Belarussische Oppositionelle Kolesnikowa in Wien

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von Agenturen

Freiheitskämpferin war fünf Jahre lang politische Gefangene

Bild: APA/APA/AFP/SASCHA SCHUERMANN


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Die berühmte belarussische Oppositionelle und ehemalige politische Gefangene Maria Kolesnikowa hält sich am Montag in Wien auf. Die Flötistin tritt auf Einladung von Fjum (Forum Journalismus und Medien) und Erste Stiftung im Presseclub Concordia auf und wird über den Widerstand gegen die Autokratie in Belarus sprechen. Sie ist auch Festrednerin bei den diesjährigen Salzburger Festspielen im Sommer.

Kolesnikowa war auf Drängen der USA im Dezember nach mehr als fünf Jahren in belarussischer Haft freigekommen. Sie gehörte zu den Anführerinnen der Demokratiebewegung in Belarus nach der Präsidentenwahl im August 2020, die vom Regime des Autokraten Alexander Lukaschenko brutal niedergeschlagen wurde. Aktuell gelten nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Wjasna noch immer mehr als 850 Häftlinge als politische Gefangene.

Die Aktivistin und Künstlerin war im September 2020 festgenommen worden. Ein Jahr später wurde sie wegen Verschwörung zum Umsturz zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt. Bei ihrer Festnahme hatte sie damals eine Zwangsausreise verhindert, indem sie ihren Pass zerriss, um in ihrer Heimat bleiben zu können. Mehr als zwei Jahre befand sie sich eigenen Angaben zufolge in Isolationshaft, die sie mithilfe von Büchern, Disziplin und positivem Denken überstand. Sie lebt mittlerweile in Deutschland. Seit ihrer Freilassung hat sie zahlreiche Interviews gegeben, Auftritte absolviert und auch Preise entgegengenommen wie den renommierten Internationalen Karlspreis.

"Beispiel für Diplomatie"

Die 44-Jährige spricht sich dafür aus, Belarus aus der Isolation zu holen. "Ich selbst bin ein Beispiel dafür, wie Diplomatie funktioniert. Ich bin nur frei, weil die USA mit Lukaschenko verhandelt haben", sagte Kolesnikowa im Gespräch mit der "Presse" (Sonntag). "2020 war nur möglich, weil viele Menschen davor die Möglichkeit hatten, in die EU zu reisen, dort zu studieren, die Luft der Freiheit zu atmen und europäische Werte kennenzulernen. Deshalb haben wir uns für einen europäischen Weg entschieden." Das habe der russische Präsident Wladimir Putin verhindern wollen und Lukaschenko unterstützt. Aus demselben Grund habe Putin auch die Ukraine angegriffen. "Jetzt wächst in Belarus eine Generation heran, die diese Erfahrungen nicht hat und nicht mehr versteht, was Europa überhaupt ist."

Kolesnikowa fordert von Europa eine Vision für ihr Land. "Seit mehr als fünf Jahren verhängt die EU nur Sanktionen gegen Belarus und öffnet kein Fenster für politische Lösungen. Einfach nicht mit der Regierung in Minsk zu sprechen, ist noch keine Strategie. So hat Europa keinen Einfluss auf die Situation", erklärte sie. Auch bei der Lösung des Ukraine-Kriegs müsse Belarus mitbedacht werden, betonte sie.

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