"Schlächter vom Balkan"
Bosnisch-serbischer Kriegsverbrecher Ratko Mladić tot
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von Quelle: APA, JOYN NewsJoyn News
30. Jahrestag: Gedenken an Opfer von Srebrenica
Videoclip • 01:48 Min • Ab 12
Der bosnisch-serbische Ex-Armeechef und Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist tot.
Das Wichtigste in Kürze
Der für seine Rolle im Bosnienkrieg und dem Massaker von Srebrenica verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist gestorben.
Mladić, der wegen seiner Rolle im Bosnienkrieg 1992-1995 eine lebenslange Haftstrafe verbüßte, starb im Alter von etwa 83 Jahren, wie ein Vertreter der UNO am Donnerstag Berichte serbischer Medien bestätigte.
Mladić war wegen seiner Brutalität auch als "Schlächter vom Balkan" bekannt. Er befand sich seit seiner Festnahme 2011 in Haft und war zuletzt schwer krank.
Srebrenica: Mindestens 8.000 Männer und Buben ermordet
Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (IStGH) hatte Mladić wegen des Massakers von Srebrenica im Juli 1995 verurteilt. Damals wurden mindestens 8.000 muslimische Männer und Burschen ermordet. Es gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.
Zudem machten die Richter Mladić für die jahrelange Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo verantwortlich, bei der rund 10.000 Menschen getötet wurden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Mladić gemeinsam mit dem ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milošević und dem bosnischen Serbenführer Radovan Karadžić das Ziel einer "ethnischen Säuberung" verfolgte, um ein großserbisches Reich zu schaffen.
Mladić selbst wies die Vorwürfe stets zurück. Bei seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft im Jahr 2017 schrie er im Gerichtssaal: "Das sind alles Lügen, Sie sind alle Lügner!" Seine Berufung wurde im Jahr 2021 endgültig zurückgewiesen.
Erst 2011 nach jahrelanger Flucht festgenommen
Nach dem Ende des Krieges war Mladić jahrelang untergetaucht und lebte in Belgrad, bis er 2011 festgenommen wurde. Er leistete dabei keinen Widerstand, war jedoch durch Schlaganfälle gesundheitlich gezeichnet. In den vergangenen Jahren verschlechterte sich sein Zustand zusehends, weshalb er mehrfach im Krankenhaus behandelt werden musste.
Anträge auf Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen lehnten die Richter ab. Kürzlich erklärte ein UNO-Arzt, dass der Tod des ehemaligen Generals jederzeit eintreten könne. Seinem Sohn zufolge wiesen Dokumente zwar den 12. März 1942 als Geburtsdatum von Mladić aus, tatsächlich wurde er jedoch am 8. März 1943 geboren.
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