täter war bewaffnet

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von Quelle: APA, JOYN News

ZIB 7:00

Diebstahl im MAK: Zwei Täter schlugen Vitrine ein

Videoclip • 34 Sek


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Bei dem millionenschweren Coup im Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Wiener City hatte ein Täter eine mutmaßlich echte Waffe bei sich. Diese wurde laut Polizeisprecherin Anna Gutt zwar nicht eingesetzt, jedoch zeigte der Mann diese offen, um sich den Weg frei zu machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Männer haben am Donnerstag ein mit Diamanten besetztes Collier aus dem Museum für angewandte Kunst (MAK) gestohlen.

  • Die Polizei veröffentlichte Fotos und eine Beschreibung der Verdächtigen - es wird nach ihnen gefahndet.

Der zweite Täter hatte einen Hammer bei sich, um die Vitrine einzuschlagen. Nach dem Duo wird national und international gefahndet. Die Männer flüchteten zu Fuß, ihre Spur verliert sich beim Stadtpark.

Collier im Millionenwert gestohlen

Ermittelt wird wegen räuberischen Diebstahls. Bei der Beute handelt es sich um das weltberühmte, historische Diamantcollier der Königin Nazli von Ägypten, das 1939 vom Pariser Luxusjuwelier Van Cleef & Arpels im Art-déco-Stil gefertigt wurde, bestätigte die Polizei der APA. Zum Wert machte Polizeisprecherin Anna Gutt keine Angaben. Laut Datenbank des Auktionshauses Sotheby's erzielte das Collier vor zehn Jahren bei einer Versteigerung in New York einen Wert von 4,3 Millionen Dollar (rund 3,7 Millionen Euro).

Das Collier ist mit mehr als 600 runden Diamanten sowie Diamanten im Baguetteschliff besetzt, die in einem strahlenförmigen Motiv angeordnet sind. Die Königin gab dieses Collier sowie eine dazu passende Tiara für die Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem iranischen Kronprinz und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi in Auftrag.

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Bild: LPD Wien


Spuren und Bilder aus Überwachung gesichert

Am Freitag waren die Ermittler damit beschäftigt, im MAK Spuren und auch Bilder aus den Überwachungskameras zu sichern. Ausgewertet werden laut Anna Gutt auch Aufnahmen von Kameras in der Umgebung - an Straßenzügen oder U-Bahn-Stationen. Auch Zeugen werden nun befragt, die den Diebstahl in dem Museumsraum mitbekommen haben.

Die beschuldigten Männer hatten am frühen Donnerstagnachmittag das Sicherheitsglas der Vitrine mit dem Hammer eingeschlagen. Dabei dürften sie genau gewusst haben, welches Stück sie mitnehmen. Ob es sich um eine Auftragsarbeit gehandelt hat, bestätigte Gutt nicht, da es sich um laufende Ermittlungen handelt.

Lichtbilder der Tatverdächtigen wurden mittlerweile gesichert. In der Nacht veröffentlichte die Polizei Beschreibungen der beiden Männer, die in unbekannte Richtung geflüchtet waren. Es handle sich um 1,70 bis 1,75 Meter große Männer mit schlanker Statur, dunklen Haaren und dunklem Bart, schwarzer Oberbekleidung sowie dunklen Turnschuhen mit weißer Sohle.

Sachdienliche Hinweise werden an das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 01-31310-38200 erbeten.

Nach diesen Männern wird gefahndet:

  • Fahndung MAK

    Bild: LPD Wien

  • Fahndung MAK

    Bild: LPD Wien

  • Fahndung MAK

    Bild: LPD Wien

  • Fahndung MAK

    Bild: LPD Wien


Ausstellung seit Juni in Wien

Die Ausstellung "Glanzstücke", die im Juni eröffnet hat, vereint "einzigartige, selten gezeigte Objekte aus der MAK Sammlung mit Juwelierskunst aus der 120-jährigen Geschichte des Traditionsunternehmens (Van Cleef & Arpels, Anm.) für Haute Joaillerie, das 1906 auf der Pariser Place Vendôme gegründet wurde", heißt es auf der Homepage des Museums. Gezeigt werden demnach rund 500 Exponate, mehr als 300 von Van Cleef & Arpels und über 200 aus der Sammlung des MAK.

Das Museum bleibt geöffnet, auch die betroffene Ausstellung sperrte am Freitag wieder auf, teilte das MAK per Aussendung mit. "Die Bedingungen für die Wiedereröffnung wurden in enger Abstimmung mit der Polizei geprüft. Der sichere Ausstellungsbetrieb ist gewährleistet", wurde betont. Weitere Fragen wollte das MAK "aus ermittlungstechnischen Gründen" keine beantworten.

Unklar ist, welche Sicherheitsvorkehrung zum Schutz der Exponate getroffen wurden und wie hoch das Ausstellungsstück versichert war. "Auskünfte zu den laufenden Ermittlungen erteilt die Landespolizeidirektion Wien", hieß es in der Aussendung. Auch MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein war auf Anfrage der APA für eine Stellungnahme am Freitag nicht erreichbar.

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