Wegovy

Abnehmpille vor Marktstart in der EU

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Abnehmspritzen: Chancen und Risiken der neuen Therapieform

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Mit 1. September soll es im Nachbarland Deutschland die sogenannten Wegovy-Tabletten, den Abnehmwirkstoff Semaglutid zur oralen Einnahme, geben. Laut der deutschen "Pharmazeutischen Zeitung" sind die Unterschiede zwischen Wegovy-Spritzen und Tabletten gering. Die Einnahmemodalitäten der Tabletten sind aber etwas komplex. Novo Nordisk Österreich konnte am Donnerstag auf APA-Anfrage "noch kein genaues Datum für die Produkteinführung" hierzulande nennen.

"Novo Nordisk startet mit einer schrittweisen Einführung der Wegovy-Pille innerhalb der EU, um damit eine ausreichende Verfügbarkeit in den jeweiligen Ländern sicherzustellen", wurde betont. Die Erfahrungen aus den USA, wo die Abgabe in Tablettenform Anfang des Jahres eingeführt wurde, zeigten, dass es zu einer starken Nachfrage komme. In der ersten Jahreshälfte seien über fünf Millionen Verschreibungen ausgestellt worden, hieß es seitens Novo Nordisk Österreich.

Tabletten nur für Erwachsene

Zumindest in Deutschland wurde für einen etwaigen "Run" auf die schluckbaren GLP-1-Rezeptoragonisten vorgesorgt. "Es ist ausreichend Ware verfügbar, um die erwartete Nachfrage zu bedienen", teilte der Hersteller Novo Nordisk dort der "Pharmazeutischen Zeitung" mit.

Das Anwendungsgebiet für die beiden Verabreichungsformen von Semaglutid sei ident: "Beide enthalten den GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid und beide sind zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit einer Adipositas (BMI ab 30) oder mit Übergewicht (BMI ab 27) plus einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung wie Diabetes, Bluthochdruck, Lipidstoffwechselstörung, obstruktiver Schlafapnoe, Herzinfarkt und Schlaganfall in der Vorgeschichte oder Problemen mit den Blutgefäßen." Die Injektionslösung im Fertigpen sei auch für adipöse Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, die Tabletten nur für Erwachsene.

Hohe Wirksamkeit

In der großen Wirksamkeits- und Sicherheitsstudie, welche zur Zulassung des Medikaments durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) führte, konnte mit der 25-Milligramm-Tablette einmal täglich eine vergleichbare Gewichtsabnahme wie mit der Injektionslösung einmal wöchentlich erzielt werden. Durchschnittlich waren es minus 13,6 Prozent nach 64 Wochen Behandlung, verglichen mit minus 2,2 Prozent unter Placebo, schrieb die EMA in ihrer Zulassungsempfehlung. Auch die möglichen Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung etc. seien für die injizierbare und die schluckbare Anwendungsform gleich.

Weil Semaglutid sehr schlecht nach dem Schlucken aufgenommen wird, benötigt man für die Tabletten 70 Mal so viel des Wirkstoffes wie für die Injektionslösung. Insgesamt werden nur ein bis 1,5 Prozent des in den Tabletten enthaltenen Wirkstoffs resorbiert.

Zugelassen sind als reguläre Erhaltungsdosis 25-Milligramm-Tabletten zur einmal täglichen Einnahme. Die Wegovy-Injektionslösung enthält hingegen 2,4 mg Semaglutid einmal wöchentlich. In beiden Anwendungsformen muss langsam mit niedrigen Dosierungen gestartet werden.

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"Fasten" vor Einnahme

"Die Tabletten kommen daher auch in Dosierungen 1,5, vier und neun Milligramm auf den Markt. Die niedrigeren Dosierungen sind rund und haben einen Durchmesser von 6,5 Millimeter. Die 25-Milligramm-Tablette ist dagegen oval mit den Maßen 6,8 mal zwölf Millimeter", so die "Pharmazeutische Zeitung". Wer von den Spritzen auf die Tabletten umsteigen wolle, könne das eine Woche nach der letzten Injektion tun und mit der 25-Milligramm-Pille beginnen.

Dafür ist die Einnahme der Tabletten etwas komplex. Sie müssen auf nüchternen Magen nach mindestens acht Stunden Fasten eingenommen werden. Eine halbe Stunde nach der Einnahme darf nichts gegessen oder getrunken werden. Semaglutid in Tablettenform sollte mit einem halben Glas Wasser geschluckt werden. Bei Auslassen einer Dosis sollte erst mit der nächsten Dosis fortgesetzt werden.

"Ob Tablette oder Spritze bleibt also letztlich Geschmackssache des Anwenders", schrieb die deutsche "Pharmazeutische Zeitung". Bei Personen, die viele Arzneimittel verschrieben bekämen, könnte der Fertigpen die bessere Lösung sein. Anderen Menschen könnte es im Alltag wiederum schwerfallen, mit den Tabletten die "Fastenzeit" und den Abstand zur nächsten Mahlzeit einzuhalten. Das sei aber für die Resorption des Wirkstoffs entscheidend. Immer sollten auch Ernährungs- und Bewegungsprogramme hinzukommen.

Bei Diabetes weiterhin Spritze

Neben der Wegovy-Tablette und -Spritze bei Adipositas und starkem Übergewicht ist für die Therapie des unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes das Medikament Ozempic ebenfalls mit dem Wirkstoff Semaglutid von Novo Nordisk verschreibbar. Dieses bleibt zumindest vorerst nur als "Pen zur subkutanen Injektion mit der Maximaldosis 2 mg" erhältlich, teilte das Unternehmen in Österreich mit.

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