Denkmal für einstiges KZ-Außenlager Aflenz/Sulm vorgestellt

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Im südsteirischen Aflenz befand sich ein Außenlager des KZ-Mauthausen

Bild: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL


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Mehr als 60 Menschen fanden im KZ-Außenlager von Mauthausen in Aflenz an der Sulm (Bezirk Leibnitz) in den Jahren 1944 und 1945 den Tod. Die zugewiesenen rund 900 KZ-Häftlinge bauten einen unterirdischen Steinbruch zur Produktionsstätte für Flugmotorenteile aus. Milica Tomić hat sich jahrelang mit der Geschichte des Lagers auseinandergesetzt. Am Donnerstag wurde das von ihr am einstigen Lagerareal geplante Landschaftsdenkmal, das im Herbst eröffnet werden soll, vorgestellt.

Das KZ-Außenlager in der Ortschaft Aflenz an der Sulm war eines von 40 Außenlagern des KZ Mauthausen. Es bestand von Februar 1944 bis April 1945 und befand sich auf einer Wiese schräg unterhalb des sogenannten Römersteinbruchs. Errichtet wurde das Konzentrationslager zur Einrichtung einer unterirdischen Flugmotorenteileproduktion der Steyr-Daimler-Puch AG, Werk Graz-Thondorf. Zeitweise waren dort bis zu 650 Menschen interniert, 62 starben an den unerträglichen Arbeits- und Lebensbedingungen bzw. wurden ermordet.

Lange verdrängte Geschichte

Heute ist davon nahezu nichts mehr zu erkennen. Milica Tomić - Künstlerin und zugleich Leiterin des Instituts für zeitgenössische Kunst an der TU Graz - beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit dem historischen Ort und will die lange verdrängte Geschichte wieder sichtbar machen. Zentrales Element des "Aflenz Memorial" ist ein geschottertes Wegesystem, das die ehemaligen Dimensionen des früheren Konzentrationslagers im Gelände nachvollziehbar machen soll. Auch der ehemalige Appellplatz sowie eine der Baracken werden markiert. Im nahe gelegenen Wald wurde unmittelbar vor der Aufgabe des Konzentrationslagers im Frühjahr 1945 ein Massengrab angelegt, das nach dem Krieg exhumiert wurde. Setzlinge aus diesem Wald werden bei der Gestaltung des Memorials ebenfalls eine Rolle spielen, hieß es am Donnerstag.

Träger des Projekts "Aflenz Memorial" ist das Institut für Kunst im öffentlichen Raum des Universalmuseum Joanneum und die Archäologisch Soziale Initiative Steiermark ASIST. Das Areal des ehemaligen KZ-Außenlagers befindet sich im Eigentum der Holcim GmbH (vormals Perlmoser AG), die sie für die Dauer von 25 Jahren kostenfrei für das Landschaftsdenkmal-Projekt zur Verfügung stellt. Die Gemeinde Wagna werde die Pflege der Anlage übernehmen. Nach der Eröffnung, die für Oktober 2026 geplant ist, sollen geschulte Mauthausen-Guides - organisiert durch das Mauthausen Komitee Österreich - bei Bedarf Führungen für Schulklassen, Jugendgruppen und Interessierte durchführen.

Ort des Grauens wird Ort des Gedenkens

Die Gemeinde Wagna errichtete im Jahr 1989 am Eingang zu einem Stollen des Steinbruchs eine Gedenktafel für die Opfer des KZ Aflenz. Vor dem Bahnhof in Leibnitz wurde im Jahr 1990 ein Denkmal errichtet. Zeitgleich schrieb das Institut für Kunst im öffentlichen Raum einen ersten künstlerischen Wettbewerb für den Ort des einstigen KZ-Außenlagers aus. Der ausgewählte Entwurf von Helmut und Johanna Kandl konzentrierte sich dabei auf das sogenannte "Wächterhaus": Die Ruine des ehemaligen Wächterhauses des Lagers erhielt den Schriftzug "Wächterhaus" in der Schrifttypologie der NS-Zeit - allerdings in rot-orangen Lettern.

2013 wurde dann die international renommierte, in Serbien geborene Künstlerin Milica Tomić eingeladen, eine Form des Erinnerns jenseits der klassischen Mahnmalästhetik zu finden. In Kooperation mit dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum entstand dazu zwischen 2017 und 2020 am Institut für Zeitgenössische Kunst der TU Graz ein Lehr- und Forschungsprogramm, das die Grundlage für das geplante Memorial legte.

(S E R V I C E - Die Eröffnung des "Aflenz Memorial" unter der künstlerischen Leitung von Milica Tomić ist für den 18. Oktober geplant.)

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