Ein Jahr nach dem Bergsturz von Blatten

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von Agenturen

Für Blatten geht es nach dem Bergsturz begrauf

Bild: APA/APA/KEYSTONE/LAURENT GILLIERON


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Ein Jahr nach der Zerstörung des Schweizer Dorfs Blatten bei einem Bergsturz sind die Wiederaufbauarbeiten in vollem Gange. Die Bauern aus Blatten im Lötschental (Kanton Wallis) konnten ihre Tiere bereits wieder auf die Almen und Bergwiesen rund um das verschüttete Dorf bringen. In der Schweiz sagt man "auf die Alp".

"Die Rinder und Kühe sind demonstrativ auf die Alpen zurückgekehrt", sagt Gemeindepräsident Matthias Bellwald. "Da wurde allen klar: Es findet statt. Erst die Vierbeiner, dann hoffentlich auch die Zweibeiner." Das neue Dorf soll in vier bis fünf Jahren bezugsfertig sein, mit Platz für alle der einst rund 300 Einwohner, die zurückkehren wollen.

Schnelles und entschlossenes Handeln sei entscheidend gewesen: "Wir haben zwei Wochen nach der Katastrophe eine Vision für den Wiederaufbau des Dorfs entwickelt, das hat den Exodus der Bevölkerung von Blatten aus dem Lötschental verhindert", sagt Bellwald. "75 Prozent der Leute sind geblieben, und sie teilen die Vision: Es gibt eine Zukunft für Blatten." Diese Bewohner haben in anderen Gemeinden des Tals eine vorübergehende Bleibe gefunden.

Notstraße und provisorische Seilbahn

Am 28. Mai 2025 war ein Großteil des vorher geräumten Dorfs bei dem Bergsturz mit Gletscherabbruch unter einer meterhohen Schuttlawine begraben worden. Die meisten verschonten Häuser versanken anschließend in einem meterhohen See, der sich bildete, weil das Flussbett der Lonza durch die Schuttmassen zugeschüttet war.

Die Gemeinde hat unter Bellwald dafür gesorgt, dass die wenigen intakten Häuser am alten Dorfrand wieder mit Wasser und Strom versorgt sind. Es gibt eine Notstraße und ab Winter eine provisorische Seilbahn, die den Zugang sichern soll. Eine neue, ganzjährig befahrbare Kantonsstraße ist in Arbeit und soll in drei bis vier Jahren fertig sein.

Um die Arbeiten gezielt voranzutreiben, helfe ihm neben seiner Offiziersausbildung und Lebenserfahrung eine Charaktereigenschaft, sagt Bellwald: "Sie sind entweder ein "Ja, aber"- oder ein "Warum nicht?"-Typ. "Warum nicht?" funktioniert in solchen Situationen vermutlich besser. Wenn man dieses Vorwärtsdenken hat, dann funktioniert auch etwas."

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