Geldanreiz für Vorsorgeuntersuchungen für SVS-Versicherte
Veröffentlicht:
von AgenturenFür Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen gibt es Punkte und Geld
Bild: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL
Die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) hat einen neuen Vorsorgepass mit Geldanreiz gestartet. Für jede Art von enthaltener Vorsorgeuntersuchung gibt es Punkte. 500 Punkte werden zu 50 Euro, 1.000 Punkte zu 100 Euro und so weiter, erläuterte SVS-Obmann Peter Lehner am Mittwoch. "Wir wollen nachhaltig zehn Prozent Steigerung bei den Vorsorgemaßnahmen pro Jahr", gab er als Ziel des Projekts aus. Die Auszahlung kann unter anderem über die SVS-App angefordert werden.
Der Vorsorgepass umfasst zum Start des Programms die allgemeine Vorsorgeuntersuchung für alle ab 18 Jahren und den SVS-Gesundheitscheck Junior für mitversicherte Kinder zwischen sechs und 18 Jahren, für den ebenfalls Punkte gutgeschrieben werden. Außerdem sind mehrere Krebsvorsorgeuntersuchungen enthalten - jene auf Gebärmutterhalskrebs für Frauen ab 18 Jahren sowie jeweils ab 45 Jahren die Brustkrebsfrüherkennung, die Prostatakrebsvorsorge und die Darmkrebsvorsorge.
Auch Impfungen enthalten
In dem Vorsorgepass werden außerdem die jährliche Grippeimpfungen für alle Generationen und die Immunisierungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken ab 60 Jahren und eine jährliche Mundhygiene empfohlen und mit Punkten beziehungsweise Geld belohnt. "Wir haben ein Budget von 50 Millionen Euro jährlich für die Bonus-Auszahlungen vorgesehen", berichtete Lehner bei der Pressekonferenz in Wien. Die 1,3 Millionen SVS-Versicherten sollen durch die Vorsorge mehr gesunde Lebensjahre haben, länger leben und ihren Betrieb entsprechend führen können, sagte er.
"Je früher ich eine Krankheit entdecke, desto mehr Behandlungsoptionen stehen in der Regel offen", betonte Isabella Bauer-Rupp, Leitende Ärztin der SVS. Das Prostatakarzinom sei die häufigste Krebserkrankung bei Männern und mache im frühen Stadium keine Symptome, warnte die Medizinerin. Männer seien jedoch "Vorsorgemuffel". Bauer-Rupp hoffte, dass mit der Erinnerung in dem Vorsorgepass und der finanziellen Belohnung auch für Männer eine Brücke geschlagen wurde.
"Bewegung, Bewegung"
"Früherkennungsuntersuchungen sind heute wesentlich weniger belastend geworden", sagte Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. So könne bei der Prostatavorsorge laut Studien auf die Tastuntersuchung verzichtet werden. Dennoch gebe es auch bei anderen Vorsorgeprogrammen "maximal um die 50 Prozent Teilnehmerraten". Den Anreiz über die finanzielle Rückvergütung bei der SVS bezeichnete Sevelda als "sehr gut". Ähnliches Lob kam von Edgar Wutscher, dem Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer und von der Präsidentin der Zahnärztekammer, Birgit Vetter-Scheidl.
Einer der wichtigsten Teile der Vorsorgeuntersuchung sei das Gespräch mit den Patientinnen und Patienten und das Aufzeigen von Risikofaktoren, sagte Wutscher. "Wenn wir die Leute heute beraten, dann sparen wir uns in zehn Jahren viel Geld, weil wir sie nicht behandeln müssen", hob er auch den gesellschaftlichen Nutzen hervor. "Bewegung, Bewegung, noch einmal Bewegung, Vermeidung von Fettleibigkeit schon bei Kindern" sowie gesunde Ernährung und "alles dafür zu tun, damit junge Menschen nicht mit dem Rauchen anfangen", betonte Sevelda die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen. Die Einführung einer täglichen Turnstunde sei "mit Sicherheit wichtiger, als vier oder zwei Stunden Latein", so der Krebshilfe-Präsident.
( S E R V I C E - Infos und App-Download: https://svs.at/vorsorgepass )
Mehr entdecken

Vorarlberger Landestheater-Chefin: Absicht statt Versehen

Sechs LASK-Spieler im Bundesliga-Team der Saison

Sechs LASK-Spieler im Bundesliga-Team der Saison

Wien
Jetzt fix: Wiener Landtag beschloss Altkleidercontainerverbot

Ehmann befragt
Tödliche Kuhattacke in Tirol: Wohl Hund in der Nähe

Großbritannien lockert Sanktionen gegen Russland
