Geldstrafe droht
EU wirft TikTok fehlenden Schutz minderjähriger Nutzer vor
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von Quelle: APA, Seyda GünNEW YORK - USA: NEW YORK, NEW YORK - MARCH 13: In this photo illustration, the TikTok app is seen on a phone on March 13, 2024 in New York City. Congress is set to vote and pass a bill that could ban the popular app TikTok nationwide and be sent to the Senate for a vote. The bill would force the Chinese firm ByteDance to divest from TikTok and other applications that it owns within six months after passage of the bill or face a ban. Lawmakers argue that ByteDance is beholden to the Chinese government making the app a national security threat. (Photo Illustration by Michael M. Santiago/Getty Images) (Photo by Michael M. Santiago / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP).
Bild: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/MICHAEL M. SANTIAGO
Die EU-Kommission hat der chinesischen Videoplattform Tiktok unzureichenden Schutz seiner minderjährigen Nutzer vorgeworfen. Die Konto-Einstellungen für Minderjährige setzten diese weiterhin Risiken wie "unerwünschte Kontaktaufnahmen, Cybermobbing oder ausbeuterisches Verhalten" aus, erklärte die Brüsseler Behörde am Freitag. Sie forderte Tiktok auf, die Einstellungen so anzupassen, dass die von Minderjährigen geteilten Inhalte nicht für alle Welt sichtbar sind.
Das Wichtigste in Kürze
Die EU-Kommission kritisiert Tiktok wegen unzureichender Datenschutzeinstellungen für Minderjährige und fordert einen besseren Schutz vor Cybermobbing und unerwünschten Kontaktaufnahmen.
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht der Plattform eine Geldstrafe von bis zu sechs Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes.
Die Kommission kritisiert unter anderem, dass Minderjährige bei Tiktok die Wahl haben, ihre Nutzerkonten "öffentlich" zu schalten. Das führt dazu, dass auch Internetnutzer ohne Tiktok-Konto auf diese Inhalte zugreifen können. Dies könne zu ungewollten Kontaktaufnahmen durch potenzielle Täter führen oder dazu, dass Inhalte für Cybermobbing genutzt würden, argumentiert die Behörde.
Brüssel fordert Anpassungen bei Einstellungen von Tiktok
Selbst wenn die "Privat"-Einstellung gewählt werde, könnten Minderjährige leicht über die "Folge ich"-Listen anderer Nutzer gefunden werden, auch die Profilfotos blieben für alle Welt sichtbar, heißt es in der Erklärung der Kommission. Brüssel fordert den Onlinedienst des chinesischen Bytedance-Konzerns nun auf, die Standardeinstellungen der "öffentlichen" Konten von Minderjährigen so anzupassen, dass die Inhalte standardmäßig nur für Tiktok-Nutzer sichtbar sind, die von den Minderjährigen als Follower akzeptiert wurden.
Ältere Minderjährige könnten zwar die Möglichkeit haben, ihre Inhalte mit einem größeren Publikum auf der Plattform zu teilen, doch dürften diese Inhalte "unter keinen Umständen" für ein Publikum außerhalb der Plattform zugänglich sein. Darüber hinaus sollte Tiktok davon absehen, Inhalte von Minderjährigen anderen Nutzern zu empfehlen, erklärte die EU-Kommission.
Massive Geldstrafe droht
Bei dem Statement handelt es sich um vorläufige Ergebnisse einer im Februar 2024 begonnenen Untersuchung unter dem EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA). Sollten diese sich bestätigen, könnte dies eine Geldstrafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von Tiktok zur Folge haben.
Tiktok ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Sie können selbst kurze Videos erstellen, ein Algorithmus schlägt Videos zum Anschauen vor. Laut Unternehmensangaben hatte Tiktok Ende 2025 rund 178 Millionen aktive Nutzer innerhalb der EU. Bereits im Februar kritisierte die EU-Kommission das Suchtpotenzial Tiktoks und forderte das Unternehmen auf, "das grundlegende Design seines Dienstes" zu ändern.
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