Frauen-Tennis boomt nach langer Zeit in Österreich

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von Agenturen

Lilli Tagger in aller Munde

Bild: APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL


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Mit Österreichs Frauen-Tennis geht es nach Jahren der Flaute stark aufwärts. Dies hat die vergangene Woche beim Upper Austria Ladies deutlich gezeigt. Nicht nur, dass insgesamt vier ÖTV-Spielerinnen im Hauptbewerb vertreten waren, sondern auch das Publikumsinteresse ist rasant gestiegen. Die erst 18-jährige Lilli Tagger erreichte u.a. nach dem Sieg über die Weltranglisten-21. Ljudmila Samsonowa erstmals ein WTA500-Viertelfinale, Anastasia Potapova verlor erst im Finale.

Tagger, die Ende 2024 auf Platz 776 und Ende 2025 auf 159 im WTA-Ranking gestanden war, setzt ihren rasanten Aufstieg in diesem Jahr unvermindert fort. Sie verbesserte sich am Montag erstmals als 97. in die Top 100. Bleibt die Osttirolerin gesund, steht einem weiteren Vormarsch nichts im Wege. Den Fans ist das Potenzial der großen ÖTV-Hoffnung nicht entgangen, Autogramme und Selfies mit dem Teenager stehen hoch im Kurs.

Und was schon bald möglich ist, zeigt auch ein Blick auf das "Race" zu den WTA Finals, also der Weltrangliste nur für 2026. Da liegt Tagger bereits an Position 48. Für den Schützling von Francesca Schiavone geht es diese Woche beim WTA250-Turnier in Rouen weiter, in Runde eins hat sie gegen die Ukrainerin Oleksandra Olijnikova (WTA-70.) gute Chancen.

Künftig Zweikampf Tagger-Potapova um ÖTV-Nummer 1?

Auf den Rouen-Trip verzichtet hat Neo-Österreicherin Anastasia Potapova. "Ich fühle mich ein bisschen erschöpft, jetzt kann ich all die Emotionen ausatmen. Es war so eine positive Woche aus allen Aspekten. Ich bin sehr stolz auf mich. Es war ein guter Start in die Sand-Saison", erklärte die Linz-Finalistin, die von den Fans sehr herzlich willkommen wurde. Ein Aspekt, der die Doppelstaatsbürgerin besonders freute: "Du kannst das nicht erwarten, ich hatte noch nie zuvor so viel Unterstützung. Ich habe vom ersten Tag an verrückten Support bekommen. Ich hoffe, ich hab sie stolz gemacht."

Durchaus möglich, dass es künftig zum Zweikampf um die österreichische Nummer 1 im Ranking kommen wird. Denn Potapova war schon einmal Nummer 21 der Welt und zumindest dieses Potenzial wird auch Tagger zugeschrieben. "Wenn ich so weiterspielen kann, schaut es in der Zukunft gut aus. Ich habe noch viel Spielraum, mich weiter zu verbessern", sagte Potapova, die am Montag mit dem Sprung um 43 Plätze von 97 auf 54 auch Aufsteigerin der Woche war. Dies sei für sie aber kein "Wow"-Moment. "Wenn du gut spielst und gewinnst, folgt das Ranking. Natürlich ist es gut zu wissen, dass ich mich gerettet und mich verbessert habe."

Potapova möchte nun einige Tage pausieren und wird ihrer Mutter in diesen Tagen Wien zeigen, wie sie nach dem Finale erzählte. Schon am Mittwochabend reist sie zum WTA1000-Event nach Madrid, um sich besser an die dortige Höhenlage zu gewöhnen. "Ich habe letztes Jahr endlich rausgefunden, wie man dort spielen muss", erzählte die Vorjahres-Achtelfinalistin lachend und fügte hinzu: "Ich möchte Madrid ernster nehmen, weil ich in guter Form bin." Zudem wolle sie eine "smarte Planung" machen, um den Spaß zu behalten und auch das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Auch Grabher und Kraus mit Verbesserungspotenzial

Mit Julia Grabher auf Position 99 und Sinja Kraus, die dieses Jahr schon für kurze Zeit in den Top 100 gestanden war (nun 120.), sind zwei weitere Österreicherinnen auf gutem Weg zu weiteren Verbesserungen. Grabher stand vor einer langen Verletzungspause schon einmal auf Platz 54. Ein Ranking, das sich die 29-jährige Vorarlbergerin auch in aktueller Form durchaus wieder zutraut.

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