Hochwasserschutzprojekt "Rhesi" hat nächste Phase erreicht
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von AgenturenDer Alpenrhein soll sicherer und ökologischer werden
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Das Hochwasserschutzprojekt "Rhesi" (Rhein, Erholung, Sicherheit) am Alpenrhein ist zur Genehmigung eingereicht und in der Schweiz in die Vorprüfung geschickt worden. Markus Mähr, interimistischer Geschäftsführer der Internationalen Rheinregulierung, sprach am Mittwoch von einem "historischen Moment", Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) von einer "Investition in die Zukunft unseres Lebensraums". Die Unterlagen umfassen 23.000 Seiten, 763 Einlagen und 500 Quadratmeter Pläne.
Die Einreichung und der Start des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach 15 Jahren Planung sind nach dem im Juli 2025 in Kraft getretenen Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz der nächste wichtige Meilenstein für das Projekt. "Im Mittelpunkt eines der größten Hochwasserschutzprojekte Österreichs und zugleich des größten Renaturierungsprojekts Europas stehen der Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur im Rheintal. Wie notwendig dieses Projekt ist, führt uns der Klimawandel immer öfter vor Augen", ergänzte Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) aus Wien die Angaben bei der Pressekonferenz in Lustenau. Das Ministerium investiere 820 Millionen Euro.
Die Genehmigungsverfahren laufen in beiden Ländern unterschiedlich ab und wurden so geplant, dass die öffentlichen Teile - die Verhandlung in Österreich und die öffentliche Auflage in der Schweiz - zeitlich koordiniert stattfinden. Im Kanton St. Gallen gibt es mit dem "Rhesi-Gesetz" eine Neuerung: Alle kantonalen und kommunalen Verfahren werden gebündelt.
Milliardenprojekt für mehr Hochwassersicherheit
"Rhesi" soll die Abflusskapazität des Rheins von Feldkirch bis zur Bodenseemündung auf 26 Kilometern Länge auf ein statistisch alle 300 Jahre auftretendes Hochwasser erhöhen. In den gefährdeten Gebieten leben auf beiden Seiten des Flusses rund 300.000 Menschen, es ist auch ein wichtiger Wirtschaftsraum - ein 300-jährliches Hochwasser könnte Schaden von bis zu 14 Milliarden Euro verursachen.
Derzeit halten die Rheindämme einem 100-jährlichen Hochwasserereignis stand, und der Alpenrhein fließt als begradigter Kanal in den Bodensee; künftig wird der Fluss möglichst naturnah gestaltet. Die Kosten, derzeit auf rund 2,1 Milliarden Euro geschätzt, teilen sich Österreich und die Schweiz. Noch in diesem Jahrzehnt soll Baustart sein, die Bauzeit wird auf 20 Jahre geschätzt.
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