Bezirk Amstetten
NÖ: Ermittlungen zu Hunderten toten Schweinen in Mastbetrieb
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von Quelle: APA, JOYN NewsST. PÖLTEN - ÖSTERREICH: THEMENBILD - ZU APA0036 VOM 24.4.2015 - Schweine in einem Stall eines Aufzuchtbetriebes in Niederösterreich, aufgenommen am 29. Februar 2008. Der Bioanteil im Lebensmittelhandel beträgt beim Schwein, aus kulinarischer Sicht Österreichs "Lieblingsnutztier", nicht einmal zwei Prozent. (ARCHIVBILD VOM 29.2.2008).
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Nach dem Fund von 400 toten Schweinen in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten laufen Ermittlungen. Der Landwirt soll sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben und mit den Tieren überfordert gewesen sein. Ermittlungen ergaben einen "Fehlbestand" von etwa 1.000 Schweinen, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Dienstag. Kannibalismus unter den Tieren könne nicht ausgeschlossen werden. Der Bauer wird angezeigt, der Betrieb wurde behördlich geschlossen.
Das Wichtigste in Kürze
In einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten wurden 400 tote und verweste Schweine entdeckt, weitere rund 1.000 Tiere gelten als vermisst.
Der überforderte Landwirt wird wegen Tierquälerei angezeigt, der Betrieb wurde geschlossen; auch Kannibalismus unter den Tieren wird nicht ausgeschlossen.
Nachbarn hatten sich im Juli über Verwesungsgeruch beschwert. Die Polizei und die Amtstierärztin fanden am 24. Juli "400 verendete bzw. zum Teil bereits verweste Schweine", sagte der Sprecher. "88 Tiere waren am Leben, diese wurden auf umliegende Betriebe aufgeteilt", berichtete Baumschlager. Der Landwirt, der den Hof im Mostviertel alleine geführt hatte, dürfte die Schweine seit Jahresbeginn nicht gefüttert haben, wie auch Medien berichteten. Zwei Kontrollen ab dem 17. Juli soll der Mann durch Vorwände verhindert haben, am 24. Juli konnte die Überprüfung schließlich durchgeführt werden.
Kannibalismus wird nicht ausgeschlossen
In Bezug auf etwaige weitere verendete Schweine waren Ermittlungen im Gange. Die Auswertung der An- und Verkaufslisten des Betriebes habe einen "Fehlbestand von etwa 1.000 Tieren" ergeben, teilte Baumschlager zum aktuellen Stand der polizeilichen Erhebungen mit. Ermittlungen zum Verbleib dieser Tiere waren im Laufen, aufgrund von in dem Betrieb aufgefundenen Knochen könne Kannibalismus nicht ausgeschlossen werden.
Der Landwirt wird wegen Tierquälerei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. Weitere Konsequenzen sowie ein Tierhalteverbot werden geprüft, hieß es von der Bezirkshauptmannschaft auf Anfrage.
"Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, den man sich im schlimmsten Albtraum nicht ausmalen kann. Hier wurden hunderte Tiere den größtvorstellbaren Qualen ausgesetzt, und das über Wochen oder Monate", teilte Isabell Eckl vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) am Dienstag in einer Aussendung mit. Der VGT forderte "ein umgehendes Tierhaltungsverbot für den Verantwortlichen". "In solchen extremen Fällen" brauche es eine gesetzliche Neuregelung. Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) sprach sich ebenfalls für eine Änderung aus, wie auch die "Krone" berichtete. Konkret gehe es darum, dass bei solch dramatischen Vorfällen künftig ein Tierhaltungsverbot sofort ausgesprochen werden darf und nicht gerichtliche Verfahren abgewartet werden müssen.
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