Belgrader Polizeichef nach Schießerei verhaftet
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von Agenturen++ ARCHIVBILD ++ Der Belgrader Polizeichef Veselin Milić wurde am Freitag verhaftet
Bild: APA/APA/dpa/Julian Stratenschulte
Seit fast eineinhalb Jahren beklagen sich serbische Regierungsgegner immer wieder über das unrechtmäßige Verhalten der Polizei - allen voran gegenüber protestierenden Studentinnen und Studenten. Die Polizei steht laut ihnen im Dienste der seit 2012 regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) und diverser Schlägerbanden. Kritiker fühlen sich von der Festnahme des Belgrader Polizeichefs Veselin Milić am Freitag in ihren Ansichten bestätigt.
Milić soll per Gerichtsbeschluss 30 Tage in Haft bleiben. Er ist die drittwichtigste Person im Innenministerium, nach dem Innenminister und Chef der Sozialistischen Partei (SPS) Ivica Dačić und dem serbischen Polizeidirektor Dragan Vasiljević. Milić wird vorgeworfen, eine Straftat nicht gemeldet und sogar bei ihrer Vertuschung mitgeholfen zu haben.
Konkret handelt es sich bei dem Vorwurf um eine Schießerei vergangenen Dienstag mit einem Opfer. Der Vorfall ereignete sich in einem Restaurant des noblen Belgrader Stadtviertels Senjak. Milić war bei dem Vorfall anwesend. Im Vorfeld der Schießerei soll er zwei mutmaßliche Mitglieder von Mafiagruppen in das Restaurant eingeladen haben. Die zwei Personen sollten sich miteinander versöhnen. Das berichteten serbische Medien.
Vučić: Hälfte der Drogendealer unter Polizeischutz
Während ehemalige Polizeifunktionäre von einem "Untergang der Polizei" sprachen, forderte die Opposition einen Rücktritt von Dačić und Vasiljević. Am Samstag gab Präsident Aleksandar Vučić bei einer Pressekonferenz bekannt, die Polizei suche noch immer nach der Leiche des Opfers. Zehn Personen, darunter vier Polizisten, seien festgenommen worden.
Vučić kündigte auch die Vorbereitung eines Gesetzes gegen Polizisten vor, die im Dienste krimineller Gruppen agieren. Das Gesetz soll Polizei und kriminelle Gruppen voneinander abgrenzen. "Die Hälfte der Drogendealer steht unter Polizeischutz", sagte Vučić.
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