Hass, Missbrauch und Co.
Strategien gegen Online-Gefahren für junge Nutzer
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von Quelle: APA, JOYN NewsZEIT IM BILD 1
Online-Netzwerke erpressen Jugendliche
Videoclip • 01:43 Min
Gefährliche Online-Phänomene wie Deepfakes, Hasskommentare oder Kindesmissbrauch zählen zur Lebensrealität vieler Kinder und Jugendlichen. "Beziehung ist der beste Schutz", hieß es in einem Pressegespräch der Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA) Oberösterreich am Dienstag in Linz. Das internationale Online-Phänomen "The Com" sei in Oberösterreich definitiv angekommen.
Unter dem Begriff "The Com" werden vulnerable junge Menschen über Messenger-Dienste oder Gaming-Plattformen angesprochen, gezielt manipuliert und teilweise zu Selbstverletzung, Gewalt oder Straftaten gedrängt. Kerstin Matschiner von der Kriminalprävention der Landespolizeidirektion Oberösterreich hielt sich mit Informationen bedeckt. Tenor der Pressekonferenz: Dieses Thema sei in Oberösterreich definitiv angekommen, da müsse man hinschauen.
Zahlreiche Meldungen über "Trusted Flagger"
Darüber hinaus werden zahlreiche weitere gefährdende und teils strafbare Methoden registriert. Seit April 2026 ist die KiJA als unabhängige "Trusted Flagger" zertifiziert. Damit können relevante Online-Inhalte vorrangig auf den Plattformen gemeldet werden, um diese zu entfernen. Einerseits nimmt die KiJA hier Meldungen von Usern niederschwellig entgegen, prüft aber auch selbst nach entsprechenden Inhalten. Die Bilanz: mehrere hundert eingelangte Meldungen, rund 70 davon wurden als rechtswidrig eingestuft und an die jeweiligen Plattformen zur Löschung weitergeleitet. Ein Folder soll Eltern, Lehrer und Jugendliche für diese Möglichkeit aufklären. "Mit dem Trusted Flagger-Status können wir schneller und wirksamer gegen Hass, Cybermobbing und digitale Gewalt vorgehen", sagt die Kinder- und Jugendanwältin des Landes OÖ, Christine Winkler-Kirchberger.
Medienkompetenz, Beziehungen und Ansprechpersonen sowie das Hinsehen auf die Online-Aktivitäten der jungen Menschen zählen zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen, hieß es. Die Jugendlichen würden nicht zwischen online und offline unterscheiden, oft fehlen Anerkennung und Aufmerksamkeit, die sie dann in der Online-Welt suchen, so Matschiner. Aufklärung sei wesentlich zur Prävention, aber auch die Vernetzung der relevanten Systeme im Jugend-, Schul- und Sozialbereich. Mit der Plattform Gewaltprävention OÖ arbeiten sechs zentrale Organisationen in Oberösterreich zu diesem Thema bereits zusammen. Ein Krisenstab in einer Schule zeigte bereits Erfolge der Zusammenarbeit zwischen Schule, Bildungsdirektion, Schulpsychologie, Schularzt und Polizei.
Rolle der Eltern in der Medienerziehung
Den Eltern komme eine besondere Rolle zu. Sie sollten über aktuelle gefährliche Phänomene und die Online-Aktivitäten der Kinder informiert bleiben, so Matschiner. Doris Bonifarth, Leiterin der KiJA Kriminalprävention in Oberösterreich, ergänzt: "Bei den Eltern pendelt es oft zwischen Angst und Naivität. Doch auch wenn ein Kind noch kein Handy hat, bekommt es die Inhalte anderswo mit." Daher sei es wichtig, sich mit den digitalen Inhalten schon bei den Jüngsten auseinanderzusetzen. Medienerziehung gehöre unbedingt ins Elternhaus, meinte Matschiner.
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