"Keine Arbeit"

Kanzler Stocker entschuldigt sich für Kinderbetreuung-Aussage

Veröffentlicht:

von Quelle: APA, JOYN News

PULS 24 Live

Stocker: "Kinderbetreuung keine Arbeit"

Videoclip • 07:50 Min


- Anzeige -
- Anzeige -

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat sich für seinen Aussage, dass Kinderbetreuung keine Arbeit sei, öffentlich entschuldigt. "Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen. Zu Recht, denn er ist falsch", meinte der ÖVP-Obmann in einer Aussendung. Davor hatten sich nicht nur FPÖ und Grüne in zahlreichen Aussendungen empört gezeigt sondern auch der Koalitionspartner SPÖ.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) entschuldigte sich für seine Aussage, Kinderbetreuung sei keine unbezahlte Arbeit, und stellte klar, dass sie eine wichtige gesellschaftliche Leistung sei.

  • Die Äußerung hatte Kritik von SPÖ, FPÖ und Grünen ausgelöst, während Stocker nun die Leistungen von Eltern und Betreuungspersonen würdigte.

Stocker hatte am Donnerstag bei einem Auftritt in Salzburg von einer Zuseherin darauf angesprochen, was er für Mütter zu tun gedenke, gemeint: "Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit." Er habe seine Kinder nicht als Rechenspiel erzogen, "was kriege ich dafür".

"Entschuldigung in aller Deutlichkeit"

"Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit", schrieb Stocker nun zu Mittag. "Kinderbetreuung ist Arbeit. Gerade Frauen, die in den allermeisten Familien immer noch den Großteil der Kindererziehung übernehmen, leisten damit Großartiges", heißt es weiter in seiner Aussendung.

Stocker betont weiter, dass Mütter, Väter, Großeltern alle Großartiges leisten würden bei der Betreuung und Erziehung unserer Kinder und einen unermesslichen Beitrag für unsere Gesellschaft und die Zukunft unseres Landes. "Dafür verdienen sie unseren Dank, unsere Hochachtung und unsere Unterstützung", so der Kanzler

- Anzeige -
- Anzeige -

Mikl-Leitner verteidigt Kanzler

Davor war schon Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Stocker zur Seite gesprungen: "Ich kenne unseren Kanzler so, dass er meint, dass unsere Kinder für uns Eltern bei aller Arbeit, aber vor allem noch viel mehr Freude bedeuten. Und so würde ich ihn auch verstehen."

Anders verstanden ihn die anderen Parteien. Bei SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz stießen Stockers ursprüngliche Äußerungen auf Unverständnis. Unbezahlte Arbeit solle man endlich sichtbar machen statt kleinzureden. "Wer so spricht, blendet die Lebensrealität vieler Frauen aus. Kinderbetreuung ist keine Nebensache, sondern harte Arbeit. Und zwar unbezahlt mit Folgen für Einkommen, Karriere und Pension." Das zeigt laut Schatz auch der am Sonntag kommende Equal Pension Day, der darauf aufmerksam macht, dass Frauen im Durchschnitt um 39,4 Prozent weniger Pension erhalten als Männer. Schatz fordert eine rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, einen Ausbau der Kinderbetreuung und mehr Verantwortung bei den Vätern.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken