Abgeordnete fordern Freilassung von saudischer Aktivistin
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von AgenturenDie Frauenrechtsaktivistin Manahel al-Otaibi einige Jahre vor ihrer Verhaftung
Bild: APA/APA/AFP/FAYEZ NURELDINE
Österreichische Abgeordnete von vier Parlamentsparteien fordern die Freilassung der saudi-arabischen Frauenrechtsaktivistin Manahel al-Otaibi. Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) berichtete, hatte die Fitnesstrainerin und Aktivistin sich zuvor auf dem Onlinedienst X für Frauenrechte eingesetzt. Außerdem veröffentlichte sie auf der Social-Media-App Snapchat Fotos von sich ohne Abaya, dem langen Gewand, das vollständig den Körper bedeckt.
Manahel al-Otaibi erhielt eine Gefängnisstrafe von elf Jahren und ist seit November 2022 in saudischer Haft. Dort soll al-Otaibi misshandelt worden sein. Anlässlich ihres 32. Geburtstags am Donnerstag fordern Menschenrechtsorganisationen und die außenpolitischen Sprecherinnen und Sprecher von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen ihre Freilassung.
"Manahel al-Otaibi wurde nur deshalb verurteilt, weil sie sich friedlich für Frauenrechte einsetzte. Sie wurde in Haft geschlagen und es wurde ihr medizinische Versorgung verweigert. Es ist unsere demokratische Pflicht, laut zu werden, wenn sich mutige Menschen gegen autoritäre Praktiken auflehnen", erklärten Gudrun Kugler (ÖVP), Petra Bayr (SPÖ), Nikolaus Scherak (NEOS) und Meri Disoski (Grüne) am Mittwoch in einer gemeinsamen Aussendung. Al-Otaibis Familie müsse in regelmäßigen Abständen Informationen über ihren Gesundheitszustand erhalten, forderten sie.
Eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung
Nach Angaben von al-Otaibis Familie erhalte sie nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung, obwohl sie an Multipler Sklerose leide, berichtete AI. Darüber hinaus würden al-Otaibis Angehörige kaum verlässliche Informationen über ihren Zustand oder Behandlung erhalten. Am Telefon klinge al-Otaibi benommen - so als stünde sie unter starkem Medikamenteneinfluss. Zudem hätten Gefängnisangestellte und Mitgefangene sie schon öfters geschlagen. Einmal berichtete die Aktivistin sogar, ein gebrochenes Bein zu haben, und keine medizinische Versorgung erhalten zu haben.
"Manahel al-Otaibi sitzt im Gefängnis, weil sie es wagte, Freiheit und Gleichberechtigung einzufordern. Ihr Fall macht deutlich: Wer öffentlich für Frauenrechte eintritt, riskiert weiterhin Verfolgung, Haft und Gewalt - ungeachtet dessen, wie fortschrittlich sich Saudi-Arabien auf der Weltbühne präsentieren mag", sagte Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich.
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