Fußball
"Vielleicht ist es gut": FIFA-Chef Infantino wehrt sich gegen Trinkpausen-Kritik
Veröffentlicht:
von Seyda GünCafé Puls
Kritik an FIFA: Trinkpause für Spieler oder Werbebreak?
Videoclip • 03:24 Min
Kaum ein Thema hat bei der diesjährigen Fußball-WM in Nordamerika so viel Aufsehen erregt wie die "Hydration Breaks". Was als Schutzmaßnahme gegen die Hitze gedacht ist, wird von vielen als versteckte Werbepause kritisiert. FIFA-Chef Gianni Infantino ließ die Debatte nicht unkommentiert.
Das Wichtigste in Kürze
Die bei der Fußball-WM 2026 eingeführten Trinkpausen sorgen für Kritik, da währenddessen im TV Werbung läuft und viele darin eher wirtschaftliche Interessen sehen.
Der FIFA-Präsident verteidigt die Regel hingegen als Schutzmaßnahme für die Spieler und zur Verbesserung der Spielqualität.
Der Weltfußballverband hat für alle 104 Spiele der WM 2026 eine dreiminütige Trinkpause vorgeschrieben - unabhängig von den Temperaturen, die vor Ort herrschen. Mit dieser neuen Regel möchte man das Wohlbefinden der Fußballer stärken und mögliche Nachteile durch die teils extremen Wetterbedingungen ausgleichen - so heißt es zumindest laut der FIFA.
Besonders online wird die neue Regel kritisch diskutiert: Während der Trinkpausen läuft im TV Werbung. Damit stellt sich für viele die Frage, ob hier gesundheitliche Aspekte oder doch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht das anders: Er wies die Kritik an den Trinkpausen entschieden zurück.
"Ist das unbedingt schlecht?"
"Vielleicht kann der Trainer bestimmte Situationen neu bewerten und bestimmte Fehler korrigieren. Die Spieler bekommen eine kleine Verschnaufpause und kommen dann wieder mit voller Kraft zurück. Nun, ist das unbedingt schlecht? Vielleicht ist es sogar gut", sagte der Schweizer nach Angaben der Nachrichtenagentur AP neulich im Interview mit SNTV.
Infantino betonte, dass der Fußball-Weltverband durch die von den Sendern geschalteten Werbepausen keine zusätzlichen Einnahmen erziele, da die Verträge bereits vor der Einführung dieser neuen Regel abgeschlossen worden seien. Die Trink- und Verschnaufpausen verbessern nach Ansicht des 56-Jährigen auch die Spielqualität: "Wir haben noch nie erlebt, dass 90 Minuten in einem Turnier wie diesem mit einer solchen Intensität gespielt wurden."
Wie glaubwürdig Infantinos Verteidigung ist, bleibt offen. Schließlich steht die FIFA seit Jahren immer wieder wegen Korruptions- und Bestechungsvorwürfen sowie fragwürdiger Entscheidungen in der Kritik.
Trinkpausen-Analyse nach Turnier 2026
Die FIFA werde auf der Grundlage der Erfahrungen bei dieser WM analysieren, wie man künftig mit der Neuerung umgehen werde. Für Infantino steht jedenfalls fest: "Wenn wir Trinkpausen nur in den Spielen einlegen würden, in denen es zu heiß ist, und nicht in den anderen, würden wir einigen Trainern oder Mannschaften einen Vorteil oder Nachteil verschaffen".
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