EU-Kontroverse um Russland-Beziehungen Ungarns

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von Agenturen

Ungarns Premier Orbán ist im Wahlkampf

Bild: APA/APA/AFP/ATTILA KISBENEDEK


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Im Vorfeld der Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April sorgen die engen Beziehungen der Regierung von Viktor Orbán zu Russland erneut für Kontroversen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk warf Ungarn vor, Russland auf EU-Gipfeln zeitnah über die Inhalte zu informieren. Auch das US-Blatt "Washington Post" berichtete über enge Absprachen zwischen Budapest und Moskau. Laut dem Blatt hat zudem ein russischer Geheimdienst einen fingierten Anschlag auf Orbán vorgeschlagen.

"Dass Orbáns Leute Moskau bis ins kleinste Details über die EU-Gipfeltreffen informieren, dürfte niemanden überraschen", schrieb der proeuropäische Regierungschef auf der Plattform X. "Wir hatten diesen Verdacht schon lange." Er erklärte damit auch seine zurückhaltende Haltung auf EU-Gipfeln: "Das ist einer der Gründe, warum ich nur dann das Wort ergreife, wenn es unbedingt nötig ist, und nur so viel sage, wie unbedingt nötig ist." Die EU-Kommission sagte dazu am Montag, dass die Berichte "besorgniserregend" seien und eine "Klarstellung" Ungarns dazu erwartet werde.

"Washington Post": Szijjártó mit Lawrow in engem Kontakt

Zuvor hatte die "Washington Post" (Samstag) berichtet, Ungarns Außenminister Péter Szijjártó habe mehrfach aus EU-Außenministertreffen heraus mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow telefoniert und diesen über die Beratungen informiert. Szijjártó selbst sprach in einer Reaktion auf X von "Fake News".

Die Plattform "Politico" berichtete ihrerseits mit Berufung auf EU-Vertreter, die EU-Staaten schränkten mittlerweile den Fluss vertraulicher Informationen nach Ungarn ein, und die Staats- und Regierungschefs träfen sich in kleineren Gruppen.

Der Delegationsleiter der FPÖ im EU-Parlament, Harald Vilimsky, übte am Montag heftige Kritik an den Berichten. "Hier wird auf EU-Ebene versucht, auf Basis ungeprüfter Behauptungen politischen Druck aufzubauen und in demokratische Prozesse einzugreifen - das ist inakzeptabel", so Vilimsky in einer Aussendung. Es sei kein Zufall, dass solche Anschuldigungen kurz vor einer wichtigen Wahl in Ungarn erhoben würden, meinte Vilimsky, der am heutigen Montag als FPÖ-Vertreter am Treffen der rechtspopulistischen Europapartei Patrioten für Europa (PfE) in Budapest teilnimmt. Dieser gehören neben dem Rassemblement National (RN) in Frankreich oder der Lega in Italien etwa auch Orbáns Fidesz und die FPÖ an.

Blatt: Russischer Geheimdienst schlug fingierten Anschlag vor

Die "Washington Post" berichtete weiters, dass der russische Auslandsgeheimdienst SWR in einem Bericht vorgeschlagen habe, im ungarischen Wahlkampf einen Anschlag auf Regierungschef Orbán zu fingieren, um einen Wahlsieg der Regierungspartei herbeizuführen.

In Umfragen führt derzeit die bürgerliche Partei TISZA von Oppositionsführer Péter Magyar deutlich vor Orbáns Fidesz. Magyar hat im Fall einer Regierungsbildung ein konstruktiveres Verhältnis zur Europäischen Union und eine Rückholung der derzeit wegen Rechtsstaatlichkeitsbedenken eingefrorenen EU-Gelder Ungarns versprochen. Der Rechtsnationalist Orbán regiert Ungarn durchgehend seit 2010, zumeist mit Zwei-Drittel-Mehrheit.

Orbán hatte am Donnerstag auf dem EU-Gipfel verhindert, dass ein 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine ausgezahlt werden konnte. Er zog damit deutliche Kritik der EU-Staats- und Regierungschefs auf sich.

US-Vizepräsident JD Vance will im Wahlkampf nach Budapest reisen, um sich für Orbáns Wiederwahl einzusetzen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mehrfach Unterstützung für seinen Verbündeten Orbán bekundet. Nach jüngsten Angaben Szijjártós soll der Besuch von Vance Anfang April stattfinden.

Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski kritisierte auf X, dass der nationalkonservative polnische Präsident Karol Nawrocki am heutigen Montag zur Unterstützung Orbáns in die ungarische Hauptstadt reisen wolle. Orbán habe Ungarn durch "Nationalismus und Diebstahl" zum ärmsten EU-Land gemacht. Ungarns Außenminister Szijjártó wiederum warf Sikorski vor, er wolle die oppositionelle TISZA-Partei von Magyar unterstützen.

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