Bergguide
Ausrüstung, Wetter, Notfall: Worauf man beim Wandern achten muss
Veröffentlicht:
von Dijana DjordjevicCafé Puls
Sicheres Wandern im Sommer
Videoclip • 08:56 Min
Verwirrte Wanderer, Selbstüberschätzung und Flip Flops am Berg: Falsche Planung, Verhalten und Ausrüstung führt dazu, dass es immer wieder zu Wanderunfällen kommt. Wie man sich richtig vorbereitet und auf was man achten muss, erklärt eine Expertin.
Das Wichtigste in Kürze
Will man eine Wandertour machen, gilt es einiges zu beachten.
Von Ausrüstung und Planung bis hin zum Wetter und Notsituationen: Auf was man achten muss.
"Bergwandern ist ein Ausdauersport", betont Nina Hörmann vom Alpenverein Edelweiss.
Die Planung und Vorbereitung auf eine Wanderung beginnt Zuhause. Und sie startet mit der Selbsteinschätzung: "Wie schaut es mit meiner Fitness aus? Dementsprechend wähle ich die Tour aus".
Route abgestimmt auf Kondition und Erfahrung
Die Bergroute sollte immer abgestimmt auf die eigene Kondition und Bergerfahrung sein, betont Hörmann. "Wenn ich schon länger nicht mehr in den Bergen unterwegs war, versuche ich mal wieder eine kürzere Tour, eine leichtere Tour und steigere mich dann Schritt für Schritt."
Ganz wichtig bei der Tour zu wissen, ist auch: Wie viele Höhenmeter lege ich zurück? Wie lang ist die Gehzeit? Wie ist die Wegbeschaffenheit? Ist der große Abschnitt des Weges der Sonne ausgesetzt oder habe ich auch Abschnitte im Schatten? Diese Informationen seien online verfügbar, zum Beispiel bei Online-Tourenportalen wie Alpenverein Aktiv.
Genauso sollte man Rücksicht auf die Gruppe nehmen, mit der man unterwegs ist. Sind zum Beispiel Kinder dabei, sollte eine leichte Wanderung gewählt sowie mehr Pausen eingelegt werden. "Ich begleite die Kinder, nicht umgekehrt", laute der Grundsatz.
Ausrüstung: Flip Flops zuhause lassen
Ebenso essentiell bei einer Wanderung ist die Ausrüstung.
Die richtige Schuhwahl:
Die Schuhe müssen von der Größe genau passen - die richtige Passform sowieso ein gutes Sohlenprofil sind wichtig. Flip Flops und generell offene Schuhe sind deshalb absolut ungeeignet. Aber auch Turnschuhe eignen sich nicht, weil sie kein Profil haben. "Je schwieriger der Wanderweg ist, desto fester und höher sollten die Wanderschuhe sein", betont Hörmann.
Was in jeden Rucksack gehört:
Ausreichend Flüssigkeit
Jause für den Weg
Sonnenschutz, Sonnenbrille, Kopfschutz
Auch die Notfall-Ausrüstung sollte immer im Rucksack sein:
Erste-Hilfe-Paket
Stirnlampe
Biwaksack (falls man in ein Gewitter oder Wettersturz kommt)
Wechselklamotten (falls man schwitzt)
Regenjacke bzw. Klamotten im Zwiebel-Prinzip - am Berg kann es häufig stark abkühlen
Außerdem wichtig:
Das Handy muss genug Akku haben!
Im Idealfall eine Powerbank mitnehmen.
Die Tour sollte außerdem auf dem Handy offline abgespeichert werden, für den Fall, dass man während der Wanderung keinen Empfang hat. GPS-Signal hat man dennoch. Das heißt: Auch wenn man keinen Netzempfang hat, wird der eigene Standort trotzdem bestimmt und dann weiß man, wo man sich weiterbewegen muss.
Und wie ist es mit dem Wetter?
Gerade in den Sommermonaten ist die Gewittergefahr besonders hoch und am Berg kann diese im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden - etwa durch einen Blitzeinschlag. Vor der Wanderung solle man sich regelmäßig den Wetterbericht anschauen: Sind Gewitter wahrscheinlich, sollte die Wanderung verschoben bzw. abgebrochen werden.
Auch während der Wanderung sollte das Wetter beobachtet werden. Sollte es zu einem Gewitter kommen, sollte man schnell Schutz aufsuchen bei einer Schutzhütte, die geöffnet ist oder bei einem Unterstand und dort warten, bis das Gewitter vorbeigezogen ist.
Sollte kein Schutz vorhanden sein, gilt im schlimmsten Fall: Hockstellung einnehmen, Füße geschlossen halten. Gemieden werden sollten jedenfalls: Gipfel, freistehende Bäume, Stahlseilsicherungen und wasserführende Rinnen.
Was tun im Notfall?
Sollte man selbst oder eine andere Person in eine Notlage geraten, zählt jede Minute, betont auch der ÖAMTC. In dem Fall gilt: Bewahren Sie Ruhe und lösen Sie sofort die Rettungskette aus. Ganz wichtig: Lassen Sie Verletzte niemals allein.
Notrufnummern in Österreich: Alpin-Notruf 140 - Rettung 144
Weitere Signale: Rufen, Lichtzeichen oder Winken mit großen Kleidungsstücken
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