Fußball

Trinkpausen bei der WM: Warum sie im Netz für Unmut sorgen

Aktualisiert:

von Seyda Gün

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WM der Rekorde: 3 Millionen Liter Bier und neue Regeln für Fans

Videoclip • 02:31 Min • Ab 12


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Was eigentlich als sinnvolle Maßnahme gegen die Hitze gedacht ist, sorgt bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika für Kritik. Im Netz wächst der Verdacht, dass die verpflichtenden Trinkpausen für die FIFA und TV-Sender neue kommerzielle Spielräume eröffnen könnten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die FIFA führt bei der WM 2026 verpflichtende Trinkpausen in allen 104 Spielen ein, um Spieler bei erwarteten hohen Temperaturen zu entlasten.

  • Kritik gibt es vor allem wegen der Möglichkeit, während dieser Unterbrechungen Werbung zu schalten. Fans befürchten eine stärkere Kommerzialisierung des Sports, während Befürworter auch gesundheitliche und taktische Vorteile sehen.

Die FIFA hat für alle 104 Spiele der WM 2026 eine dreiminütige Trinkpause vorgeschrieben. Diese sind weder an das Wetter noch an bestimmte Temperaturen geknüpft. Diese Pausen werden nach rund 22 Minuten beziehungsweise 67 Minuten Spielzeit eingelegt. Mit dieser neuen Regel möchte man das Wohlbefinden der Fußballer stärken und mögliche Nachteile durch die teils extremen Wetterbedingungen ausgleichen. Schließlich werden in den USA während des Turniers hohe Temperaturen - deutlich über 30 Grad Celsius - und teilweise schwüle Bedingungen erwartet.

Doch die neue FIFA-Regel hat auch Auswirkungen über den Platz hinaus. Konkret betrifft es die Zuschauer:innen vor den Fernsehern: Die übertragenden Sender dürfen nämlich während der kurzen Trinkpause Werbung schalten - und genau das sorgt vor allem im Netz für Kritik.

Ein vielfach geteiltes Video auf X vom 13. Juni von dem Spiel USA gegen Paraguay zeigt, wie der Wiederanpfiff nach einer Trinkpause verzögert wird. Nutzer:innen behaupten, der Schiedsrichter habe mit dem FIFA-Übertragungsteam auf die Fortsetzung des Spiels gewartet, bis die Werbung in der TV-Übertragung beendet wird. "Eine Schande für den Profisport. Unter dem Vorwand einer Trinkpause in der 22. Minute einem Spitzensportler WÄHREND des Spiels Werbung unter die Nase zu reiben", kommentiert eine Person.

Jemand anderes schreibt: "FIFA saugt jeden letzten Dollar aus den Fans heraus." Eine offizielle Bestätigung für das Video gibt es bisher nicht.

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Wird Fußball zum Produkt?

Auch auf TikTok häufen sich kritische Stimmen zu den Werbeunterbrechungen während der Trinkpausen. Eine davon ist die bekannte Creatorin Haneefah, bekannt unter dem Usernamen "lfc girl": "Fußball wird langsam weniger als Sport und mehr als Produkt betrachtet", so die Creatorin mit knapp 870.000 Follower:innen.

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Laut dem US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" werfen Kritiker:innen die Frage auf, ob neben gesundheitlichen Aspekten auch wirtschaftliche Interessen des Weltfußballverbands und der TV-Sender eine Rolle spielen.

Schließlich schaffen die zusätzlichen Unterbrechungen feste Zeitfenster, die für Werbeschaltungen genutzt werden könnten um teure TV-Rechte zu refinanzieren. Auch die FIFA könnte davon langfristig profitieren.


Van Dijk: "nicht so toll"

Kritische Stimmen gibt es nicht nur im Netz, sondern auch im Fußball. "Die Trinkpausen sind schon etwas eigenartig, denn ich habe mir natürlich bis heute fast alle Spiele angesehen und jedes Mal, wenn es in die Werbung geht, finde ich das nicht wirklich toll. Ich glaube, für die neutralen Zuschauer vor dem Fernseher ist das auch nicht gerade toll", so der niederländische Fußballstar Virgil van Dijk nach dem Spiel gegen Japan im BBC-Interview.

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ÖFB-Teamarzt sieht Vorteile

Trotz der Kritik, wonach die verpflichtenden Unterbrechungen vor allem zusätzliche Werbeflächen schaffen sollen, sieht ÖFB-Teamarzt Michael Fiedler auch Vorteile. "Alles, was eine Pause bewirkt, gibt Chancen", erklärte der Medizinier gegenüber der APA am Sonntag. Neben dem Einsatz von Kühlwesten, Flüssigkeits- und Ernährungssubstitution böten sich auch taktische Möglichkeiten.

Wie sich die Kritik an den Trinkpausen - unter Zuschauer:innen oder etwa auch Fußballern - in den kommenden Wochen entwickeln wird, bleibt abzuwarten - immerhin WM gerade erst begonnen. Die Diskussion über mögliche wirtschaftliche Interessen im Hintergrund dürften den Fußball und die Gesellschaft jedoch weiterhin begleiten.

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