Deutsch-französisches Kampfjet-Projekt FCAS gescheitert

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Deutsch-französisches Kampfjet-Projekt gescheitert

Bild: APA/APA/AFP/JULIEN DE ROSA


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Nach jahrelangen Vorbereitungen ist das milliardenschwere FCAS-Rüstungsprojekt eines deutsch-französischen Kampfjets gescheitert. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron seien zu der gemeinsamen Einschätzung gekommen, dass die Unternehmen Dassault und Airbus beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfinden, hieß es am Montag aus deutschen Regierungskreisen.

Man wolle aber das übergeordnete "System der Systeme", das Flugzeuge und Drohnen in einer sogenannten "Combat Cloud" zusammenbinden soll, weiter gemeinsam entwickeln, hieß es am Montag in Regierungskreisen in Berlin. Beim deutsch-französischen Ministerrat Mitte Juli sollen beide Verteidigungsministerien zudem einen Arbeitsplan mit einigen gemeinsamen Rüstungsprojekten vorlegen.

FCAS sollte Eurofighter oder Rafale ersetzen

Das sogenannte Future Combat Air System (FCAS) sollte ein hochkomplexes europäisches Luftkampfsystem sein, das ab den 2040er-Jahren die bisherigen Kampfjets wie den deutschen Eurofighter und die französische Rafale ersetzen sollte. Es sollte zudem eine Antwort auf US-Rüstungsentwicklungen sein. Allerdings konnten sich der französische Konzern Dassault und der deutsch-französische Luftfahrtkonzern Airbus nicht auf die Arbeitsanteile und die Patentrechte für Neuentwicklungen einigen.

Deshalb hatte man in der deutschen Regierung die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfflugzeuges innerhalb des Projekts schon seit längerer Zeit beerdigen wollen, Macron hielt aber daran fest. Denn FCAS sollte das größte europäische gemeinsame Militärprojekt werden und hatte deshalb auch eine hohe symbolische politische Bedeutung.

Zwei Flugzeuge unter einem Dach

Merz und Macron hatten nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen vergangenen Freitag am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels in Tivat in Montenegro über diese Entscheidung gesprochen. Beide hatten zuvor vergeblich versucht, die Unternehmen nochmals zu einer Einigung zu bewegen. Nun werden höchstwahrscheinlich zwei verschiedene Flugzeuge unter einem gemeinsamen Dach gebaut. Dassault will seine Rafale weiterentwickeln. Airbus könnte etwa mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab zusammenarbeiten, der den Gripen-Kampfjet baut, oder sich an ein britisch-japanisch-italienisches Projekt für ein Kampfflugzeug anhängen.

Der deutsche Kanzler Merz hatte mehrfach darauf verwiesen, dass die französische Regierung auch andere Anforderungen an einen künftigen Kampfjet habe als Deutschland. Für Paris müsse das neue Flugzeug atomwaffentauglich sein und auf einem Flugzeugträger landen können. In Regierungskreisen in Berlin wurde betont, dass dies nicht das Ende gemeinsamer Rüstungskooperationen mit Paris bedeute. So sollen die Verteidigungsminister beider Staaten beim Ministerrat in Deutschland eine Liste mit konkreten Projekten vorlegen.

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