Angriffe seit zehn Nächten
Vermittler wollen neue Waffenruhe im Iran-Krieg
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von Quelle: APA, JOYN News:newstime
USA bombardieren den Iran erneut
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Während die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten andauern, bemühen sich die Vermittler Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal "Axios" aus Quellen. Auch das "Wall Street Journal" berichtete über den Vorschlag.
Das Wichtigste in Kürze
Medienberichten zufolge bemühen sich die Vermittler um eine neue Waffenruhe im Iran-Krieg.
Die Militärschläge der USA im Iran dauern mittlerweile seit zehn Nächten an.
Die Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, schrieb die Zeitung.
Die US-Regierung prüfe den Vorschlag derzeit und habe Israel aufgefordert, Maßnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schließen könnten, zitierte "Axios" US-Beamte.
Trump empfängt Libanons Präsidenten Aoun
US-Präsident Donald Trump empfängt am Dienstag Libanons Präsidenten Joseph Aoun. Bei dem ersten Besuch eines libanesischen Staatschefs im Weißen Haus seit 2009 dürfte es vorrangig um eine Festigung der geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon gehen.
Seit April führen Israel und der Libanon zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte politische Gespräche, wobei die libanesische Regierung keine Kriegspartei ist. Die Hisbollah-Miliz ist an den Gesprächen nicht beteiligt. Die USA, die in dem Konflikt vermitteln, fordert genauso wie der Verbündete Israel eine Entwaffnung der Hisbollah, was diese ablehnt. Aoun erhofft sich von Trump ein Einwirken auf Israel, seine Truppen vollständig aus dem Südlibanon abzuziehen. Trotz der Waffenruhe greift Israel weiterhin Ziele in dem nördlichen Nachbarland an.
Die Führung in Teheran verlangt für ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Washington nicht nur unter anderem die eigene Kontrolle über die Straße von Hormuz, sondern auch ein dauerhaftes Ende des militärischen Konflikts zwischen dem Erzfeind Israel und der mit ihr verbündeten Hisbollah.
Zehnte US-Angriffsnacht in Folge
Vorerst aber geht die Gewalt weiter. "Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, bevor das US-Militärkommando die jüngste Angriffswelle am Dienstag früh für beendet erklärte. Ziel seien wieder militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando CENTCOM mit.
Iranische Medien berichteten zuvor über Explosionen unter anderem im Raum Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Chabahar am Golf vom Oman, der Stadt Shiraz im zentralen Süden, bei der Insel Qeshm in der Straße von Hormuz sowie der Großstadt Bandar Abbas. Das US-Militär will mit den Angriffen Irans Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Energiehandel wichtigen Straße von Hormuz unterbinden.
Tanker in der Straße von Hormuz attackiert
Dennoch wurde in der Meerenge erneut ein Tanker attackiert. Er sei vor der Küste des Omans von einem "unbekannten Geschoß" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich vor der Küste des Omans. Erst am Vortag war dort ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang seiner Küste nehmen. Nur diese Route sei sicher.
Derweil geriet auch der Golfstaat Kuwait erneut unter iranischen Beschuss. Die Armee des Landes meldete in der Nacht auf X die Abwehr "feindlicher Raketen- und Drohnenattacken". Kuwait wird wie auch andere Länder der Region, die US-Militärbasen beherbergen, immer wieder Ziel iranischer Gegenschläge.
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen vereinbart, das den Weg zur Beendigung des Krieges ebnen soll. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump kürzlich aber für beendet erklärte. Auch Teheran fühlt sich inzwischen nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.
Sorge vor Eskalation zwischen Libanon und Israel
Die jüngste Eskalation zwischen den beiden Kriegsparteien hatte zuletzt die Sorge vor weiteren Spannungen auch zwischen der libanesischen Hisbollah und Israel geschürt. Auch wenn die Gespräche zuletzt zu einem Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon geführt hatten und darin auch ein Truppenabzug sowie die Entwaffnung der Miliz vereinbart wurden, könnte der israelische Abzug Beobachtern zufolge noch Monate oder länger dauern.
Einen Zeitplan gibt es nicht. Am Montag wurden erste sogenannte Pilotzonen im Südlibanon etabliert. Sie gelten als Testlauf für einen weiteren Abzug der Israelis. Die libanesischen Streitkräfte sollen dort die Kontrolle übernehmen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die derzeitige Waffenruhe soll eine Grundlage für einen dauerhaften Frieden zwischen den verfeindeten Nachbarländern Israel und Libanon schaffen.
Derweil sind die Aussichten auf Frieden auch im Krieg zwischen den USA und dem Iran weiter ungewiss. Trotz der laufenden Bemühungen um eine neue Waffenruhe ist unklar, ob eine der beiden Seiten bereit sein wird, eine erneute Einstellung der Kämpfe zu akzeptieren. US-Medien berichten, dass die USA vielmehr weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegen. Der iranische Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb dazu auf X, dies zeige, dass es den USA nicht ernst damit sei, den Krieg beenden zu wollen.
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