Republikaner-Hochburgen erobert

Demokraten mit historischen Erfolgen bei Gouverneurswahlen

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von Quelle: APA, JOYN News

ZIB 8:00

Demokraten übernehmen beide Kongresskammern

Videoclip • 01:22 Min


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Die Demokraten haben nicht nur bei den Kongresswahlen, sondern auch bei den Abstimmungen auf Bundesstaatsebene eine Reihe überraschender Erfolge eingefahren. Sie eroberten laut US-Medienprognosen bei den Zwischenwahlen am Dienstag mehrere Gouverneursposten in Bundesstaaten, von denen einige bisher als absolute Hochburgen der Republikaner galten.

Nachfolgend ein Überblick über einige besonders beachtete Abstimmungen. Insgesamt wurde in 36 Bundesstaaten über die Gouverneursämter entschieden.

TEXAS

Gina Hinojosa besiegte den amtierenden Gouverneur Greg Abbott. Die bisherige Abgeordnete im Parlament von Texas rückt damit als erste Demokratin seit 1990 an die Spitze des Bundesstaats. Sie entpuppte sich als unerwartet starke Konkurrentin für einen der bekanntesten und bestfinanzierten republikanischen Gouverneure in den USA. Einem Bericht der Zeitung "Texas Tribune" zufolge gab Abbott fast achtmal so viel Geld im Wahlkampf aus wie Hinojosa. Die Demokraten hatten das Rennen in Texas anfangs abgeschrieben und Mühe gehabt, überhaupt eine Kandidatin gegen Abbott zu finden.

GEORGIA

Mit der früheren Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, wird erstmals eine schwarze Frau Gouverneurin eines US-Bundesstaats. Die Demokratin setzte sich gegen den Republikaner Rick Jackson durch. Sie tritt die Nachfolge des republikanischen Gouverneurs Brian Kemp an. Mit ihr besetzen die Demokraten erstmals seit mehr als einem Vierteljahrhundert wieder die Spitze Georgias. Beide Parteien betrachteten die Wahl als frühen Stimmungstest in einem Bundesstaat, der bei der Präsidentschaftswahl 2028 hart umkämpft sein dürfte.

OHIO

Die demokratische Ärztin Amy Acton besiegte den republikanischen Unternehmer Vivek Ramaswamy. Das Rennen hatte landesweit für Aufsehen gesorgt, nachdem Ramaswamys Wahlkampfteam ein brisantes Video mit der von Acton entfremdeten Mutter veröffentlicht hatte. Darin bestritt Donna Arthur die Schilderungen ihrer Tochter über eine von Obdachlosigkeit und sexuellem Missbrauch geprägte Kindheit. Sie rief dazu auf, Acton nicht zu wählen. Die Demokratin ist eine frühere Direktorin der Gesundheitsbehörde von Ohio und leitete die Maßnahmen des Bundesstaats während der Corona-Pandemie. Ohio galt bis zu Trumps Erfolg bei der Präsidentschaftswahl 2016 lange als klassischer Swing State, in dem die Wähler mal mehrheitlich für die Demokraten, dann wieder für die Republikaner stimmten. Die Demokraten hatten in Ohio lediglich eine der vergangenen neun Gouverneurswahlen für sich entschieden.

IOWA

Der oberste Rechnungsprüfer von Iowa, Rob Sand, besiegte den republikanischen Geschäftsmann Zach Lahn. Es war das erste Rennen um das Gouverneursamt in dem Bundesstaat ohne amtierenden Kandidaten seit 2006. Die republikanische Gouverneurin Kim Reynolds war nicht erneut angetreten. Ein zentrales Wahlkampfthema waren die hohen Krebsraten in dem stark von der Landwirtschaft geprägten Bundesstaat. Diese liegen landesweit nach Kentucky an zweiter Stelle. Im Fokus standen Sorgen, dass die Belastung durch Nitrate, Pestizide und andere Umweltgifte ein Grund für die vielen Erkrankungen sein könnte.

WISCONSIN

Die zentrale Frage im Wahlkampf war, ob die Wähler einen Gouverneur wollen, der auf der Linie des republikanischen Präsidenten Trump liegt. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 hatte Trump in Wisconsin die Nase vorn, 2020 war es der Demokrat Joe Biden. Der Demokrat David Crowley gewann das Gouverneursrennen gegen den von Trump unterstützten Republikaner und US-Abgeordneten Tom Tiffany. Crowley ist Verwaltungschef des Bezirks Milwaukee. Er hatte versucht, Tiffany konsequent mit Trumps Agenda in Verbindung zu bringen. Im Kongress hatte Tiffany sich für traditionell konservative Anliegen wie das Recht auf Waffenbesitz und niedrigere Steuern eingesetzt. Zudem hatte er einen Gesetzentwurf eingebracht, der die meisten Abtreibungen nach etwa sechs Wochen Schwangerschaft verboten hätte. Crowley warb im Wahlkampf mit seiner Unterstützung für das Recht auf Abtreibung.

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